Hellboy 3 Ron Perlman

Quellen: Ron Perlman Twitter, ComicBook

Ron Perlman, der Schauspieler mit der unverwechselbaren Visage, wird nie in der ersten Liga der Hollywood-Schauspieler mitspielen, doch er hat schon den einen oder anderen bemerkenswerten Charakter verkörpert. Dazu gehört seine mit einem Golden Globe prämierte Darbietung als das titelgebende Biest in der CBS-Serie "Die Schöne und das Biest", seine kompromisslose Vorstellung als Biker-Anführer Clay Morrow in "Sons of Anarchy" und sein Auftritt als knallharter Vampir in Blade II. Doch es ist zweifelsohne die Rolle des roten Dämons Hellboy in der gleichnamigen Verfilmung des Comics von Mike Mignola und in deren Fortsetzung, für die die meisten Fans Perlman lieben und schätzen. Wie Tony Stark und Robert Downey Jr., ist die Verschmelzung zwischen Star und Figur im Falle von Hellboy perfekt. Auch die Filme selbst können sich sehen lassen. Gerade Hellboy II: Die Goldene Armee, in dem Guillermo del Toro dank eines höheren Budgets seine unbändige Fantasie ausleben konnte, ist eine wunderschöne Comicverfilmung, die die Welt von Hellboy weiter öffnet und einen epischen Abschluss verspricht. Das Problem ist: dieser Abschluss ist nie gekommen. Auch sieben Jahre nach Hellboy II warten die Fans vergeblich auf die Auflösung der Prophezeiung, laut der Hellboy die Menschheit unterjochen wird, wenn er nicht stirbt.

ANEZIGE

Dabei mangelt es den Beteiligten sicherlich nicht an Enthusiasmus. Ron Perlman äußert regelmäßig seinen großen Wunsch nach einer Fortsetzung und auch Jeffrey Tambor hat kürzlich die Gerüchte um das Sequel befeuert. Regisseur del Toro hingegen, glaubt nicht daran, weil es an Finanzierung für den Film fehle. Der zweite Teil hat zwar bei einem Budget von $85 Mio und einem weltweiten Einspiel von $160 Mio ordentlich abgeschnitten, aber nicht so gut, dass Teil 3 für das Studio eine Priorität wäre. Stattdessen arbeitet del Toro gerade ein einer Fortsetzung zu Pacific Rim, die im Sommer 2017 in die Kinos kommen soll. Dabei hat man als Außenstehender das Gefühl, dass viel mehr Fans von del Toro lieber Hellboy 3 sehen würden, doch diese Filme bedienen natürlich auch eher ein Nischenpublikum als Pacific Rim.

Der mittlerweile 65-jährige Perlman, der vermutlich seine Chance davongleiten sieht, ein letztes Mal Hellboy zu spielen, kämpft weiterhin um die Fortsetzung und startete vor einigen Tagen einen Aufruf an die Fans über Twitter, Interesse für Hellboy 3 wieder aufleben zu lassen und den Film endlich zu machen. Auch seine Co-Stars Selma Blair (Liz Sherman) und Doug Jones (Abe Sapien) äußerten sich unterstützend dazu. Das Ziel ist es, dass der Tweet mit dem Hashtag #HellboyIII möglichst häufig retweeted wird:

Wird eine solche Fankampagne helfen? Man kann es nur hoffen, auch wenn des bei günstigeren Filmen wie Veronica Mars natürlich viel wirkungsvoller ist als bei einem Projekt, das vermutlich ein Budget von $100 Mio tragen würde. Immerhin sorgte Perlman dafür, dass dank seinem Tweet Hellboy 3 zumindest im Internet wieder in aller Munde ist. Kurz darauf führte er ein Interview mit ComicBook.com und sprach über die Chancen des Sequels. Dieses sei, laut ihm, weder lebendig noch tot, sondern hänge im Limbo. Er hofft, dass die neu gewonnene Aufmerksamkeit dem Studio endlich zeigt, wie viel Interesse an dem Film besteht. Außerdem verspricht er, dass wenn Hellboy 3 kommen sollte, es auf jeden Fall der letzte Teil der Reihe wäre. Hellboy 4 schließt er definitiv aus.

Auf die Nachfrage dazu, worum es im dritten Tel gehen würde, stellte er einige Vermutungen auf: (aus dem Englischen)

[…] Guillermo del Toro hat einige offensichtliche Dinge angedeutet. Hellboy wurde mit einem bestimmten Ziel in unsere Welt heraufbeschworen. Es ist, als ob er ein griechisches Orakel wäre. Man konnte sich einen Ausweg aus dem Ganzen aushandeln. Sein ursprüngliches Ziel war es, die Menschheit zu vernichten. Das ist sein Zweck, und die Tatsache, dass er aufgezogen und gelehrt wurde, seine Kräfte für das Gute einzusetzen und nicht für das Böse, führt zu einer großen Diskussion. Das macht Hellboy auch so komplex. Es ist die klassische Natur-vs.-Umwelt-Debatte. Das Orakel ist aber gewaltig. Es gibt keinen Spielraum. Es ist sein Schicksal, die Menschheit zu verdammen.

Natürlich wird es also um seinen inneren Kampf gehen. Dann geht es um die Geburt der Zwillinge, seiner Kinder mit Liz (gespielt von Selma Blair), und wie sie in die Geschichte eingebunden werden; ob sie Menschen, Dämonen oder eine Mischung aus beiden sein werden. Es gibt jede Menge Sachen, die in den ersten beiden Filmen in Ansätzen angelegt wurden. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich nicht darauf, 4-6 Stunden pro Tag in der Maske zu sitzen und dann 16 Stunden am Tag den Kerl zu spielen, aber ich fühle mich dazu verpflichtet, es zu Ende zu bringen. Wir haben jede Menge Fans um Geduld gebeten. Wir sind natürlich nicht der größte Blockbuster unter Comicverfilmungen, aber all das ist Quatsch, wie ich finde. Wir haben die Fans gebeten, uns auf einer Reise zu begleiten und gaben das Versprechen, dass die Reise auch ihr Ziel erreichen würde. […] Es ist mir egal, wie viel der Film kostet. Wenn er $600 kostet, dann lasst uns die Geschichte zu Ende erzählen und weitermachen. Es muss nicht Unmengen kosten. Es wäre aber natürlich schön, wenn es so episch wird, wie Guillermo (del Toro) sich das vorstellt und das würde einige Ressourcen erfordern, doch die Fans haben diese unglaubliche Hingabe und Leidenschaft gegenüber der Reihe gezeigt. […] Solange das Studio glaubt, dass es ein Publikum gibt, werden die Schecks geschrieben.

Auch ich gebe die Hoffnung nicht auf und glaube aufrichtig, dass eine Fortsetzung sich an den Kinokassen noch besser schlagen würde als die beiden Vorgänger, da die Fangemeinde der Filme über die Jahre nur gewachsen ist. Wenn es aber keinen dritten Hellboy-Film in den nächsten 4-5 Jahren gibt, dann werden wir vermutlich keinen mehr sehen, bis Hollywood die Reihe einfach ohne del Toro und Perlman rebootet. Hoffentlich wird das nicht eintreffen. Perlman verdient noch eine letzte Schlacht als Hellboy.