Box-Office Deutschland – Wolf erreicht 1 Mio Zuschauer

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Box-Office Deutschland - 23.-26.01.2014 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Insidekino

Das Auf-und-Ab an den deutschen Kinocharts geht weiter. Nachdem vorletztes Wochenende drei superstarke Neustarts wieder Massen in die deutschen Kinos lockten, folgte dem Hoch wieder ein Tief. Wie bereits vor zwei Wochen schaffte letztes Wochenende erneut keiner der  Neustarts den Sprung in die Top 10. Alle drei breit gestarteten Newcomer enttäuschten bis zu einem gewissen Grad am Startwochenende und so blieb die Top 5 nahezu unverändert. Es waren auch nur die Filme in der Top 5, die letztes Wochenende sechsstellige Besucherzahlen schrieben und dafür sorgten, dass die Top 10 auf eine Gesamtbesucherzahl von 1,456,000 kam. Für ein Januar-Wochenende abseits der Ferien ist es natürlich eine hohe Zahl. Jedoch lag sie trotzdem 19% unter der Vorwoche und 10% unter der Top-10-Besucherzahl vom gleichen Wochenende 2012.

The Wolf of Wall Street verteidigte mühelos seine Herrschaft über die deutschen Kinocharts mit einem Rückgang von lediglich 19% auf 417,000 Besucher und knackte als erste 2014-Veröffentlichung (und als erster FSK16-Film seit World War Z)  die 1-Mio-Zuschauermarke. Der niedrige Drop ist mit dem Rückgang von Django Unchained (-12%) an seinem zweiten Wochenende letzten Januar zu vergleichen. Beide sind ab 16 Jahren freigegebenen Oscarkandidaten von berühmten Regisseuren mit Überlänge und Leonardo DiCaprio. Allerdings war Django Unchained als Western deutlich massentauglicher als The Wolf of Wall Street, sodass sich Scorseses Filme keine Hoffnungen auf 4 Mio Besucher machen darf. Doch bereits die 1,1 Mio Besucher, die der Film nach 11 Tagen in den Kinos erreicht hat, machen The Wolf of Wall Street zum fünfterfolgreichsten Film aller Zeiten für Scorsese in Deutschland. Die Besucherzahlen von Aviator, Gangs of New York und Casino hat er sich gelassen. Spätestens nach seinem dritten Wochenende sollte er bereits Scorseses besucherstärkster Film hierzulande sein, denn noch keiner seiner Werke erreichte 1,5 Mio Zuschauer (Shutter Island verfehlte die Marke nur knapp als sein bislang größter Hit). Für Leonardo DiCaprio bedeutet der Film seinen 11. Millionenhit in Deutschland und seinen fünften seit 2010. Offensichtlich befindet sich der vierfach oscarnominierte Mime aktuell auf dem Höhepunkt seiner Zugkraft.

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The Wolf of Wall Street steht weiterhin eine lange Laufzeit bevor und angesichts der schwachen Konkurrenz wird er problemlos mindestens ein weiteres Wochenende an der Spitze der deutschen Kinocharts verbringen. Da die Oscarverleihung erst Anfang März stattfindet, wird The Wolf of Wall Street den ganzen Februar lang noch vom Oscar-Hype profitieren und  damit sowohl Mainstream-Kinogänger als auch Arthouse-Fans in die Kinos locken. Eine Gesamtbesucherzahl von mindestens 2 Mio ist beschlossene Sache und es besteht sogar eine Chance auf 2,5 Mio, was ihn zum fünfterfolgreichsten Film von DiCaprio machen würde (nach Titanic, Django Unchained, Catch Me If You Can und Inception).

In Ermangelung direkter Familienkonkurrenz baute das deutsche Kinderfilm-Sequel Fünf Freunde 3 lediglich 14% von seinem Startwochenende ab und stieg um einen Platz auf Rang 2 hinauf. Dabei lockte der Film weitere 194,000 Zuschauer in die deutschen Kinos und brachte seine Gesamtbesucherzahl auf starke 447,000. Es war mit Abstand das beste dritte Wochenendergebnis, das einem Film aus der Fünf-Freunde-Reihe gelungen ist und nach aktuelles Gesamtbesucherzahl liegt Fünf Freunde 3 etwa 13% vor Teil 2 und 31% vor Teil 1. Mindestens ein weiteres Wochenende lang wird er komplett von familientauglicher Konkurrenz verschont bleiben und auch Free Birds sollte am 6. Februar keine allzu große Gefahr darstellen. Mittlerweile ist es so gut wie sicher, dass Fünf Freunde 3, wie bereits seine beiden Vorgänger, die 1-Mio-Besuchermarke erreichen wird. Das ist wieder ein starker Auftakt für den deutschen Film 2014!

Der Medicus fiel in der fünften Woche m einen Platz auf #3 und verlor dabei 29% seiner Besucher von der Vorwoche. Zusätzliche 192,000 Kinogänger brachten die vorläufige Gesamtbesucherzahl der Bestsellerverfilmung in Deutschland auf etwa 2,95 Mio. Damit liegt er nur noch knapp vor der Goldenen Leinwand und belegt Rang 8 unter den besucherstärksten Filmen von 2013. Dank Fack Ju Göhte! und Der Medicus ist 2013 das erste Jahr seit 2009, in dem zwei deutsche (Ko)Produktionen mehr als 3 Mio Besucher in die deutschen Kinos locken konnten. Der Medicus profitiert momentan ebenfalls von relativ schwacher Konkurrenz fürs ältere Publikum und sollte in den Februar hinein gut laufen. Außerdem erwarte ich gute Zahlen von den unvermeidlichen Open-Air-Vorstellungen im Sommer, bei denen solche Filme besonders gut laufen. Ein Gesamtergebnis von 3,5 Mio Besuchern ist so gut wie sicher.

Nicht mein Tag hielt sich mit 134,000 Besuchern (-27%) auf Rang 4 und brachte seine Gesamtbesucherzahl auf ordentliche 380,000 nach 11 Tagen. Ein Millionenhit wird’s nicht werden für Moritz Bleibtreu, doch immerhin sieht es nach mindestens 700,000 Zuschauern aus – das wäre bereits der erfolgreichste Film in der Karriere des Regisseurs Peter Thorwarth.

Der Dauerbrenner Fack Ju Göhte! klammerte sich am 5. Platz der Kinocharts fest und erreichte in seiner 12. (!) Woche 124,000 Zuschauer – nur 23% weniger als in der Vorwoche. Mit ein wenig Glück wird der Film auch sein 13. Wochenende in der Top 5 verbringen können. Das gelang zuletzt Ziemlich beste Freunde. Mit fast 6,6 Mio Besuchern steig er auf Platz 6 der besucherstärksten Filme in Deutschland seit 1968 auf und zog dabei an Good Bye, Lenin! und Der bewegte Mann vorbei. Als nächstes wird der Überflieger auch 7 Zwerge – Männer allein im Wald hinter sich lassen und die Top 5 knacken. Spätestens Ende Februar wird der Film dann auch die 7-Mio-Marke überqueren. Wie bei Der Medicus sollten im Sommer durch Open-Air-Vorstellungen noch einige Besucher hinzukommen, sodass er bei mindestens 7,2 Mio landen wird. Darüber hinaus liegt Fack Ju Göhte! mit €49,4 Mio auf Rang 22 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten in Deutschland.

Der erfolgreichste Newcomer war am Wochenende I, Frankenstein, der mit 88,000 Besuchern auf Platz 6 in die Charts eingestiegen ist und von 361 Kinos einen Schnitt von 245 Besuchern pro Location erreichte. Das wiederum war der schwächste Besucherschnitt unter allen breiten Neustarts letztes Wochenende. Das Startwochenende lag deutlich unter dem der vergleichbaren Underworld-Filme, und das trotz (oder vielleicht gerade wegen) der sehr milden FSK12-Altersfreigabe für I, Frankenstein. Von guter Mundpropaganda kann hier keine Rede sein, sodass der Film mit maximal 200,000 Besuchern aus den Kinos verschwinden wird.

Wie Fünf Freunde 3 profitierte auch Die Eiskönigin – Völlig unverfroren von dem Mangel an direkter Konkurrenz und gab nur um 25% nach. Das reichte für 81,000 Besucher am 9. Wochenende des Animationshits und Platz 7 der deutschen Kinocharts. Insgesamt hat der Streifen bereits 4,31 Mio Zuschauer in die deutschen Kinos gelockt. Für 5 Mio Besucher wird es nicht ganz reichen. Damit ist Die Eiskönigin bislang der einzige CG-Animationsfilm, der in Deutschland zwar mehr als 4 Mio, aber weniger als 5 Mio Besucher erreichen konnte. Aus irgendeinem Grund landete bisher kein computeranimierter Film bislang in diesem Bereich. Die Eiskönigin wird die Kinos mit etwa 4,6 Mio Zuschauern in der Tasche verlassen.

Der Hobbit – Smaugs Einöde erlitt wieder einen harten Rückschlag und musste den schlechtesten Rückgang in der gesamten Top 10 einstecken. Um 43% gab das Fantasy-Sequel nach und fiel mit 78,000 neuen Zuschauern um zwei Plätze auf Rang 6. Insgesamt hat der Film bis dato etwa 5,832,000 Besucher in Deutschland erreicht und wird die Gesamtbesucherzahl seines Vorgängers um mehr als eine halbe Million verfehlen. Momentan sehe ich maximal knapp mehr als 6 Mio Zuschauer und auch das wird noch ein Weilchen dauern. Deutlich positiver ist allerdings das Einspiel des Films. Dank 3D-Zuschlag, Überlänge und mancherorts auch HFR-Zuschlag kosteten die Kinotickets zu Der Hobbit – Smaugs Einöde bisher im Schnitt etwa €10,70, sodass er momentan mit stolzen €62,5 Mio Platz 12 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten in Deutschland belegt. Es fehlen ihm knapp €2,6 Mio, um in die Top 10 aufzusteigen, wo sich bereits vier weitere Mittelerde-Filme befinden (mit jeweils €68,7-82,3 Mio).

Der größte Gewinner war am Wochenende 12 Years a Slave, der zusätzliche 53 Kinos spendiert bekam und seine Besucherzahl um 9% gegenüber seinem Startwochenende erhöhte. Etwa 75,000 Zuschauer reichten, um in der zweiten Woche Platz 9 der Charts zu verteidigen und erneut problemlos die Spitze der Arthouse-Charts zu belegen. Mit 522 Besuchern pro Kino hatte er auch den zweitbesten Besucherschnitt am Wochenende (nach The Wolf of Wall Street). Das deutet auf eine sehr lange Laufzeit hin, insbesondere wenn der Film, wie erwartet, bei den Oscars gut abräumen kann. Bis dato hat der Streifen etwa 179,000 Besucher in Deutschland für sich begeistert und wird mit Sicherheit mindestens eine halbe Million erreichen. Falls er bei den Oscars den Hauptpreis "Bester Film" gewinnt, könnte es auch deutlich mehr werden. Der Film hat alle Voraussetzungen für einen Dauerbrenner.

Der neue Jason-Statham-Kracher Homefront war mit 71,000 Besuchern von 238 Lichtspielhäusern das Schlusslicht der Top 10 (samt Sneaks und Previews steht er bei 90,000 Zuschauern) und startete deutlich schlechter als Stathams letzter Kinofilm, Parker. Immerhin lief Homefront besser an als Safe und sollte mit etwas Glück bei insgesamt knapp mehr als 200,000 Zuschauern landen.

Auf Rang 11 landete die Schwedenkrimi-Verfilmung Erbarmen. Mit 46,000 Besuchern von 159 Kinos erreichte der Film einen soliden Schnitt von 291 Zuschauern pro Kino. Dank starken Sneaks steht der Streifen bei 73,000 Besuchern und hat bei guter Mundpropaganda durchaus Chancen auf eine Viertelmillion Besucher.

Derweil erreichte der Arthouse-Überraschungserfolg aus Frankreich Paulette nach mittlerweile sechs Monaten in den Kinos starke 550,000 Besucher. Respekt!

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