Apocalypse Now Final Cut

© 1979 United Artists

Quelle: Empire

ANZEIGE

Die komplizierte Produktionsgeschichte des Antikriegsepos Apocalypse Now, die Regisseur Francis Ford Coppola an den Rand des Wahnsinns brachte, ist genau so faszinierend und berüchtigt wie der Film selbst. Sie inspirierte auch die Dokumentation Hearts of Darkness: A Filmmaker’s Apocalypse, co-inszeniert von Coppolas Ehefrau Eleanor Coppola. Mehr als drei Jahre vergingen zwischen dem Beginn der Dreharbeiten auf den Philippinen 1976 und der Weltpremiere der noch unfertigen Arbeitsfassung im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes 1979. Doch die Mühen haben sich gelohnt. Apocalypse Now gewann die Goldene Palme in Cannes, drei Golden Globes, zwei Oscars und zählt heutzutage neben Oliver Stones Platoon und Stanley Kubricks Full Metal Jacket zu den drei wichtigsten Filmen über die Schrecken des Vietnamkriegs.

Die in den Kinos ursprünglich veröffentlichte Filmfassung war 153 Minuten lang, doch Coppola hat deutlich mehr Material auf Film gebannt. Aus diesem wurde 2001 eine 202 Minuten lange Version mit dem Titel Apocalypse Now Redux zusammengestellt. In dieser wurden nicht nur neue Szenen eingefügt, sondern auch diverse Szenen umgeschnitten. Neue Musik wurde geschrieben und aufgenommen, und der oscarprämierte Kameramann Vittorio Storaro war für den neuen Farbabgleich der Fassung verantwortlich. Darüber hinaus macht sein vielen Jahren ein 289 Minuten langer inoffizieller Workprint des Films im Internet seine Runden, der ebenfalls diverse in keiner bisherigen Fassung enthaltene Szenen aufweist.

Doch wie ein Geist aus der Vergangenheit, lässt Apocalypse Now Coppola bis heute nicht los, und auch Redux scheint nicht die von ihm favorisierte Fassung zu sein. Anlässlich des 40. Jubiläums des Films hat sich der legendäre Filmemacher wieder in den Schneideraum gesetzt und eine brandneue Fassung des Films angefertigt. Diese heißt Apocalypse Now: Final Cut, läuft 183 Minuten und wird heute im Rahmen des Tribeca Film Festivals in New York ihre Uraufführung feiern, bevor sie hoffentlich später im Heimkino und vielleicht sogar in ausgewählten Kinos veröffentlicht werden wird.

Apocalypse Now: Final Cut ist ein 4K-Ultra-HD-Remaster auf der Basis des Original-Negativs. Der Film wird in Dolby Vision® präsentiert werden, das die Farben mehr denn je hervorheben soll. So sollen die hellen Farben bis zu 40 mal heller sein als bisher und Schwarztöne bis zu zehnmal dunkler. Außerdem wurde der Ton in Dolby Vision® abgemischt.

Nach der Vorführung wird Coppola gemeinsam mit dem Filmemacher Steven Soderbergh ein Podiumsgespräch über die komplexe Arbeit an dem Final Cut führen und darüber, weshalb sich Coppola 40 Jahre nach dem Originalfilm und 18 Jahre nach Redux dafür entschieden hat.

Allen Cineasten dürfte bei der Aussicht auf die ultimative Fassung dieses Klassikers das Wasser im Munde zusammenlaufen. Hoffentlich dauert es nicht lange, bis man sie hierzulande erwerben kann.