Kiefer Sutherland 24

Kiefer Sutherland in "24: Live Another Day" © 2014 FOX MEDIA LLC.

Quelle: GQ

Inzwischen kennt man es kaum noch anders, doch es gab eine Zeit, in der die meisten Serien sporadisch geschaut wurden, wenn man gerade mal Zeit hatte, und es nicht schlimm war, wenn man einige Folgen verpasst hat, weil meist jede Woche eine neue, eigenständige Geschichte erzählt wurde. Natürlich gab es schon früh Ausnahmen wie "Twin Peaks", "Buffy" oder "Akte X", bei denen die Handlung in jeder Staffel größtenteils fortlaufend war und es wichtig war, dranzubleiben, um ihr folgen zu können. Doch die echte Wende kam Anfang der 2000er. Für mich waren "Alias – Die Agentin" und "24" die ersten Serien, bei denen ich von Anfang an jede Folge pflichtbewusst geschaut habe und den Reiz fortlaufender Serienplots für mich entdeckt habe.

Gerade bei der für ihre Zeit revolutionären Echtzeitserie "24" war es wirklich wichtig, keine Episode zu verpassen und das bedeutete angesichts von 24 Folgen pro Staffel auch einen stattlichen Zeitaufwand. Anfangs lockte "24" mit seinem Echtzeitkonzept, bei dem für die Seriencharaktere genauso viel Zeit vergangen ist wie für die Zuschauer und die Handlung sich immer innerhalb eines Tages abgespielt hat. Doch das eigentliche Highlight und das beste Vermächtnis von "24" waren weder das zunehmend unglaubwürdigere Echtzeitelement noch der fragwürdige Einsatz von Folter als Verhörmethode, sondern die Geburt einer neuen Actionikone: Jack Bauer. Die Rolle belebte Kiefer Sutherlands Karriere wieder, brachte ihm einen Emmy und einen Golden Globe ein und schenkte uns einer der unverwüstlichsten Badass-Charaktere der Fernsehgeschichte, der locker mit den anderen J.B.s, James Bond und Jason Bourne, mithalten kann.

So grandios Jack Bauer und sein Darsteller Kiefer Sutherland auch waren, so unbefriedigend war das vorläufige Ende der Figur. Der erste "24"-Run endete nach acht Staffeln mit Jack Bauer auf der Flucht vor den Behörden. Das auf zwölf Folgen komprimierte Revival "24: Live Another Day" hätte einen Abschluss für den Charakter bieten können, stattdessen endete die Serie 2014 mit Jack Bauer in den Händen des russischen Geheimdiensts. Nachdem der Charakter schon so viel durchgemacht hat, einschließlich der chinesischen Gefangenschaft zwischen der fünften und der sechsten Staffel, hätte man sich doch wirklich entweder einen wohlverdienten Ruhestand oder vielleicht einen heldenhaften Tod gewünscht anstelle eines offenen Endes mit Bauer potenziell in einem russischen Arbeitslager.

Die erhoffte Auflösung dieses Cliffhangers kam nie , denn Sutherland selbst verlor zunächst das Interesse, die Rolle zu spielen, die fast zehn Jahre seines Lebens eingenommen hat und drehte stattdessen "Designated Survivor", die sich ironischerweise in vielen Punkten einer soliden "24"-Staffel ähnelte. FOX hat wiederum versucht, die "24"-Kuh ohne Sutherland zu melken, doch das Sequel bzw. Soft-Reboot "24: Legacy" hat trotz Gastauftritte aus der Originalserie nicht gezündet und wurde nach einer Staffel abgesetzt.

Seitdem sucht FOX einen Weg, eine seiner erfolgreichsten Serien irgendwie zurückzubringen. Im Gespräch waren mal eine brandneue "24"-Serie in der Welt von Gerichtsverhandlungen und eine Prequelserie über den jungen Jack Bauer, doch keins der Projekte kam über die Entwicklungsphase hinaus.

Letztes Jahr feierte "24" im September ihr 20. Jubiläum (ich fühle mich alt) und zu diesem Anlass wurde angekündigt, dass es neue Gespräche über die Rückkehr der Serie gibt. In welcher Form wurde zunächst unklar, doch es gibt jetzt einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Fans endlich das bekommen, worauf sie seit nunmehr acht Jahren warten: die Rückkehr des einzig wahren Jack Bauer – Kiefer Sutherland.

Entgegen seiner früheren Ansagen, er sei mit dem Charakter fertig, schlägt der Schauspieler jetzt andere Töne an. In einem Interview mit GQ enthüllte er, dass er den Charakter vermisst und bereit sei für eine Rückkehr, wenn auch vielleicht nur in begrenzter Kapazität: (aus dem Englischen)

Ich vermisse es. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Ich habe gelernt, dass man am besten keine endgültige Antwort darauf gibt, ob man etwas tun wird oder nicht.

Ich habe es geliebt, diesen Charakter zu spielen. Ich glaube, dass die Geschichte noch keine Auflösung hat. Wenn etwas geschrieben werden sollte, das für mich Sinn ergibt und von dem ich denke, dass es zum Franchise beiträgt, dann wäre ich dafür, auch wenn meine Beteiligung begrenzt wäre.

Meine Beteiligung wird immer davon abhängen, wie ich die Qualität der Drehbücher wahrnehme. Wenn (der ursprüngliche Showrunner) Howard Gordon motiviert ist, es zu machen, werden wir sehen, was passiert.

In einem früheren Interview Anfang des Jahres erzählte Sutherland, dass eine neue "24"-Staffel davon handeln könnte, wie Bauer von neuen Charakteren aus der russischen Gefangenschaft befreit wird.

Also, Fox, bzw. Disney, worauf wartet Ihr?! Wenn Sutherland mitmachen will und noch nicht zu alt ist für die Rolle, dann solltet Ihr Nägel mit Köpfen machen und uns "24"-Fans endlich ein Ende bieten, das der Legende Jack Bauer auch gerecht wird!