Writers Guild of America Nominierungen 2014

Quelle: Writers Guild of America West

Die US-Autorengewerkschaft Writers Guild of America (WGA) hat heute ihre Nominierungen für die besten Drehbücher von 2014 verkündet, unterteilt in die Sub-Kategorien "Bestes Originaldrehbuch", "Bestes adaptiertes Drehbuch" und "Bestes Drehbuch bei einem Dokumentarfilm". Diese geben als Industriepreise natürlich auch einen Ausblick auf die Drehbuchkategorien der Oscars, allerdings nur im begrenzten Rahmen. Das liegt daran, dass die WGA jährlich mehrere Drehbücher für unzulässig erklärt, da ihre Verfasser nicht Mitglieder der Gewerkschaft sind oder die Drehbücher nicht nach den Standards der WGA verfasst wurden. Die Oscars sind deutlich weniger wählerisch. Haben sich bei den Oscars diesmal mehr als 100 Drehbücher für eine potenzielle Nominierung qualifiziert, sind es bei der WGA keine 50. Oscaranwärter wie Selma, Birdman und Die Entdeckung der Unendlichkeit wurden deshalb von vorneherein ausgeschlossen.

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Daran liegt auch die mäßige Übereinstimmung zwischen den WGA-Gewinnern und den Oscargewinnern in den beiden Drehbuchkategorien. Diese  waren in den letzten 20 Jahren in 27 (von möglichen 40) Fällen der Fall. So waren beispielsweise Drehbücher zu Filmen wie 12 Years a Slave und The King’s Speech bei den WGA Awards unzulässig, gewannen aber später bei den Oscars.

Dadurch, dass manche starke Kandidaten aber aus dem Rennen um die WGA Awards fallen, eröffnen sich zumindest bei diesen Preisen Möglichkeiten für einige überraschende Nominierungen – diesmal genutzt von der Comicverfilmung Guardians of the Galaxy, die hier eine Nennung landen konnte. Diese freut mich sehr und wenn es nach mir ginge, würden auch die Oscars das herrlich selbstironische, anarchische Drehbuch berücksichtigen. Immerhin ist es die erste Marvel-Verfilmung überhaupt, die hier nominiert wurde.

Die restlichen Nominierungen sehen folgendermaßen aus:

Bestes Originaldrehbuch

E. Max Frye and Dan Futterman (Foxcatcher)
Dan Gilroy (Nightcrawler)
Richard Linklater (Boyhood)
Wes Anderson & Hugo Guiness (Grand Budapest Hotel)
Damien Chazelle (Whiplash)

Bestes adaptiertes Drehbuch

James Gunn & Nicole Perlman (Guardians of the Galaxy)
Gillian Flynn (Gone Girl)
Jason Hall (American Sniper)
Graham Moore (The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben)
Nick Hornby (Der große Trip – Wild)

Bestes Drehbuch bei einem Dokumentarfilm

John Maloof & Charlie Siskel (Finding Vivian Maier)
Brian Knappenberger (The Internet’s Own Boy: The Story of Aaron Swartz)
Mark Bailey & Kevin McAlester (Last Days in Vietnam)
Gabe Polsky (Red Army)
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Einen interessanten Sonderfall stellt übrigens Whiplash dar. Hier noch für das "Beste Originaldrehbuch" nominiert, wird der Sundance-Gewinner bei den Oscars in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" um den Sieg kämpfen. Das entschied die Academy kürzlich. Als Vorlage wurde hier (lächerlicherweise) eine vom Regisseur Damien Chazelle speziell für die Investorensuche gedrehte Szene benannt. Diese war eigentlch nur als ein Konzeptvorschlag gedacht, um die Finanzierung für den Film zusammen zu bekommen.