Silent Hill Film

© Sony Pictures

Quelle: Allocine

Videospielverfilmungen sind keine leichte Sache. Einer der vielen Gründe, weshalb es nur so wenige gelungene Adaptionen gibt, ist sicherlich das Fehlen des interaktiven Elements in den Filmen, das den Reiz der Videospiele eben ausmacht.

Als eine der besseren und vorlagegetreueren Verfilmungen gilt Silent Hill aus dem Jahr 2006. Zwar ist der Film etwas zäh und nicht so gruselig, wie er vielleicht gerne wäre, doch er hat immerhin eine dichte Atmopsphäre, die den Spielen ähnelt, und ist eine echte Augenweide. Dafür zeichnete sich der visionäre französische Regisseur Christophe Gans verantwortlich, der zuvor schon mit Crying Freeman und Pakt der Wölfe die Zuschauer beeindruckte. Mit dem sechs Jahre später produzierten 3D-Sequel Silent Hill: Revelation hatte Gans nichts mehr zu tun, hat das Interesse an Konamis Horror-Games nicht verloren. In einem neuen Interview mit Allocine enthüllte er sogar, dass er gemeinsam mit dem Silent-Hill– und Resident-Evil-Produzenten Victor Hadida einen neuen Film plant: (aus dem Französischen)

Und wir arbeiten an einem neuen Silent Hill. Das Projekt wird immer in der Atmosphäre einer amerikanischen Kleinstadt verankert sein, die von Puritanismus heimgesucht wird. Ich denke, es ist Zeit, einen neuen zu machen.

Das Timing dieser Ankündigung überschneidet sich mit dem neuen Gerücht, laut dem Konami zwei neue "Silent Hill"-Spiele plant, nachdem das Franchise seit knapp acht Jahren keinen neuen Titel mehr auf den Markt gebracht hat. Zwischenzeitlich war "Silent Hills" als Zusammenarbeit von Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") und Meisterregisseur Guillermo del Toro (Shape of Water) geplant, wurde aber abgesagt.

Im gleichen Interview verriet Gans, dass er mit seinem ersten Film sehr zufrieden war, weil er ihn ohne jegliche Einmischung nach seinen Vorstellungen machen konnte. Er war sehr erleichtert, als der Film auf Platz 1 der US-Kinocharts eröffnete. Den deutlich weniger erfolgreichen und fast einhellig zerrissenen Nachfolger hat er bis heute nicht gesehen. Gans erklärte in dem Interview, weshalb er beim zweiten Teil nicht Regie geführt hat:

Ehrlich? Ich habe ihn nie gesehen. Ich hätte ihn machen können, aber als ich verstanden habe, dass die Produzenten den Film als eine Art Resident Evil machen wollten, habe ich abgelehnt. Ich möchte meinem orthodoxen Ansatz treu bleiben. Crying Freeman und Die Schöne und das Biest waren beispielsweise sehr nah an ihren Originalvorlagen. Das sind Kunstwerke, die in ein neues Medium überführt werden, also kann ich mir nicht das Recht herausnehmen, sie zu verderben. Im Falle der Fortsetzung von Silent Hill war das Urteil des Publikums leider vernichtend, also bereue ich meine Entscheidung nicht.

Neben einer neuen Silent-Hill-Verfilmung entwickeln Gans und Hadida auch eine Adaption der Spielereihe "Project Zero" bzw. "Fatal Frame", wie sie in Japan bekannt ist. Dabei handelt es sich um Survival-Horrorspiele, die in Geisterhäusern in Japan der achtziger Jahre angesiedelt sind und sich der japanischen Geistermythologie bedienen.