Avatar: The Way of Water war extrem teuer

© 2022 20th Century Studios

Quellen: Deadline, GQ

Kann ein Film, der mehr als eine Milliarde US-Dollar weltweit einspielt, dennoch als Kassenflop gelten? Selbstverständlich. Auch wenn das für die allermeisten Menschen, die nicht Bezos, Gates oder Musk mit dem Nachnamen heißen, eine unfassbare, fast schon surreale Geldsumme ist und die meisten Studios auch überglücklich wären, wenn ihre Filme diese Marke erreichen würden, ist es letztlich eine schlichte Ausgaben-vs.-Einnahmen-Rechnung und ab einem gewissen Produktionsbudget reicht eine Milliarde einfach nicht annähernd aus, um die Kosten zu decken.

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Natürlich trifft das sogar auf die meisten Blockbuster-Produktionen nicht zu, doch James Cameron ist ganz sicher nicht die Norm. Cameron backt keine kleinen Brötchen. Er kleckert nicht, sondern klotzt. Er möchte das größtmögliche Leinwandspektakel, das selbst die größten Muffel von dem Sofa in die Kinos lockt und das hat er in Vergangenheit immer wieder geschafft. Sowohl Terminator 2 als auch Titanic brachen damalige Budgetrekorde und setzten neue Maßstäbe in puncto Effekte. Die Investitionen haben sich jedoch gelohnt. Terminator 2 wurde zum umsatzstärksten Film seines Jahres und gilt als eine der besten Filmfortsetzungen aller Zeiten. Titanic hielt zwölf Jahre lang die Position als erfolgreichster Film aller Zeiten inne. Erst Camerons Nachfolgewerk Avatar toppte ihn und belegt aktuell mit knapp über $2,9 Milliarden immer noch den Spitzenplatz unter den größten Kinohits weltweit.

Es war wohl zu erwarten, dass Cameron mit der Fortsetzung zu Avatar den ersten Film in jeder Hinsicht toppen würde. Dazu gehört nicht nur die Laufzeit (192 Minuten statt 162 Minuten), sondern auch das gigantische Produktionsbudget des Films. Mit $237 Mio war der erste Avatar seinerzeit der viertteuerste Film, der bis dahin produziert wurde. Als Cameron kürzlich im Interview mit der Zeitschrift GQ gefragt wurde, wie teuer The Way of Water war, antwortete Cameron typisch unverblümt:

Very fucking expensive

Ohne präzise Zahlen zu nennen, erklärte Cameron jedoch, wie viel Avatar: The Way of Water einspielen müsste, um überhaupt erst seine Kosten wieder einzunehmen: (aus dem Englischen)

Es ist das schlechteste Geschäftsszenario der Filmgeschichte. Er müsste der dritt- oder vierterfolgreichste Film aller Zeiten werden. Das ist die Schwelle. Ab dem Punkt sind die Kosten wieder drin.

Der fünfterfolgreichste Film aktuell ist Avengers: Infinity War mit $2,05 Milliarden Einspiel, Platz 4 belegt Star Wars – Das Erwachen der Macht mit $2,07 Milliarden. Avatar: The Way of Water müsste also zwangsläufig mindestens 2 Milliarden US-Dollar einspielen, um überhaupt in den Kinos profitabel zu werden. An dieser Stelle sollte man noch anmerken, dass seit Beginn der Pandemie lediglich drei Filme überhaupt die Milliardenmarke geknackt haben – Spider-Man: No Way Home, Top Gun: Maverick und Jurassic World: Ein neues Zeitalter – und keiner davon $2 Milliarden erreicht hat. Es klingt also fast schon absurd, dass The Way of Water etwas schaffen muss, was bislang nur fünf Filmen gelungen ist, um seine Kosten zu decken. Wie hoch sind denn diese Kosten? Absurd, aber nicht unrealistisch.

Laut Industrie-Portal Deadline soll Avatar: The Way of Water rund $400 Mio ohne Marketingausgaben gekostet haben. Das würde ihn zum teuersten Film aller Zeiten machen, noch vor dem bisherigen Spitzenreiter Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten mit $369 Mio. The Hollywood Reporter ist etwas konsvervativer mit seiner Schätzung von $350-400 Mio. Bedenkt man zudem die massive weltweite Werbekampagne, so haben Fox bzw. Disney bislang vermutlich mehr als eine halbe Milliarde in den Film gesteckt. Da je nach Land nur 40-55% der Kinoeinnahmen an das Studio fließen und aus China sogar nur 25%, kann man nachvollziehen, weshalb es der Film nicht leicht haben wird.

Doch es gibt jeden Grund, optimistisch zu sein. Avatar: The Way of Water ist das ultimative Kino-Highlight und ein Must-See für die meisten Kinogänger im Dezember. Er hat kaum Konkurrenz und wird von der Weihnachtszeit profitieren. Der Vorverkauf läuft auf Hochtouren und in den USA werden rund $150-175 Mio zum Start erwartet, also etwa doppelt so viel wie beim ersten Film, der sich als Langläufer entpuppte. Außerdem erhielt Avatar: Ther Way of Water die begehrte Freigabe für den Kinostart in China, wo der erste Teil auch ein Riesenhit war. Da muss Cameron aufgeatmet haben, denn sein Film wird jeden Cent brauchen und von seinem Erfolg hängt ab, ob der vierte und fünfte Film wirklich produziert werden (der dritte ist bereits im Kasten).

Unten könnt Ihr den neusten deutschen TV-Spot zum Sequel sehen:

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