Bad Boys, Lethal Weapon und Rush Hour sind die drei großen Buddy-Actionkomödien-Franchises Hollywoods. Während Will Smith und Martin Lawrence nach einer 17-jährigen Pause 2020 als harte Jungs zurückgekehrt sind und seitdem auch schon einen weiteren Bad-Boys-Film drehten, warten die Fans der Duos Riggs/Murtaugh und Lee/Carter immer noch vergeblich auf ihre Rückkehr. Mel Gibson wird nach Richard Donners Tod die Regie von Lethal Weapon 5 übernehmen, ist jedoch erst einmal mit seinen Sequels zu Die Passion Christi beschäftigt.
Bei Rush Hour 4 ist die Situation noch etwas komplizierter. Brett Ratner inszenierte die drei bisherigen Filme, fiel jedoch nach Vorwürfen sexueller Übergriffe und Belästigung durch mehrere Frauen 2017 in Hollywood in Ungnade und verschwand mehr oder weniger von der Bildfläche. Jackie Chan und Chris Tucker beteuern zwar in regelmäßigen Abständen, dass Rush Hour 4 kommen soll, faktisch passiert jedoch nichts. Zuletzt wurde letztes Jahr berichtet, dass Warner die Lizenz an Rush Hour 4 an ein anderes Studio bzw. einen Streamer abtreten würde, so wie Paramount es mit Beverly Hills Cop: Axel F tat. Der Haken, der das Sequel für potenzielle Interessenten untragbar machte, ist jedoch, dass Ratner untrennbar mit dem Film verknüpft ist und auch einen vierten Teil drehen würde. Sony und Paramount lehnten daher direkt ab, bei Lionsgate wurde überlegt, aber letztlich gab es keinen Zuschlag.
Ein Jahr später stehen die Chancen von Rush Hour 4 etwas besser, und zwar ausgerechnet dank einem unerwarteten Befürworter, den der Film in seiner Ecke hat: Donald Trump. Der umstrittene 47. Präsident der Vereinigten Staaten möchte nämlich neben der Politik seines Landes auch dessen Entertainment-Kultur mitbestimmen und wünscht sich eine Rückkehr der platten Komödien und Testosteron-geladenen Actionfilme der Achtziger und Neunziger. Einer seiner Favoriten ist der Van-Damme-Klopper Bloodsport, doch ein Film, für den er sich bereits direkt eingesetzt haben soll, ist Rush Hour 4 – und er hat tatsächlich gewisse Hebel, die er in Bewegung setzen kann, um die Verwirklichung des Films zu ermöglichen.
Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, steht Warner Bros. zum Verkauf und die besten Chancen, das altehrwürdige Studio zu erwerben, hat aktuell Paramount. Dessen neuer CEO David Ellison, dessen Produktionsfirma Skydance erst diesen Sommer mit Paramount fusionierte, ist der Sohn von Trumps größtem Geldgeber, Larry Ellison. Auf ihn soll Trump bereits eingeredet haben, das Rush-Hour-Franchise mit Tucker, Chan und Ratner als Regisseur wiederzubeleben, sollte Paramount Warner erwerben. Mit Ratner versteht sich Trump natürlich – wie konnte es auch anders sein? – bestens. Der Regisseur drehte den Dokumentarfilm Melania über die First Lady Melania Trump. Amazon holte sich für schlappe 40 Millionen US-Dollar die Vertriebsrechte an dem Film und wird ihn nächstes Jahr erst in die Kinos bringen und später über Prime veröffentlichen. Die Doku ist Ratners erstes Projekt nach den Vorwürfen sexueller Übergriffe und Trump möchte ihm offenbar mit Rush Hour 4 ein Hollywood-Comeback ermöglichen. Eine kuriose Welt, in der wir leben…
Quelle: Semafor












