Zack Snyders Justice League war ursprünglich noch düsterer

Ben Affleck in Zack Snyder’s Justice League © 2021 Warner Bros. Pictures

Quelle: Pizza Film School Podcast

Man mag sie oder man mag sie nicht, doch die Filme von Zack Snyder haben einen unverkennbaren Stil und tragen gewisse Markenzeichen des Regisseurs. Dazu gehören u. a. Zeitlupen-Action und sehr viel Pathos. Was man Snyders Filmen definitiv nicht vorwerfen kann, ist ein Übermaß an Humor oder Albernheit. Snyders Filme sind episch, bierernst und düster. Sehr düster. Während das Stichwort "düster" für Warner Bros. nach dem Erfolg von Christopher Nolans Dark-Knight-Trilogie noch sehr verlockend erschien, weshalb das Studio ja auch Snyder für Man of Steel und dessen Nachfolger engagierte, änderte sich zugleich die Kinolandschaft mit dem Erfolg des Marvel Cinematic Universe. In diesem sind auch ernste Geschichte immer wieder mit humorvollen Momenten versetzt und sogar wenn die Welt kurz vor dem Untergang steht, darf geschmunzelt werden.

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Bei den Kinogängern kam das MCU super an, während Snyders ultradüsterer, epischer Batman v Superman: Dawn of Justice zwar massiv angelaufen ist, aber auch unter schwacher Mundpropaganda und mäßigen Kritiken litt. Warner hatte plötzlich Bammel und kam auf Snyder zu mit der Bitte nach mehr Humor in seinem Justice-League-Film. Als Snyder wegen einer persönlichen Tragödie von der Post-Production des Films zurücktreten musste, nutzte das Studio die Gunst der Stunde und verpflichtete Avengers-Regisseur Joss Whedon, damit er Justice League in großen Teilen nachdrehen und den Film spaßiger und verdaulicher machen konnte.

Was in die Kinos kam, wirkte wie ein Zwitterwesen aus Whedons flotten Sprüchen und Snyders Pathos. Es war weder Fleisch noch Fisch. Der Film floppte, Pläne für ein Sequel wurden eingestampft und nach einer intensiven Kampagne seiner loyalen Fans erhielt Snyder vorletztes Jahr die Gelegenheit, Zack Snyder’s Justice League nach seinen Vorstellungen fertigzustellen und herauszubringen. Sein Film war ein vierstündiges, düsteres Superheldenepos, das deutlich besser ankam als Whedons Version. Doch Zack Snyders ursprüngliches Drehbuch zu Justice League war tatsächlich noch ein gutes Stück düsterer und ernster als seine herausgebrachte Filmfassung, wie er kürzlich verraten hat: (aus dem Englischen)

Das ursprüngliche Drehbuch war viel düsterer und schräger und dann kam Batman v Superman raus und das Studio meinte: "Es ist nicht lustig genug, die Leute wollen lustigere Filme, sie wollen lustige Momente."

Also haben wir es noch mal überarbeitet und den Film etwas leichtfüßiger gemacht. Ich würde sagen, dass meine Fassung von Justice League (Zack Snyder’s Justice League) irgendwo dazwischen liegt…. Ich habe einige intensive Momente trotzdem beibehalten und gedreht, weil ich dachte, dass sie es hinterher vielleicht doch haben wollen. Natürlich habe ich auch sichergestellt, dass ich auch das gedreht habe, was im Drehbuch stand. Aber wir hatten auch dieses andere Drehbuch…

Laut Snyder spielte Amy Adams' Lois Lane eine größere Rolle in seinem ursprünglichen Drehbuch und in einer Version ging sie eine Affäre mit Batman ein, was nach Supermans Wiederauferstehung zu einem Liebesdreieck führte. Snyder verglich es zu einem Szenario, in dem ein totgeglaubter Soldat aus dem Krieg zurückkehrt und feststellt, dass seine Ehefrau einen Neuen in ihrem Leben hat.

Hättet Ihr gerne eine noch düsterere Version des Films gesehen als Zack Snyder’s Justice League?

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  1. Für mich ist Fakt: Man muss zwingend Snyder Fan sein, seine aufgeblähten, Massenmarktuntauglichen Filme, zu mögen. Das ging mit BvS los, und war beim berüchtigten von seinen härtesten Fans als Rad Neuerfindung gefeierten Snyder Cut nicht anders.

    In meiner Sammlung finden sich drei ganze DC Filme der Neuzeit. Alle Wonder Woman Relevant. Wonder Woman, WW84, Justice League KF. Der Snyder Cut hätte ne Chance gehabt, wenn der auf 2 max 2 1/2 Stunden gerafft wäre.

    4 Stunden typisches langweiliges Snyder Kino.

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