Quelle: Quibi

Es ist leider nicht absehbar, ob wir Kiefer Sutherland jemals wieder in seiner Paraderolle als Terroristenschreck Jack Bauer wiedersehen werden, was man sich nach dem etwas unbefriedigenden Ende seiner Figur in "24: Live Another Day" als Fan eigentlich schon wünschen würde. Jedoch wird der Schauspieler auch in seiner nächsten Serienrolle einen (vermeintlichen) Terroristen in Los Angeles jagen. Das dürfte sehr vertrautes Terrain für ihn sein, handelten doch auch schon die ersten sechs "24"-Staffeln von Terroristen in der Stadt der Engel.

Im Reboot der Sechziger-Kultserie "Auf der Flucht" (OT: "The Fugitive") spielt Sutherland den legendären LAPD-Detective Clay Bryce, der im Fall eines Bombenanschlags auf die U-Bahn ermittelt. Der Hauptverdächtige ist Mike Ferro, ein ehemaliger Sträfling, der inzwischen ein ehrliches Leben führt. Boyd Holbrook ("Narcos") spielt die Rolle. Natürlich ist Mike unschuldig, doch verzerrte Beweise und sensationsgeiler Journalismus machen ihn zum meistgesuchten Mann Amerikas. Mike muss seine Frau Allison und zehnjährige Tochter Pearl in Sicherheit bringen und die wahren Täter finden, bevor er geschnappt und unschuldig verurteilt wird. Detective Bryce bleibt ihm dicht an den Fersen.

Produziert wurde die Serie vom brandneuen Streaming-Anbieter Quibi, der nun den ersten Teaser veröffentlicht hat. Vermutlich bin ich nicht der einzige, der Jack-Bauer-Vibes bei Sutherlands Charakter verspürt.

Um die "24"-Vergleiche noch weiter zu verstärken: Stephen Hopkins inszeniert mehrere Folgen der Serie. Hopkins führte bei zwölf Episoden der ersten "24"-Staffel Regie sowie bei einigen Folgen des Bauer-losen Seqiels "24: Legacy". "Scorpion"-Macher Nick Santora ist der Schöpfer und Showrunner der Serie. Vermutlich noch bekannter als die Originalserie ist ihre oscarnominierte Adaption mit Harrison Ford und Tommy Lee Jones aus dem Jahr 1993. Letzterer gewann für seine Performance den Nebendarsteller-Oscar. Sutherland spielt im Reboot im Prinzip eine Variation seiner Verfolgerrolle. Es handelt sich nicht um das erste Reboot der Serie. Bereits 2000 gab es eine Neuauflage von CBS, die jedoch nach einer Staffel eingestellt wurde.

"The Fugitive" wird zum Plattform-Start bei Quibi im April zu sehen sein. Quibi ist eine Streaming-Plattform, die ausschließlich für mobile Geräte gedacht ist und wie ein Zugeständnis an die verkürzte Aufmerksamkeitsspanne der modernen Zuschauer wirkt. Ins Leben gerufen vom ehemaligen Disney-Vorsitzenden und DreamWorks-Animation-Mitbegründer Jeffrey Katzenberg, werden die exklusiv produzierten Serien des Anbieters in Snackportionen, den namensgebenden Quick Bites, serviert werden. Jede Folge soll nur vier bis zehn Minuten lang sein. Mit einem Investitionskapitel von $1,1 Milliarden sollen allein im ersten Jahr etwa 7000 solcher Mini-Folgen veröffentlicht werden. Namhafte Filmemacher wie Paul Feig (Brautalarm), Antoine Fuqua (Training Day), Guillermo del Toro (Pans Labyrinth), Steven Soderbergh (Traffic) und sogar Steven Spielberg werden Inhalte für Quibi produzieren. Am 6. April wird Quibi zunächst in den USA an den Start gehen, dann in andere englischsprachige Länder expandieren, bevor sie den Rest der Welt erobert. Zum Abo gibt es in den USA zwei Optionen. Für $4,99 im Monat bekommt man eine Version mit Werbeunterbrechungen, für $7,99 ein werbefreies Abo. Ich frage mich, ob die Werbung nur zwischen den Folgen kommen wird oder ob sogar wenige Minuten langen Episoden durch Werbung unterbrochen werden.

Wan Quibi und damit die oben vorgestellte Serie nach Deutschland kommen werden, steht noch nicht fest. Wir werden Euch aber natürlich auf dem Laufenden halten.