Box-Office USA – 2 Guns gewinnt ein schwaches Wochenende

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Box-Office USA - 2.-4.08.2013 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Boxofficemojo

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und das macht sich auch an den US-Kinokassen bemerkbar. Zum vierten Mal in Folge hat die Top 12 der nordamerikanischen Kinocharts schlechtere Zahlen geschrieben als in der Vorwoche. Nach einem weiteren Rückgang von 22%, fiel die Gesamtsumme der erfolgreichsten zwölf Filme am Wochenende auf $123,3 Mio. Das war das erste Mal seit dem letzten Wochenende im April, dass die Top 12 weniger als $150 Mio erwirtschaften konnte. Außerdem wurde die Chartspitze zum ersten Mal seit eben diesem finalen April-Wochenende von einem Film belegt, der weniger als $30 Mio am Wochenende einspielen konnte. Ironischerweise spielt Mark Wahlberg sowohl in diesem Film die Hauptrolle als auch in der letzten Nummer 1 mit weniger als $30 Mio (Pain and Gain). Doch nicht alles ist negativ. Trotz des starken Abstiegs lagen die Zahlen immer noch 8,3% über dem selben Wochenende im Vorjahr als The Dark Knight Rises zum dritten Mal den Thron für sich beanspruchte. Daher konnte sich die Abstand zwischen dem Gesamt-Box-Office von 2013 und dem von 2012 nun auf nur noch mickrige 0,6% verringern und bald sollte 2013 vorne liegen. Das ist besonder bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass letztes Jahr zu diesem Zeitpunt bereits zwei $400-Mio-Hits hatte (und ein dritter war auf dem Weg dorthin), während wir dieses Jahr mit Iron Man 3 nur einen haben. Da uns noch ein starker Herbst bevorsteht, sieht es ganz danach aus, als würde 2013 zu einem neuen Rekord-Jahr am US-Box-Office werden.

Die unspektakuläre Nummer 1 am Wochenende war 2 Guns, eine Action-Komödie mit Denzel Washington und Mark Wahlberg, die mit $27,1 Mio am Wochenende einen Schnitt von $8945/Kino in 3025 Kinos hinlegte. Auf den ersten Blick sieht es nach einem grundsoliden Startwochenende aus. Schließlich ist es der 12. Film mit dem (nicht-jugendfreien) R-Rating, der dieses Jahr mit mehr als $20 Mio eröffnen konnte (letztes Jahr gab es zu diesem Zeitpunkt nur 11) und auch für den Star Denzel Washington ist es der fünftbeste Start seiner Karriere (noch vor Flight und knapp hinter Inside Man). Bei einem Budget von $21 Mio sollte der Film von Universal auch soliden Profit für das Studio einfahren. Dennoch fällt es schwer, diesen Start als besonders gut zu bewerten. Man könnte ihn gar als leicht enttäuschend einstufen, wenn man sich alle Fakten genau anschaut. Zunächst ist Denzel Washington der wohl konsistenteste und zuverlässigste Kassenmagnet in den USA schlechthin. Zwar hat er nie riesige Blockbuster-Erfolge, doch auch Flops sind ihm meistens fremd. 2 Guns ist sein zwölfter Film, der auf Anhieb auf Platz 1 gelandet ist und sein 14. Streifen, der mit mehr als $20 Mio aus den Startlöchern kam. Seit 2000 haben nur zwei von seinen 16 breit gestarteten Filmen die $20-Mio-Marke zum Start verfehlt. Seine letzten fünf Filme sind im Schnitt mit $28,8 Mio angelaufen und brachten es insgesamt im Schnitt auf $91,8 Mio. Allein letztes Jahr feierte er zwei Erfolge mit Safe House ($126,4 Mio) und Flight ($93,8 Mio), wobei er für den letzteren auch eine Oscarnomonierung ergatterte.

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Wäre er der einzige Star von 2 Guns, dann wäre das Startwochenende noch soldie gewesen, doch er bekam Mark Wahlberg an die Seite bestellt, der zumindest vor diesem Jahr ebenfalls diverse große Hits feiern konnte, wie The Fighter, Ted und Contraband. Zum letzten Mal wurde Washington mit einem jüngeren Star in Safe House gepaart und der kam letztes Jahr auf mehr als $40 Mio in den ersten drei Tagen. Da Mark Wahlberg eigentlich größere Starpower als Ryan Reynolds (Washingtons Co-Star in Safe House) besitzt, gab es an sich kaum einen Grund, wieso 2 Guns deutlich schlechter als Safe House hätte starten sollen. Doch so kam es und es scheint als hätte Wahlberg dieses Jahr einen Teil seiner Zugrakft eingebüßt. Bereits Broken City ($19,7 Mio) mit ihm hat bitter enttäuscht und obwohl Pain and Gain ($549,8 Mio) kommerziell ein Hit war, blieb er ebenfalls hinter den Erwartungen. Es scheint als hätte Wahlbergs Präsenz gar nichts zu 2 Guns beigetragen, denn auch nur mit Washington wäre er vermutlich nicht sonderlich schwächer gestartet. 2 Guns kam bei den Zuschauern ordentlich, aber nicht überragend, an. Diese vergaben ihm im Duchschnitt einen "B+"-CinemaScore (äquivalent einer "2+"). Die Kinogänger waren überwiegend älter (77% waren 25 oder älter) und überraschenderweise ergab sich eine fast ausgeglichene Geschlechterverteilung (51% weiblich). Das lag wohl an den beiden Stars des Films. Über besonders gute Mundpropganda wird sich der Film wohl nicht freuen. Es sieht nach einer durchschnittlichen Laufzeit aus, mit einem Endergebnis im Bereich von $75-85 Mio, was unter Umständen nicht einmal für die Top 10 der erfolgreichsten Denzel-Washington-Filme ausreichen würde. Da hätte man auf mehr hoffen können.

Platz 2 ging an Wolverine – Weg des Kriegers, der erwartungsgemäß in der zweiten Woche um 59,9% nachgab und auf $21,3 Mio kam. Da die X-Men-Filme meistens sehr frontlastig sind, liegt dieser Drop völlig im Rahmen des Erwarteten. X-Men Origins: Wolverine fiel mit 69% deutlich stärker ab an seinem zweiten Wochenende und auch X-Men – Der letzte Widerstand gab um 66,9% nach. Dafür konnte sich X-Men – Erste Entscheidung mit einem Rückgang von 56,2% vor zwei Jahren etwas besser halten. Alles in allem bedeutet dieser Rückgang für Wolverine ordentliche, wenn auch nicht phänomenale Mundpropaganda. Er wird von den Zuschauer nicht so abgelehnt wie sein Vorgänger, X-Men Origins: Wolverine. Was ihm zudem noch geholfen hat, ist ein Mangel an jugendfreier Blockbuster-Konkurrenz. Dies wird sich auch kommendes Wochenende nicht ändern, denn mit Elysium startet ein Sci-Fi-Blockbuster mit einem R-Rating. Nach zehn Tagen liegt Wolverine – Weg des Kriegers bei $94,6 Mio und damit etwa $3,5 Mio hinter Erste Entscheidung und $34,5 Mio hinter X-Men Origins im selben Zeitraum. Wirklich viel aufholen wird Wolverine nicht, denn bald ist es vorbei mit dem Sommer und somit auch mit starken Zahlen unter der Woche. Es sieht nach einem Ergebnis von $135-140 Mio aus, was angesichts des 3D-Bonus (als erster X-Men-Film überhaupt!) etwas enttäuschend ist. Andererseits hätten nach der schlechten Resonanz gegenüber dem letzten Solo-Auftritt von Wolverine die Dinge noch schlechter kommen können. Immerhin wird der Film besser abschneiden als die Blockbuster-Flops dieses Sommers wie Pacific Rim, White House Down und Lone Ranger.

Die Schlümpfe 2 war die große Enttäuschung vom Wochenende. Das familienorientierte Sequel brachte am regulären Wochenende knapp $17,5 Mio in die Kinokassen und erreichte von 3866 Locations einen schwächlichen Schnitt von $4539 pro Kino. Einschließlich des Vorstarts am Mittwoch liegt das Sequel bei $27,1 Mio nach fünf Tagen – immer noch knapp $8,5 Mio weniger als das, was Die Schlümpfe vor zwei Jahren alleine am drei-Tages-Wochenende eingenommen hat. Damit reiht sich Die Schlümpfe 2 in eine Liste von Sequels zu Familienfilmen ein, die deutlich schlechter als die Vorgänger abgeschnitten haben. Dazu gehören Stuart Little 2, Scooby Doo 2 und Garfield 2, die allesamt nur zwischen 39% und 55% von dem eingespielt haben, was ihre Vorgänger jeweils erwirtschaftet hatten. Lediglich Alvin und die Chipmunks 2 ist dabei eine große Ausnahme, denn der Film konnte sich gegenüber Teil1  sogar deutlich verbessern. Wie man aber weiß, bestätigen gerade die Ausnahmen auch die Regel. Ein wichtiger Grund, warum Die Schlümpfe 2 so sehr auf die Nase fiel, liegt aber nicht darin, dass es ein Sequel (mit furchtbaren Kritiken) ist, sondern vor allem darin, dass das Familienpublikum in den letzten Wochen einfach zu gut bedient wurde. Es ist der vierte Familienfilm, der innerhalb von sieben Wochen gestartet ist. Während die ersten beiden (Die Monster Uni und Ich – Einfach unverbesserlich 2) noch grandiose Zahlen schrieben und insgesamt auf mehr als $600 Mio kommen werden, zeigten sich bereits bei DreamWorks' Turbo vor drei Wochen die ersten Ermüdungserscheinungen. Das Publikum sehnte sich nicht nach noch mehr Filmen für Familien und Kinder. Dass Familien aber auch dass einzige Publikum für Die Schlümpfe 2 ist, zeigt sich an einem Familienanteil von 80% am Startwochende des Films. Da wird auch die "A-"-CinemaScore-Wertung (äquivalent einer "1-") nicht helfen. Bereits in den Startlöchern steht Disneys Planes, der ebenfalls direkte Konkurrenz darstellen wird. Mit etwas Glück wird Die Schlümpfe 2 $65-70 Mio erreichen und damit nicht einmal die Hälfte des Einspiels von Teil 1 ($142,6 Mio). Was das für den bereits angekündigten Die Schlümpfe 3 bedeutet, ist noch nicht abzusehen.

Conjuring – Die Heimsuchung bewies am Wochenende erneut, dass wir es hier mit einem unglaublichen Horror-Phänomen haben, das seit dem Release von Ring vor 11 Jahres seinesgleichen sucht. Nach einem Rückgang von 41,3% auf $13 Mio, gab sich der Film an seinem dritten Wochenende mit Platz 4 der Charts zufrieden. Zugleich erreichte er aber nach 17 Tagen in den Kinos schon $108 Mio und überholte damit den ersten Paranormal Activity. Das macht Conjuring zum erfolgreichsten Horrorfilm mit einem R-Rating seit Blair Witch Project ($140,5 Mio) und auch diesen wird der Streifen bald hinter sich lassen. Es sieht danach aus, als würde Conjuring – Die Heimsuchung zum erfolgreichsten Horrorfilm an den US-Kinos seit Schatten der Wahrheit vor 13 Jahren werden. Mit ein wenig Glück wird er sich der $150-Mio-Marke nähern und sogar große Sommerblockbuster wie Wolverine, Hangover 3 und Pacific Rim hinter sich lassen.

Platz 5 gehörte am Wochenende Ich – Einfach unverbesserlich 2, der in der fünften Woche weitere $10,1 Mio (-38,3%) einnahm und sein Gesamtergebnis auf tolle $326,4 Mio brachte. Ds Animationssequel ist auf Rang 29 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten in den USA aufgestiegen und nur vier andere Animationsfilme haben in Vergangenheit noch besser abgeschnitten. Es sieht danach aus als würde der Film sich gegenüber seinem Vorgänger insgesamt um mehr als $100 Mio (und damit mehr als 40%) verbessern. Letztes Mal hat man eine solche Verbesserung bei Animationssequels bei Toy Story 3 beobachtet, zuvor bei Shrek 2. Ich – Einfach unverbesserlich 2 kann jedenfalls mit etwa $360-365 Mio rechnen – genug für einen Platz in der All-Time Top 25.

Kindsköpfe 2 legte überraschenderweise den besten Rückgang in der gesamten Top 10 hin und verlor lediglich 31,5% und einen Platz. Er landete mit $7,9 Mio auf #6 und hievte sein Gesamteinspielergebnis auf $116,2 Mio nach 24 Tagen. Er liegt damit knapp $13 Mio hinter Teil 1 im selben Zeitraum, doch zugleich lief der Film deutlich besser als viele bei dem Sequel vermutetet hätten. Der erste Film war im Sommer 2010 ein kleines Phänomen, doch es erschien nicht als sehr wahrscheinlich, dass der Erfolg sich wiederholen würde. Auch wenn Kindsköpfe 2 aber nicht gerade die Zahlen des Originals erreichen wird, wird das erste Sequel mit Adam Sandler auf mindestens $142 Mio kommen und damit nur knapp $20 Mio hinter dem ersten Teil landen.

RED 2 belegte in der dritten Woche Rang , brachte es auf $5,6 Mio (-40,5%) und steht bei $45 Mio nach 17 Tagen. Das ist etwa $14 Mio weniger als Teil 1 im selben Zeitraum. RED 2 wird insgesamt knapp $60 Mio erreichen, was zwar deutlich hinter Teil 1 liegt, dennoch aber kein Desaster bedeutet.

Abgerundet wurde die Top 10 durch Pacific Rim, der mit $4,5 Mio am Wochenende (-41,7%) sein Gesamteinspiel auf $92,9 Mio brachte und sich damit ein finales Ergebnis oberhabl von $100 Mio so gut wie sicherte. Er könnte es sogar mit etwas Glück auf $105 Mio bringen. Schön und gut, doch bei einem $190-Mio-Budget müssen da schon die Übersee-Märkte hinhalten, damit der Film sich halbwegs in die schwarzen Zahlen retten kann.

Der Indie-Hit The Way, Way Back bekam 115 neue Kinos spendiert und spielte letztes Wochenende zum ersten Mal in mehr als 1000 Kinos. Das führte zu einem milden Rückgang von 20,8% und einem Wochenendeinspiel von $2,7 Mio. Damit verteidigte der Film seinen 11. Platz in den Charts. Sollte noch eine weitere Expansion folgen, so traue ich dem Film ein Endergebnis von mindestens $25 Mio zu.

Nach drei Wochen in den Kinos erreichte R.I.P.D. endlich die $30 Mio-Marke. Bei einem Budget von $130 Mio bleibt es weiterhin der größte Flop des Sommers und wird nur mit knapper Not $35 Mio erreichen. Sehr beeindruckende Zahlen schrieb hingegen Woody Allens Blue Jasmine, der nach einem spekakulreän Start in sechs Kinos letzte Woche, auf 50 Kinos zulegte und in diesen knapp $1,85 Mio einspielte – genug für einen Schnitt von $37,174 pro Location. Verglichen dazu – Midnight in Paris spielte an seinem zweiten Wochenende $1,93 Mio von 58 Kinos ein. Es sieht ganz danach aus als würde Allens neuster Streich mit mindestens $30 Mio seine Laufzeit beenden. Eine neue Bestmarke erreichte World War Z, der an seinem 7. Wochenende $195 Mio erreicht hat und dem jetzt knapp $4,1 Mio bis $200 Mio fehlen. Mit einem solchen beeindruckenden Ergebnis hat bei der problematischen Produktion kaum jemand im Vorfeld gerechnet.

Schließlich startete eine weitere Oscar-Hoffnung in vier Kinos. The Spectacular Now ereichte in diesen knapp $197,000 und einen Schnitt von $49,354 pro Lichtspielhaus.

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