Chuck Russell, Regisseur der Horrorfilme Nightmare III – Freddy Krueger lebt (OT: A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors) und Der Blob (OT: The Blob), ist am Mittwoch, den 22. Juli, unerwartet in seinem Zuhause in San Diego, Kalifornien, gestorben. Er wurde 74 Jahre alt. Die offizielle Todesursache ist derzeit nicht bekannt.
Russells Filmkarriere begann in den späten Siebzigern als Produktionsmanager und Regieassistent. Bei den Dreharbeiten zum Slasher Hell Night, bei dem er als ausführender Produzent fungierte, lernte er Frank Darabont kennen, mit dem er mehrfach zusammenarbeitete. Darabont war Co-Autor der ersten beiden Regiearbeiten Russells. Sein Regiedebüt feierte er 1987 mit Nightmare III. Zu diesem Zeitpunkt war Produktionsfirma New Line nach der Enttäuschung über den zweiten Film unsicher, wie die Zukunft von Freddy Krueger aussehen sollte. Russell überzeugte das Studio, den Fokus des dritten Films zu erweitern und ihn effektreicher zu gestalten. Der Film wurde zum bis dahin kommerziell erfolgreichsten Teil der Reihe und gilt für viele Nightmare-on-Elm-Street-Fans bis heute als die beste Fortsetzung des Franchises.
Russells zweiter Film als Regisseur, Der Blob, war ein Remake des gleichnamigen Science-Fiction-Films von 1958. An den Kinokassen floppte Der Blob, erlangte jedoch später Kultstatus.
Nach einer sechsjährigen Schaffenspause kehrte Russell 1994 mit dem größten Hit seiner Karriere zurück: Die Comicverfilmung Die Maske (OT: The Mask) spielte weltweit mehr als 350 Millionen US-Dollar ein und wurde für ihre Spezialeffekte für einen Oscar nominiert. Zusammen mit Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv, der im selben Jahr erschien, machte Die Maske Hauptdarsteller Jim Carrey zu einem der erfolgreichsten Comedy-Stars der Neunziger und wurde zugleich zum Sprungbrett für die Karriere von Cameron Diaz. Auch Russells nächster Film, der Actioner Eraser mit Arnold Schwarzenegger, war ein großer kommerzieller Erfolg. Mit seinem darauffolgenden Film Die Prophezeiung (OT: Bless the Child) kehrte Russell zum Horrorgenre zurück. Der Streifen floppte jedoch an den Kinokassen und wurde von der Kritik verrissen. Als Nächstes inszenierte Russell das Fantasy-Abenteuer The Scorpion King mit Dwayne „The Rock“ Johnson in dessen allererster Hauptrolle. Johnson verkörperte darin die Figur, die er zuvor bereits in Die Mumie kehrt zurück gespielt hatte.
Danach legte Russell eine 14-jährige Schaffenspause ein, in der er lediglich eine Folge der Science-Fiction-Serie "Fringe" inszenierte. Außerdem fungierte er als ausführender Produzent des gefeierten Actionthrillers Collateral, den er ursprünglich auch selbst inszenieren sollte, bevor Michael Mann stattdessen die Regie übernahm.
Russell kehrte 2016 für den direkt fürs Heimkino produzierten Actionthriller Rage – Tage der Vergeltung (OT: I Am Wrath) mit John Travolta auf den Regiestuhl zurück. Mit Travolta arbeitete er auch sechs Jahre später an Paradise City: Endstation Rache zusammen, der Travolta erstmals seit Pulp Fiction wieder mit Bruce Willis vereinte. In der Zwischenzeit inszenierte Russell mit Junglee außerdem seinen ersten und einzigen Bollywood-Film.
Russells Karriere endete, wie sie begonnen hatte: mit einem Horrorfilm. Er drehte das Remake des Achtziger-Horrorfilms Witchboard, bei dem er erstmals in seiner Karriere gleichzeitig als Regisseur, Autor und Produzent fungierte. Der Film erschien 2024.
Kurz vor seinem Tod gründete Russell eine KI-Produktionsfirma und kündigte bei den Filmfestspielen von Cannes im Mai zwei Science-Fiction-Filme an, die komplett mithilfe von KI produziert werden sollten.
Quelle: Variety














