Box-Office USA: Halloween startet phänomenal

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Halloween Box Office
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN

© 2018 Universal Pictures

Quelle: Boxofficemojo

Fünf Jahre lang hielt Gravity den Rekord des umsatzstärksten Startwochenendes im Oktober in Nordamerika. Dieses Jahr haben gleich zwei Filme dessen Startwochenende deutlich übertroffen. Während in Deutschland das Kinogeschäft dieses Jahr wirklich schleppend ist, können sich Kinobetreiber in den USA und in Kanada nicht über leere Säle beklagen. Vergangenes Wochenende nahmen die Top-12-Filme zusammengerechnet $158,8 Mio in den USA und in Kanada ein, 24% mehr als in der Vorwoche und beeindruckende 94% mehr als am gleichen Wochenende vor einem Jahr, als Tyler Perry’s Boo 2! A Madea Halloween die Charts anführte.

Kinogänger haben Michael Myers ganz offensichtlich sehr vermisst. Der erste Halloween-Film seit neun Jahren übertraf am Startwochenende die kühnsten Erwartungen. In 3928 Kinos spielte der Slasher phänomenale $76,2 Mio ein und erzielte einen Schnitt von $19405 pro Kino. Lässt man Inflation außer Acht, hat Halloween in den ersten drei Tagen bereits mehr eingespielt als jeder vorige Halloween-Film während seiner gesamten Laufzeit. Rob Zombies vor elf Jahren veröffentlichtes Remake war bislang der einspielstärkste Teil der Reihe in den USA mit $58,2 Mio, gefolgt von Halloween H20 mit $55 Mio. Sogar inflationsbereinigt haben nur vier der anderen zehn Halloween-Filme insgesamt mehr eingenommen als der neue zum Start. Die inflationsbereinigte Liste führt Carpenters Originalfilm mit $183,6 Mio an und es ist durchaus denkbar, dass der neue Streifen auch diesen hinter sich lassen wird.

David Gordon Greens Halloween, ein direktes Sequel zu John Carpenters erstem Film, der alle Nachfolger ignoriert, verfehlte nur knapp den Oktober-Startrekord, der zwei Wochen zuvor von Venom mit $80,3 Mio aufgestellt worden ist. Dennoch gehört Halloween der erfolgreichste Oktober-Starttag aller Zeiten mit $33,1 Mio. Den Ausschlag für Venoms Triumph gab sein Sonntagseinspiel.

Der gigantische Start von Halloween ist jedoch deutlich beeindruckender. Schließlich kostete der Film lediglich $10 Mio und ist jetzt schon profitabel für das Produktionsstudio Blumhouse. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es der insgesamt 11. Film aus einem 40 Jahre alten Horror-Franchise ist, das in der Zwischenzeit nicht gerade nur Meisterwerke herausgebracht hat. Dass der neue Halloween so unglaublich gut gestartet ist, spricht dafür, dass Michael Myers eine echte kulturelle Ikone geworden ist, aber auch dafür, dass Oktober die beste Zeit ist, um einen Halloween-Film in die Kinos zu bringen. So offensichtlich das auch erscheint, so haben Studios das offenbar lange nicht begriffen. Halloween 5 war der letzte Halloween-Film, der tatsächlich im Oktober angelaufen ist. Die viel beworbene Beteiligung von John Carpenter, die Rückkehr von Jamie Lee Curtis und das 40. Jubiläum des ersten Films taten ihr Übriges.

Halloween gelang darüber hinaus das beste Startwochenende für einen Horrorfilm dieses Jahr, noch vor The Nun ($53,8 Mio) und A Quiet Place ($50,2 Mio) sowie der zweitbeste Start eines Horrorfilms mit R-Rating (nur hinter Es). Die Mundpropaganda ist gerade für einen Horrorfilm wirklich sehr positiv. Die Zuschauerwertung CinemaScore betrug am Startwochenende "B+" (äquivalent einer "2+"). Erwartungsgemäß waren die Zuschauer überwiegend älter (59% über 25). Die besten Tage stehen Halloween noch bevor, da der namensgebende Feiertag erst kommende Woche stattfindet. Bis dahin sollte der Film weiterhin an US-Kinokassen abräumen. Auch wenn er danach abstürzt, wird er insgesamt mindestens $170-190 Mio in die nordamerikanischen Kinokassen spülen. Sogar eine kleine Chance auf $200 Mio hat der Film. Eins ist sicher: wir werden keine weiteren neun Jahren auf einen neuen Halloween-Streifen warten müssen!

Auf Platz 2 hielt sich zum dritten Mal in Folge Bradley Coopers Regiedebüt A Star is Born. Das Musikdrama mit Cooper und Lady Gaga hat weitere $19,1 Mio eingespielt und gab lediglich um 33% gegenüber der Vorwoche nach. Insgesamt hat der Film nach 17 Tagen $126,1 Mio in den USA und in Kanada eingenommen, was für das Genre großartig ist, erst recht mit einem R-Rating.

Mit Bohemian Rhapsody wird der Film in zwei Wochen erste direkte Konkurrenz seit seinem Start bekommen, doch Oscar-Hype wird A Star is Born vermutlich noch bis ins nächste Jahr begleiten und für geringe Rückgänge sorgen. Aktuell sieht es für den Film nach einem Gesamteinspiel in Höhe von $175-185 Mio aus. Jedoch sind auch $200 Mio nicht auszuschließen, falls der Film bei den Oscars wirklich punkten kann. Für Bradley Cooper ist A Star is Born bereits der neunte Film mit mehr als $100 Mio Einspiel in Nordamerika (von den Marvel-Filmen, in denen er Rocket Raccoon spricht, mal abgesehen).

Auf Platz 3 sank der Sieger der letzten zwei Wochen, Venom. Die Comicverfilmung nahm $18 Mio von Freitag bis Sonntag ein und baute 48,5% gegenüber dem vorigen Wochenende ab. Nach 17 Tagen steht der Film bei $171,1 Mio in Nordamerika und steuert zielsicher auf die $200-Mio-Marke zu. Insbesondere angesichts der zum Teil vernichtenden Kritiken ist die Box-Office-Performance des Films bemerkenswert. Weltweit hat die $100-Mio-Produktion bereits etwa $460 Mio eingenommen und wird sehr bald die halbe Milliarde knacken. In Nordamerika kommt erst mit Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen echte Blockbuster-Konkurrenz auf ihn zu, sodass Venom insgesamt $205-210 Mio einnehmen dürfte, bevor er die Kinos verlässt.

Auf Seite 2 verraten wir Euch unter anderem, wie potenzielle Oscarkandidaten The Hate U Give und Aufbruch zum Mond laufen.