Milie Bobby Brown The Electric State

Millie Bobby Brown in "Enola Holmes" © 2020 Netflix

Quelle: Deadline

Nach ihrer Regie der phänomenal erfolgreichen letzten beiden Avengers-Filme standen den Brüdern Anthony und Joe Russo alle Türen in Hollywood offen. Vom Marvel Cinematic Universe wollten die beiden zunächst eine Auszeit nehmen, und ihr nächstes Projekt wird kein bombastischer Riesenblockbuster sein, sondern das Crime-Drama Cherry mit Spider-Man-Star Tom Holland als traumatisierter, drogensüchtiger Armeeveteran, der Banken überfällt, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Der Film wird im Februar bei Apple TV+ erscheinen und ein deutlicher Tempowechsel nach den gigantischen Marvel-Filmen sein. Doch Cherry ist nur eine kurze Verschnaufpause für die Russos, bevor sie ihren nächsten potenziellen Blockbuster übernehmen werden. Für Netflix werden sie den Agenten-Actionthriller The Gray Man mit Ryan Gosling und Captain-America-Darsteller Chris Evans inszenieren. Mit rund $200 Mio Produktionskosten wird es der bislang teuerste Film des Streamers, in der Hoffnung, der Auftakt zu einem neuen Action-Franchise á la Mission: Impossible zu werden.

Sollte The Gray Man zum erwünschen Erfolg werden, werden die Russos aber nicht direkt das Sequel dazu inszenieren, sondern haben bereits ein ganz anderes Projekt in Aussicht. Die beiden werden die Graphic Novel "The Electric State" für Universal inszenieren. Ursprünglich wollten sie den Film nur produzieren und Andy Muschietti (Es) die Regie überlassen. Da Muschietti aber erst einmal mit Warners DC-Verfilmung The Flash beschäftigt sein wird, werden die Russos den Film selbst drehen. Das Drehbuch schreiben Christopher Markus und Stephen McFeely, die Autoren aller bisherigen Marvel-Filme der Russos.

In der Hauptrolle wurde gleich einer von Hollywoods größten Rising Stars unter 20 verpflichtet, Millie Bobby Brown. Mit ihrer Rolle der Elfie bei Netflix' "Stranger Things" gelang der Engländerin der Durchbruch. Für die Performance wurde sie bereits zweimal für einen Emmy nominiert. Erste Gehversuche im Kino machte sie in Godzilla II: King of the Monsters, und wird nächstes Jahr auch in Godzilla vs. Kong zu sehen sein. Außerdem spielte sie dieses Jahr die Titelrolle in Netflix' Enola Holmes, der zu den meistgesehenen Filmen des Streamers gehört. Eine Fortsetzung wird bereits entwickelt.

Universal plant auf jeden Fall eine Kinoauswertung für The Electric State. In der Adaption der Graphic Novel von Simon Stålenhag wird Brown eine Teenagerin in einer alternativen apokalyptischen Low-Tech-Zukunftsvision spielen, die von einem seltsamen, liebenswerten Roboter Besuch bekommt. Als ihr ihr klar wird, dass der Roboter von ihrem vermissten Bruder geschickt wurde, begeben sich die beiden gemeinsam auf die Suche nach dem Bruder, tauchen in eine fantasievolle Welt aus Menschen und unterschiedlichsten Roboters ein, und decken dabei eine große Verschwörung auf. Die Beschreibung macht mich tatsächlich sehr neugierig auf die Vorlage.

Die Russos betonten in einer Pressemitteilung, dass es sie besonders freut, dass der Film in die Kinos kommen soll: (aus dem Englischen)

Es freut uns sehr, den Deal mit Universal abgeschlossen zu haben, die sich einer Kinoveröffentlichung von The Electric State verpflichten. Das sind unglaubliche Neuigkeiten für uns als Filmemacher, und für die Zuschauer rund um die Welt, die die Gelegenheit haben wollen, Filme wieder im Kino zu erleben. Es ist auch ein positives Zeichen, dass mit der Verfügbarkeit des Impfstoffs der Kinomarkt zurückkehrt.

Co-Autor Markus ergänzte:

Es ist eine sehr menschliche Geschichte über ein jugendliches Mädchen, die lediglich über die Kräfte eines Teenagers verfügt und mehr nicht. Wir sind auch stolz darauf, dass alle Hauptfiguren der Geschichte, bis auf einen Nebencharakter, Frauen sind, was für uns sehr aufregend ist.

Der Plan ist aktuell, dass die Russos The Electric State drehen werden, wenn sie mit The Gray Man fertig sind, also voraussichtlich Ende 2021 oder Anfang 2022. Die Dreharbeiten zu ihrem Netflix-Film mussten kürzlich wegen katastrophaler Infektionszahlen in Kalifornien aufgeschoben werden.