What We Do in the Shadows Staffel 3

Quelle: FX Network

Bevor der Neuseeländer Taika Waititi mit Thor – Tag der Entscheidung ins Blockbuster-Geschäft gekommen ist und für Jojo Rabbit einen Drehbuch-Oscar gewonnen hat, war sein international größter Erfolg die clevere, urkomische Vampir-Mockumentary What We Do in the Shadows, die hierzulande leider mit dem deutschen Titel 5 Zimmer Küche Sarg gestraft wurde. Diese lief schon als Centerpiece beim Fantasy Filmfest 2014 und begeisterte mit Waititis typischem teils exzentrischem teils kindisch-albernem Humor.

Als Pläne einer US-amerikanischen Serienadaption angekündigt wurden, war ich skeptisch. Würde sich Waititis spezieller Humor ins US-amerikanische Setting übertragen lassen? Lässt sich diese Geschichte überhaupt gut auf mehrere Staffeln ausdehnen? Kann jemand in die Fußstapfen von Waititi und seinem Co-Star und Co-Autor Jemaine Clement folgen?

Nachdem ich die ersten Folgen der Serie kürzlich gesehen habe, kann ich alle diese Fragen mit einem sehr enthusiastischen "Ja!" beantworten. Zu meiner großen Überraschung und Freude ist "What We Do in the Shadows" mindestens genauso witzig, schräg, schrullig und absurd wie die Filmvorlage und ergänzt diese durch einige ganz neue Einfälle. Und dann gibt es noch eine Folge in der ersten Staffel mit einer unglaublichen Reihe von Gastdarstellern, die ich an dieser Stelle aber nicht verraten werde. Auch Staffel 2 hat einen prominenten Gast, der aus einer weit, weit entfernten Galaxis vorbeischaut.

Auf ihrem US-Sender FX kam "What We Do in the Shadows" in der ersten Runde so gut an, dass sich die Einschaltquoten der aktuell laufenden zweiten Staffel über alle Plattformen hinweg um rund 25% verbessert haben. Noch vor dem Ende von Staffel 2 hat FX die Serie daher um eine dritte Staffel verlängert, die nächstes Jahr Premiere feiern wird.

Kayvan Novak, Matt Berry und Natasia Demetriou verkörpern in "What We Do in the Shadows" blutsaugende WG-Mitbewohner Nandor, Laszlo und Nadja, die zusammen mit dem Energie-Vampir Colin (Mark Proksch) und Nandors menschlichem Gehilfen Guillermo (Harvey Guillén) im New Yorker Stadtbezirk Staten Island leben. Das gesamte Vampirgenre wird in "What We Do in the Shadows" sehr gekonnt auf die Schippe genommen (den Glitzer-Witz zu Twilight gibt es gleich in der ersten Folge!), aber die Serie hat auch ganz eigene kreative Ideen. So ernährt sich Colin von der Lebenskraft seiner Opfer, indem er sie entweder zu Tode langweilt oder deprimiert. Und natürlich arbeitet er dazu passenderweise in einem Großraumbüro.

Ein Grund, weshalb "What We Do in the Shadows" vielleicht zu den besten Serienadaptionen eines Films gehört, ist vermutlich, weil die Originalmacher Taika Waititi und Jemaine Clement federführend bei der Serie sind. Clement ist der Showrunner, schrieb mehrere Drehbücher und führte bei fünf Folgen bislang Regie. Waititi ist als Produzent beteiligt und inszenierte immerhin drei Episoden der ersten Staffel.

Hierzulande wurde die erste Staffel von "What We Do in the Shadows" exklusiv beim Streaming-Portal Joyn Plus+ veröffentlicht. Als allererste Serie der Plattform ist sie sowohl in deutscher als auch in englischer Sprachfassung dort abrufbar, und letztere kann ich allen Interessierten ans Herz legen. Falls Ihr den Film noch nicht kennt, so ist er ebenfalls sehr empfehlenswert. Unsere Rezension dazu könnt Ihr hier nachlesen.

Hat wer von Euch schon in die Serie reingeschaut?