The Secret Life of an American Teenager Shailene Woodley

Shailene Woodley in "The Secret Life of an American Teenager" © Freeform

Quelle: Bustle

Es war Herbst 2015. Ich lag mit einer schweren Erkältung flach und verbrachte den Großteil des Tages auf der Couch. Zu dem Zeitpunkt hatte ich, ähm, Zugriff auf die US-amerikanische Auswahl von Netflix und war auf der Suche nach leichter Kost, um mir die Zeit, in der ich sowieso nur ein Drittel meiner Konzentration aufbringen konnte, mit einer neuen Serie zu vertreiben. Da fiel mir "The Secret Life of the American Teenager" ins Auge, eine Teenie-Serie, mit der Shailene Woodley groß herausgekommen war. Zu dem Zeitpunkt kannte ich sie bereits aus The Descendants, Divergent – Die Bestimmung, Das Schicksal ist ein mieser Verräter und The Spectacular Now. Sie war auf bestem Wege zu einer Emma-Stone- oder Jennifer-Lawrence-mäßigen Karriere und ich war neugierig, ihre Anfänge zu sehen. Außerdem, was kann man mit einer Teenie-Serie falsch machen, wenn man nach einem Guilty Pleasure sucht?

In "The Secret life of the American Teenager" spielte Woodley die 15-jährige Amy Juergens, die nach einem One-Night-Stand mit dem Bad-Boy-Mitschüler Ricky schwanger wird. Zugleich wird sie vom liebenswerten und mustergültigen Ben angehimmelt, der ihr anbietet, sie immer zu unterstützen. Dazu gibt es natürlich noch zahlreiche Nebenhandlungen anderer Mitschüler und ihrer eigenen Beziehungs- und Lebensprobleme. Ich habe es sechs oder sieben Folgen weit geschafft, bevor mir der penetrant predigende, erzkonservative Ton der Serie (Sex = schlecht!) auf den Senkel ging. Eine kurze Recherche klärte dann auf: Die Serie stammte von Brenda Hampton, der Schöpferin der christlichen Serie "Eine himmlische Familie". Die Aussicht, weitere 115 Folgen davon zu schauen, erschien mir trotz Woodley nicht verlockend. Stattdessen wechselte ich zur "Scream"-Serie und fand damit mein Guilty Pleasure.

Doch nicht nur mir ist der konservative, Abstinenz propagierende Ton der Serie sauer aufgestoßen. Shailene Woodley selbst war nicht begeistert davon, welche Rolle sie spielen und welche Werte sie vertreten musste, die mit ihren eigenen so gar nicht übereinstimmten. In einem brandneuen Interview klagte sie über ihre Zeit in der Serie, an die sie sechs Jahre lang vertraglich gefesselt war.

Sie erklärte, dass sie zunächst auf der Basis der Drehbücher für die ersten drei Folgen unterschrieben habe: (aus dem Englischen)

Als ich für "Secret Life" unterschrieben habe, habe ich die ersten drei Folgen gelesen und habe dann einen Vertrag für sechs Jahre unterschrieben. Diese Folgen haben bei mir wirklich ins Schwarze getroffen. Ich hatte Freundinnen an der Highschool, die schwanger wurden. Es fühlte sich wie all das an, was ich in die Welt hinausschicken wollte.

Erst allmählich ist ihr aber aufgefallen, worauf sie sich eingelassen hat:

Es gab viele Dinge, die in die Drehbücher geschrieben wurden, die mit denen nicht nur ich, sondern viele aus der Besetzung nicht einverstanden waren. Das waren Glaubenssätze, die forciert wurden, die anders waren als meine eigenen. Und ich steckte rechtlich darin fest. Bis heute ist es eins der schwierigsten Dinge, die ich je tun musste. In "Secret Life" mitgespielt zu haben, führte dazu, dass ich meine eigenen Werten entschiedener vertrete.

Es dürfte vermutlich niemanden hier überraschend, dass "The Secret Life of the American Teenager" in den USA sein Publikum gefunden hat. Insbesondere in den ersten drei der sechs Staffeln war die Serie ein Riesenhit und lockte gelegentlich mehr als 4 Millionen Zuschauer pro Folge an. Später sanken die Zuschauerzahlen und mit dem Schulabschluss der Hauptfiguren endete die Serie nach sechs Seasons. Woodleys Karriere startete danach so richtig durch. Ins Fernsehen kehrte sie mit der HBO-Sere "Big Little Lies" zurück, in der sie eine deutlich komplexere Figur spielen durfte. Hierzulande konnte "The Secret Life of the American Teenager" nie Fuß fassen. Sixx strahlte die Serie bis 2014 aus, brach aber mitten während der dritten Staffel ab. Seitdem liefen keine neuen Folgen mehr im deutschen Fernsehen.