Allen Garfield tot

Allen Garfield in Der Dialog (1974) © Paramount Pictures

Quelle: Ronee Blakley Facebook

Das neuartige Coronavirus fordert ein weiteres Todesopfer aus der Filmindustrie. Der Schauspieler Allen Garfield, der in den Siebzigern und Achtzigern Nebenrollen in einer Reihe erfolgreicher Filme gespielt hat, ist im Alter von 80 an den Folgen von COVID-19 verstorben. Das teilte seine Schauspielkollegin Ronee Blakley bei Facebook mit. Garfield spielte in Robert Altmans Film Nashville den Ehemann von Blakleys Figur.

Gebürtig Allen Goorwitz, trat Garfield erstmals 1968 in Triebe unter nackter Haut (OT: Orgy Girls ’69) vor die Kamera. Ein Jahr später spielte er unter der Regie von Robert Downey Sr. (dem Vater des Iron-Man-Stars) in der Satire Putney Swope seine erste größere Rolle. 1974 und 1975 wurden zu den besten Jahren seiner Karriere, als er erst in Francis Ford Coppolas Der Dialog (OT: The Conversation) und ein Jahr später in Robert Altmans Nashville zu sehen war. Beide Filme wurden von der Academy als "Bester Film" bei den Oscars nominiert. Mit Coppola arbeitete Garfield mehr als zehn Jahre später wieder bei Cotton Club zusammen.

Viele Filmfans dürften Garfield auch aus Beverly Hills Cop II (1987) kennen, in dem er den neuen inkompetenten Beverly-Hills-Polizeichef Harold Lutz verkörpert hat. Im selben Jahr spielte Garfield auch im unvollendeten Debüt-Spielfilm von Quentin Tarantino mit, My Best Friend’s Birthday, von dem heute lediglich 36 Minuten existieren.

Zweimal stand Allen Garfield für den deutschen Regisseur Wim Wenders vor der Kamera, in Der Stand der Dinge von 1982 und Bis ans Ende der Welte von 1991. Kennengelernt hat Garfield ihn über Ronee Blackley, die mit Wenders von 1979 bis 1981 verheiratet war.

Im Jahr 1998 erlitt Garfield kurz vor Drehbeginn von Roman Polanskis Die neun Pforten, in dem er mitspielen sollte, einen Schlaganfall. Anstatt die Rolle neu zu besetzen, entschied sich Polanski dafür, Garfields Gesichtslähmung bewusst für seinen Charakter einzusetzen. Nach Die neun Pforten spielte Garfield in Frank Darabonts The Majestic an der Seite von Jim Carrey einen Studioanwalt während der McCarthy-Ära in Hollywood.

Garfield erlitt 2004 einen zweiten schweren Schlaganfall, der seine Karriere beendete. Den Rest seines Lebens verbrachte er im Motion Picture Country House and Hospital, einem Seniorenzentrum und Pflegeheim in Los Angeles, in dem ausschließlich Personen aus der Film- und Fernsehindustrie wohnen. Dort starb Garfield auch an COVID-19.

In seinem letzten veröffentlichten Film, Chief Zabu, spielte Garfield eine seiner seltenen Hauptrollen. Die soziopolitische Komödie wurde zwar schon 1986 abgedreht, konnte aber erst 30 Jahre später, 2016, fertiggestellt und veröffentlicht werden.