Uncharted Einspiel

Sophia Ali und Tom Holland in Uncharted © 2022 Sony Pictures

Quelle: Boxofficemojo

"Uncharted" ist eine der erfolgreichsten PlayStation-Videospielreihen und als eine klassische Abenteuer- und Schatzjäger-Geschichte bietet sie sich hervorragend für eine Filmadaption an. Dennoch entpuppte sich der Uncharted-Film als eine überraschend harte Nuss. Sechs Regisseure und noch mehr Drehbuchautoren haben sich seit 2008 an der Uncharted-Verfilmung die Zähne ausgebissen, bis "Das Rad der Zeit"-Showrunner Rafe Judkins und Zombieland-Regisseur Ruben Fleischer die Geschichte des jungen Nathan Drake mit Spider-Man-Star Tom Holland in der Hauptrolle zum Leben erweckten.

Doch hat sich der ewig lange Entwicklungsprozess gelohnt? Für Sony schon, denn der $120 Mio teure Film überquerte dieses Wochenende, drei Monate nach seinem Kinostart, die $400-Mio-Marke weltweit. Nach Marvel-Maßstäben sind das natürlich Peanuts, doch für eine Game-Adaption ist das ein massiver Erfolg. Uncharted ist erst die vierte Videospielverfilmung überhaupt (nach Warcraft: The Beginning, Pokémon – Meisterdetektiv Pikachu und Rampage), die mehr als $400 Mio weltweit eingenommen hat. In Nordamerika ist der Film mit knapp $147,7 Mio sogar die dritterfolgreichste Videospieladaption hinter den beiden Sonic-Filmen.

Filmisch war Uncharted vielleicht keine Offenbarung, doch der Film hat abermals den Hunger der Kinogänger nach klassischen Abenteuergeschichten aufgezeigt, der auch Filme wie Das Vermächtnis der Tempelritter, Die Mumie mit Brendan Fraser und natürlich die Indiana-Jones-Streifen erfolgreich gemacht hat. Logiklücken oder physikalisch unmögliche Actionsequenzen hin oder her, als unprätentiöser Popcorn-Spaß hat der Film genau das geliefert, was man sich von ihm erhoffen konnte.

Bedeutet es, dass wir ein Uncharted-Sequel bekommen werden? Das ist sehr wahrscheinlich, denn bereits nach dem Startwochenende des Films sprach Sony-Chef Tom Rothman von einem neuen Franchise des Studios und Fleischer äußerte Interesse an einer Rückkehr als Regisseur. Interessanterweise wurde aber tatsächlich keine er anderen drei Game-Verfilmungen mit mehr als $400 Mio Einspiel fortgesetzt. Mit Budgets von $140-160 Mio kosteten sie aber auch mehr als Uncharted und insbesondere Warcraft floppte regelrecht in den USA, wo der Anteil des Studios an den Kinoeinnahmen aber am höchsten ist. Uncharted lief sowohl in Nordamerika als auch international gleichermaßen gut und hatte positive Mundpropaganda, sodass eine Fortsetzung Potenzial hat, noch mehr einzuspielen. In Deutschland hatte Uncharted mehr als 1,5 Millionen Kinobesucher und war damit die erfolgreichste Videospielverfilmung seit Prince of Persia – Der Sand der Zeit vor 12 Jahren.