Nur einen Monat nach dem unerwarteten Tod des australischen Regisseurs Jamie Blanks, ist jetzt die Hauptdarstellerin seines Backwoods-Horrorfilms Storm Warning gestorben. Nadia Farès, die mit dem Psychothriller Die purpurnen Flüsse (OT: Les rivières pourpres) internationale Bekanntheit erlangte, wurde am 11. April im Pool eines privaten Sportclubs in Paris bewusstlos aufgefunden. Ein anderer Schwimmer rettete sie und leistete erste Hilfe, bevor sie in ein Pariser Krankenhaus gebracht wurde. Dort verbrachte sie sechs Tage in einem künstlichen Koma, aus dem sie nie wieder aufwachte. Am Freitag erlitt sie einen Herzstillstand. Farès wurde 57 Jahre alt. Wie es zum Unfall der eigentlich als sichere Schwimmerin bekannten Schauspielerin kam, ist unklar, Fremdeinwirkung wurde jedoch ausgeschlossen. Farès' Töchter Cylia und Shana Chasman bestätigten den tragischen Tod ihrer Mutter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Farès kam 1968 als Tochter eines marokkanischen Vaters und einer armenischen Mutter in Marrakesch zur Welt. Ihre Familie zog nach Frankreich, als sie noch ein Kind war. Farès wuchs in Nizza auf. Ihre erste größere Rolle spielte sie Anfang der Neunziger in der US-Serie "The Exile". Ihre ersten Erfolge im Kino feierte sie mit dem italienisch-französischen Polizeithriller Cops (OT: Poliziotti) und der Komödie Sag ja! (OT: Dis-moi oui), bevor sie 2000 eine Schlüsselrolle im düsteren Krimi Die purpurnen Flüsse mit Jean Reno verkörperte. Zwei Jahre später war sie Teil des Ensembles des rasanten Actionfilms Das tödliche Wespennest (OT: Nid de guêpes). Im selben Jahr heiratete sie den US-amerikanischen Filmproduzenten Steve Chasman und zog mit ihm in die USA, wo sie ihre beiden Töchter Cylia und Shana zur Welt brachte. Chasman und Farès trennten sich 2022 und sie zog zurück nach Frankreich.
Nach ihrem starken Auftritt in Storm Warning 2007 nahm sich Farès eine fast zehnjährige Auszeit von der Schauspielerei, um sich um ihre beiden Töchter zu kümmern. Ihr Comeback feierte sie 2016 in der allerersten französischen Netflix-Serie "Marseille". Seitdem war sie u. a. in Lucky Day des Pulp-Fiction-Co-Autors Roger Avary, dem Thriller On the Line neben Mel Gibson und dem französischen Remake der britischen Krimiserie "Luther" zu sehen.
Als Sängerin war Farès außerdem auf Soundtracks zu Jason-Statham-Filmen wie Transporter, Wild Card und Killer Elite zu hören. Sie absolvierte auch einen kurzen Auftritt neben Statham in dem Actioner War. Zum Zeitpunkt ihres Todes bereitete Farès ihr Regiedebüt vor, das im Herbst dieses Jahres vor die Kameras gehen sollte.
Quelle: Le Monde














