Ben Affleck beschreibt den Justice-League-Dreh als schlimmste Erfahrung seiner Karriere

Ben Affleck in Justice League © 2017 Warner Bros. Pictures

Quelle: The Hollywood Reporter

Es ist kein Geheimnis, dass die Produktion von Justice League ein Desaster vom Anfang bis zum Ende war. Eine ausführliche Doku darüber, was hinter den Kulissen des massiv nachgedrehten Ensemble-Superheldenfilms abgelaufen ist, wäre sicherlich viel interessanter und spannender als der Film selbst, zumindest in Joss Whedons Version. Eines Tages wird die Doku vermutlich kommen, vielleicht sogar ein Spielfilm, denn Hollywood liebt wenig mehr als Geschichten über Hollywood.

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Als Zack Snyder wegen einer privaten Tragödie von der Post-Production zurücktreten musste, war das Warner nur Recht. Die sehr polarisierenden Reaktionen auf Batman v Superman: Dawn of Justice und die Aussicht auf ein mindestens genauso düsteres, bierernstes Epos mit Justice League ließ das Studio um potenziellen Einnahmen bangen, die wegen des düsteren Tons durch die Lappen gehen könnten. Avengers-Regisseur Joss Whedon wurde geholt, um aus Snyders Material einen leichteren, humorvolleren und zugänglichen Film zu machen. Das Ergebnis war weder Fleisch noch Fisch, nicht DCUs schlechtester, aber definitiv uninspiriertester Film. Das war jedoch nichts im Vergleich zum Albtraum der Nachdrehs hinter den Kulissen. Cyborg-Darsteller Ray Fisher hat als erster schwere Vorwürfe unprofessionellen Verhaltens und einer toxischen Set-Atmosphäre gegen Whedon erhoben, die später von Jason Momoa (Aquaman) und Gal Gadot (Wonder Woman) bestätigt wurden.

Batman-Darsteller Ben Affleck hat sich zwar nie direkt zur Arbeit unter Whedon geäußert, doch es ist kein Geheimnis, dass die Produktion des Films und insbesondere die Nachdrehs ihm stark zugesetzt haben. In Vergangenheit verriet er, dass es eine so schlimme Zeit war, dass er einen Alkohlismus-Rückfall erlitten habe. Es war die traumatische Erfahrung von Justice League, die Affleck jegliches Interesse an der geplanten Regie eines Batman-Films oder weiteren Auftritten als Batman geraubt hat. Seiner geistigen Gesundheit zuliebe trat er aus dem DCU zurück.

Die Nachdrehs zu Zack Snyder’s Justice League und sein kommender Auftritt in The Flash halfen Affleck dabei, mit seiner Batman-Zeit versöhnlich abzuschließen. In einem Interview mit The Hollywood Reporter hat er auch verraten, dass er auch auf Batman v Superman: Dawn of Justice stolz ist. Justice League bezeichnet er jedoch als schlimmste Erfahrung seiner gesamten Karriere, spricht aber auch über die erstaunliche Wende, die der Film dank Zack Snyders Version genommen hat: (aus dem Englischen)

Justice League… Man könnte ein ganzes Seminar darüber machen, weshalb man es nicht so machen sollte, wie man es gemacht hat. Angefangen bei der Produktion über schlechte Entscheidungen und eine furchtbare private Tragödie bis hin zu einem absolut monströsen Nachgeschmack, den ich hatte. Das Geniale und der Silberstreifen waren, dass Zack Snyder zu AT&T ging und meinte: "Ich kann euch vier Stunden an Content besorgen." Und das warne im Prinzip all die Slow-Motion-Sachen, die er in Schwarzweiß gedreht hat. Und einen Tag, an dem er und ich gemeinsam gedreht haben. Er meinte: "Willst du vorbeikommen und in meinem Hinterhof drehen?" Ich meinte: "Ich glaube, es gibt Gewerkschaften, Zack. Wir müssen einen Vertrag aufsetzen." Aber ich ging hin und habe es gemacht. Und jetzt ist Zack Snyder’s Justice League mein bestbewerteter Film auf IMDb.

Man kann sagen, was man will, aber es ist der bestbewertete Film meiner Karriere. Ich hatte noch nie einen Film, der vom absoluten Tiefpunkt zum Gipfel aufgestiegen ist. Rückblickend ist es ein Hit. Plötzlich hat man mir zum Flop gratuliert, in dem ich dabei war. Aber ich sollte einen Batman-Film inszenieren und nach Justice League dachte ich: "Ich bin raus. Ich möchte nichts davon jemals wieder machen. Ich bin nicht dazu geeignet." Das war die schlimmste Erfahrung, die ich in einem Geschäft voller beschissener Erfahrungen gemacht habe. Es hat mir das Herz gebrochen. Es gab den Gedanken, dass jemand, also Joss Whedon, dazukommt, nach dem Motto: "Ich werde euch retten und wir drehen 60 Tage lang und ich werde das ganze Ding um das herum schreiben, war wir haben. Ich kenne den Trick." Und es gab keinen Trick. Es war hart. Und ich habe angefangen, zu viel zu trinken. Ich saß in meinem Hotel in London und es war entweder das oder aus dem Fenster springen. Und ich dachte nur: "Das ist nicht das Leben, das ich will. Meine Kinder sind nicht hier. Ich fühle mich elend."

Man will zur Arbeit gehen und etwas finden, was einen aufrichtig interessiert, anstatt einen Gummianzug zu tragen und die meiste Zeit vor einem Greenscreen zu stehen und zu sagen: "Wenn dieser nukleare Abfall nach außen gelangt, dann…" Das ist okay. Ich will nicht herablassend sein oder es runtermachen, aber ich kam an einem Punkt an, an dem es in schöpferischer Hinsicht nicht mehr befriedigend war. Man ist einfach verschwitzt und erschöpft. Und ich dachte: "Ich will in keiner Weise mehr daran teilhaben. Ich will nichts ehr von meiner begrenzten Lebenszeit verschwenden.

Im selben Interview hat Affleck auch klargestellt, dass er auf keinen Fall die Regie eines Films von James Gunns DCU übernehmen wird. Zuvor äußerten Gunn und Peter Safran Interesse, Affleck hinter den Kulissen an Bord zu holen.

Affleck wird ab dem 15. Juni in The Flash ein letztes Mal als Bruce Wayne/Batman zu sehen sein.

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