"Eragon"-Serie von Disney+ hat ihre Showrunner gefunden

Auch wenn die Geschichte des Kinos bereits rund 130 Jahre umfasst, gab es vermutlich kein wichtigeres Jahr für Fantasyfilme als 2001. Lange Zeit galt das Genre in Hollywood als Kassengift, doch die Wahrnehmung änderte sich fundamental, als vor 25 Jahren innerhalb von nur einem Monat mit Harry Potter und der Stein der Weisen und Der Herr der Ringe: Die Gefährten Verfilmungen von zwei der meistverkauften Fantasyromane aller Zeiten in die Kinos kamen und die Grundsteine für zwei der erfolgreichsten Film-Franchises aller Zeiten legten.

Der phänomenale Erfolg von Harry Potter und Der Herr der Ringe rief natürlich Hollywood auf den Plan: So wie Young-Adult-Verfilmungen nach Twilight und Die Tribute von Panem in den 2010ern plötzlich zum letzten Schrei in der Traumfabrik wurden, so wollten in den 2000ern alle Studios ein Stück vom Fantasy-Kuchen abhaben. Fantasyfilme sprossen wie Pilze aus dem Boden, doch an die Beliebtheit der Rowling- und Tolkien-Adaptionen konnte keiner anknüpfen. Manche von ihnen waren erfolgreicher als andere, allen voran Die Chroniken von Narnia mit immerhin drei Filmen. Andere scheiterten bereits im ersten oder spätestens im zweiten Anlauf, wie Der Goldene Kompass, Percy Jackson oder Wintersonnenwende.

Einer der schlechtesten Trittbrettfahrer dieses Trends war Eragon. War Percy Jackson nichts Anderes als Harry Potter mit griechischen Göttern statt Zauberer und Hexen, waren die größte Inspiration für Eragon Der Herr der Ringe und Star Wars. Christopher Paolini war erst 15 Jahre alt, als er angefangen hat, den ersten "Eragon"-Roman zu schreiben und mit 18 wurde er veröffentlicht. Dem teils unbeholfenen Schreibstil und offensichtlichen Anleihen bei Genreklassikern war Paolinis Alter anzumerken, doch sein Romandebüt war sehr kurzweilig und flott erzählt und mit nur 19 wurde Paolini zum Bestsellerautor. Drei weitere Romane über den titelgebenden Farmjungen, der ein Drachenei findet und zum ersten Drachenreiter in der Welt von Alagaësia seit über 100 Jahren wird, folgten und erzählten eine archetypische Heldengeschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse.

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Bei aller berechtigten Kritik, wenn die Romane eins waren, dann perfekte Vorlagen für eine Filmadaption. Umso frustrierender war die Eragon-Verfilmung, die 2006 in die Kinos kam und so ziemlich alles falsch machte, was man falsch machen konnte mit der Ausnahme der visuell toll umgesetzten Drachendame Saphira. Letzteres überrascht nicht, schließlich war Eragon das Regiedebüt des dreifach oscarnominierten Visual-Effects-Künstlers Stefen Fangmeier. Ebenso wenig ist überraschend, dass Eragon auch Fangmeiers einzige Regiearbeit geblieben ist, denn trotz eines passablen finanziellen Erfolgs waren die Reaktionen auf den Film dermaßen vernichtend, dass geplante Sequels eingestampft wurden.

Das cineastische Fiasko ist zwischen der Veröffentlichung des zweiten und dritten "Eragon"-Romans erschienen und tat dem Verkaufserfolg der Romane keinen Abbruch. Fast 40 Millionen Exemplare der "Eragon"-Tetralogie gingen inzwischen über die Theke. Es gibt also mehr als genug Fans, die sich eine bessere Adaption wünschen – und diese werden sie jetzt hoffentlich bekommen: Disney+ schickt "Eragon" in Serie. Der Streamer lernte von der erfolgreichen Serienadaption der "Percy Jackson"-Romane in enger Zusammenarbeit mit deren Autor Rick Riordan und holte sich nicht nur die Rechte an Paolinis "Vermächtnis-Zyklus", sondern verpflichtete Paolini gleich als Co-Autor und Mitschöpfer der Serie.

Erstmals angekündigt wurde die Serienadaption bereits im Sommer 2022, doch erst jetzt – möglicherweise beflügelt vom Zuschauererfolg der "Percy Jackson"-Serie – macht sie konkrete Fortschritte. Todd Harthan ("High Potential") und Todd Helbing ("Superman & Lois") wurden als Co-Showrunner der Serie verpflichtet. Harthan schreibt die Serie gemeinsam mit Paolini und alle drei werden ausführende Produzenten sein. Auch The-Amazing-Spider-Man– und (500)-Days-of-Summer-Regisseur Marc Webb wird die Serie produzieren.

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Quelle: Variety

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