Timothy Brown tot

Timothy Brown in "M*A*SH" (1972) © 20th Century Fox Television

Quelle: Philadelphia Inquirer

Wenige Tage vor dem Tod des Charakterdarstellers Allen Garfield ist sein Nashville-Co-Star Timothy Brown verstorben. Brown starb am 4. April im Alter von 82 an Komplikationen in Folge einer Demenzerkrankung. Zum Zeitpunkt seines Todes lebte er gemeinsam mit seinem Sohn in Südkalifornien.

Brown hatte eine schwere Kindheit und verbrachte sie zum Teil in einem Waisenhaus und in einem Pflegeheim. Bereits an der Uni spielte er Football und wurde 1959 unter dem Namen Timmy Brown von den Green Bay Packers rekrutiert, jedoch nach nur einem Spiel fallen gelassen. Den Großteil seiner Football-Karriere verbrachte Brown daraufhin bei den Philadelphia Eagles. Mit der Mannschaft spielte er acht Saisons lang und gilt bis heute als eine der Mannschaftslegenden. Seine finale Saison als Footballspieler verbrachte er mit den Baltimore Colts und spielte 1968 für die Mannschaft im dritten Super Bowl. Das wurde auch sein letztes Footballspiel. Danach beendete Brown seine Footballkarriere und ging nach Hollywood.

Seine allererste Filmrolle spielte er als Corporal Judson in Robert Altmans oscarnominiertem Klassiker MASH. In der ersten Staffel der extrem erfolgreichen Serienadaption des Films spielte er den Neurochirurgen Oliver Harmon "Spearchucker" Jones. Er war neben Gary Burghoff, G. Wood und Corey Fischer einer von nur vier Darstellern, die sowohl im Kinofilm als auch in der Serie mitgespielt haben, wenn auch in einer ganz anderen Rolle. Allerdings wurde sein Charakter nach sechs Folgen aus der Serie entfernt, angeblich nachdem die Produzenten festgestellt haben, dass es keine afroamerikanischen Chirurgen im Koreakrieg gab.

Für Robert Altman stand Brown 1975 in Nashville erneut vor der Kamera und konnte darin als Sänger ein weiteres seiner Talente zur Geltung bringen. Obwohl er vor allem ein ernstzunehmender Schauspieler sein wollte, genoss Brown in den Siebzigern seine Zeit als Hauptdarsteller mehrerer Blaxploitation-Filme wie Town Rats (OT: Black Heat), The Zebra Force und Dynamite Brothers.

Nach den Achtzigern war seine Schauspielkarriere weitgehend vorüber. Danach arbeitete er als Bewährungshelfer in Los Angeles. Dabei hat er auch lange in Camp Kilpatrick gearbeitet, der Jugendstrafanstalt, dessen Football-Mannschaft den Film Spiel auf Bewährung (OT: Gridiron Gang) mit Dwayne Johnson inspirierte.

Browns letzter Filmauftritt war eine Gastrolle im Zeitschleifen-Thriller Frequency mit Dennis Quaid aus dem Jahr 2000.