Zack Snyder: "300 ist der schwulste Film aller Zeiten."

Was ist der "schwulste" Film aller Zeiten? Ist es vielleicht Brokeback Mountain oder Call Me by Your Name? Oder vielleicht doch Top Gun, wenn man nach Quentin Tarantino geht? Zack Snyder hat nun einen ganz anderen Titel in die Diskussion gebracht, der viele seiner Fans möglicherweise überraschen dürfte. Laut Snyder, der beim Toronto International Film Festival seinen brandneuen Film The Last Photograph vorstellte, ist sein Spartaner-Epos 300 so schwul, dass er sogar Heteros zur Homosexualität bekehren könnte.

Erst einmal ein wenig Kontext. Nach seinem Regiedebüt mit Dawn of the Dead feierte Snyder seinen Durchbruch mit der stylischen, wenn auch umstrittenen Frank-Miller-Adaption 300, die zu einem weltweiten Riesenhit wurde und Snyder eine Zeit lang zu Warners Goldjungen machte. Für das Studio inszenierte er die Comicadaptionen Watchmen, Man of Steel, Batman v Superman: Dawn of Justice und Justice League, bis das Studio von seiner speziellen Machart genug hatte.

Nach dem Bombast seiner DC-Verfilmungen und des Rebel-Moon-Zweiteilers kehrte Snyder mit The Last Photograph zu den Basics des Filmemachens zurück: kleines Budget, keine Stars und auch keine Zeitlupen-Action. Für Begeisterungsstürme konnte das Kriegsdrama dennoch nicht sorgen, und die Kritik ließ kein gutes Haar an dem Film. Snyder selbst lassen die Reaktionen kalt und er attribuiert sie nicht auf die eigentliche Qualität des Films, sondern auf die Klickbarkeit der Schlagzeilen. In einem Interview mit dem Branchenblatt Variety führte er dazu aus: (aus dem Englischen)

Es ist viel klickbarer zu schreiben: "Ich hasse Zack Snyder! Er ist ein Faschist!" als zu schreiben: "Ich habe den Film gesehen und er war cool." Das interessiert niemanden. Und natürlich bin ich kein Faschist.

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Snyder ist vermutlich der polarisierendste Mainstream-Filmemacher seiner Generation, der einerseits eine Schar glühender Anhänger hinter sich hat, die immerhin die Fertigstellung seiner Vision von Justice League erwirkte, andererseits aber auch viele Gegner, die in Snyder einen Zeitlupen-Fetischisten mit wenig Substanz. Laut Snyder war das auch vor fast 20 Jahren nicht anders, als 300 ähnlich gespaltene Reaktionen hervorrief:

Die entscheidende Frage (bei einer Pressekonferenz) war, als einer der Journalisten fragte: "Bist du pro-schwul oder pro-NRA? Was bist du?" Und ich antwortete: "Ich werde ehrlich sein: Ich bin ein bisschen von beidem."

Schließlich kam Snyder dann zu einem überraschenden Schluss:

Und natürlich bin ich für Schwule. Ich habe den schwulsten Film aller Zeiten gedreht. 300 ist einer der schwulsten Filme, die je gedreht wurden. Ich sage immer: "Es gibt nur wenige Filme, in die Leute als Heteros reingehen und als Schwule wieder rauskommen, und 300 ist einer davon."

Das dürfte eine überraschende Aussage für viele Männer sein, die 300 als testosteronschwangere Actiongranate lieben. Doch liegt er mit der Einschätzung wirklich daneben? Es ist schließlich erwiesen, dass homosexuelle Beziehungen ein normaler und akzeptierter Bestandteil der griechischen Kultur waren und gerade im militärischen Bereich verbreitet waren.

Quelle: Variety

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