Auf der Flucht Serie

Kiefer Sutherland in "Designated Survivor" © 2017 ABC Studios

Quelle: Variety

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Man sagt ja häufig, dass die Aufmerksamkeitsspanne der heutigen jungen Leute deutlich zurückgegangen ist. Ein neuer Streaming-Dienst für Smartphones mit dem Namen Quibi ist ein Zugeständnis an diese Entwicklung. Ins Leben gerufen vom ehemaligen Disney-Vorsitzenden und DreamWorks-Animation-Mitbegründer Jeffrey Katzenberg, soll Quibi seinen Abonnenten Serien in Snackportionen servieren. Das bedeutet, dass die einzelnen Episoden nur sieben bis zehn Minuten lang sein sollen. Mit einem Kapital von $1,1 Mrd sollen bereits im ersten Jahr 7000 solcher Mini-Folgen prodiziert werden. Ob die Idee clever, traurig oder (vermutlich) beides ist, kann ich noch nicht ganz beurteilen.

Kurze Folgen bedeutet aber nicht weniger Prestige, denn auch namhafte Schauspieler und Filmemacher (darunter sogar Steven Spielberg) werden von Quibi für die Projekte angelockt. Eine der größeren Attraktionen des mobilen Streaming-Anbieters soll eine Neuauflage der Thrillerserie "Auf der Flucht" (OT: "The Fugitive") sein, die von 1963 bis 1967 in den USA lief. Sie handelte vom unbescholtenen Arzt Dr. Kimble, dem der Mord an seiner Frau in die Schuhe geschoben wird. Er muss fliehen, den Verantwortlichen ausfindig machen und seine Unschuld beweisen. Noch bekannter als die Serie ist die oscarnominierte Verfilmung mit Harrison Ford aus dem Jahr 1993. Ein Riesenhit an den Kinokassen brachte der Film Tommy Lee Jones als unerbittlichem Ermittler einen Nebendarsteller-Oscar ein.

Diese Rolle wird in der neuen Version Kiefer Sutherland spielen und damit wieder gewissermaßen an seine "24"-Zeiten anknüpfen. Sutherlands neuste Serie "Designated Survivor" wurde kürzlich von Netflix abgesetzt.

In der neuen "The Fugitive"-Serie spielt der Sutherland den legendären Detective Clay Bryce, der auf den gesuchten Terrorverdächtigen Mike Ferro angesetzt wird. Boyd Holbrook ("Narcos", Logan – The Wolverine) spielt Ferro. Die Handlung weicht vom Film und der alten Serie ab. Sie beginnt mit einem Bombenanschlag auf die U-Bahn in Los Angeles. Mike versucht, seine Frau Allison und ihre zehnjährige Tochter Pearl in Sicherheit zu bringen. Aber verzerrte Beweise und sensationsgeiler Journalismus machen aus ihm den Hauptverdächtigen. Er muss nun den echten Täter finden, bevor er geschnappt und unschuldig verurteilt wird.

Stephen Hopkins, mit dem Sutherland bereits bei "24" zusammengearbeitet hat, produziert die Serie und wird Regie führen. Nick Santora ("Scorpion") schreibt das Drehbuch zur Serie. Diese klingt an und für sich gar nicht so schlecht, insbesondere da sie für Jack-Bauer-Fans ein weiterer "24"-Ersatz werden könnte. Allerdings hätte ich lieber eine vollwertige Serie mit regulär langen Episoden gehabt als die geplanten Mini-Folgen.