Ben Kingsley in Sexy Beast (2000) © Fox Searchlight Pictures

Quelle: Deadline

Nur eingefleischte Filmfans erinnern sich vermutlich an den kleinen britischen Gangsterfilm Sexy Beast aus dem Jahr 2000, doch unter diesen hat er längst Kultstatus erreicht. Nicht zuletzt dank Ben Kingsley, der darin als labiler, gewalttätiger Gangster Don Logan eine der besten Performances seiner Karriere abliefert und für diese völlig zu Recht für einen Oscar nominiert wurde. Ray Winstone spielte in dem Film Gal Dove, einen Kriminellen im Ruhestand, der von Kingsleys Figur in Spanien aufgesucht wird, damit er ihrem gemeinsamen ehemaligen Boss Teddy Bass (Ian McShane) dabei hilft, einen Tresor zu knacken.

Sexy Beast war das Regiedebüt von Jonathan Glazer, der seitdem nur zwei weitere Filme drehte (Birth und Under the Skin). Der Streifen ist ein exzellentes Beispiel für tolles britisches Gangsterkino abseits der hyperstilisierten Filme der Marke Guy Ritchie.

Jetzt haben Paramount Television und Anonymous Content aus irgendeinem Grund den Film wieder ausgegraben, um ihm eine Prequelserie zu verpassen. Diese soll in der kriminellen Unterwelt Londons der neunziger Jahre spielen und die Partnerschaft von Gal Dove mit Don Logan schildern, ihre Anfänge unter Teddy Bass und wie Gal seine spätere Ehefrau, die Pornodarstellerin DeeDee trifft und sich in sie verliebt. Michael Caleo, der u. a. an "Die Sopranos" gearbeitet hat, soll die Serienadaption schreiben. Für mich klingt es vor allem danach, dass man Sexy Beast als halbwegs bekannten Titelaufhänger benutzt um eine neue Gangstergeschichte zu erzählen und hofft, dass das Original genug Fans hat, um sie mit dem Namen anzulocken. Was natürlich nicht bedeutet, dass die Serie schlecht werden muss.

Bis dahin kann ich aber allen Liebhabern von Gangsterdramen Sexy Beast ausdrücklich ans Herz legen.