Saw-Produzenten bereuen Jigsaws Tod in Saw III

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Saw Jigsaw Tod

Tobin Bell in Saw III (2006) © Lionsgate

Quelle: Indiewire

Das Saw-Franchise ist eine wahre Goldgrube für Lionsgate. Seit ihrem Auftakt vor fast 20 Jahren spielte die zehnteilige Folterhorrorreihe über einen Serienkiller mit sehr speziellen moralischen Vorstellungen weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar an den Kinokassen ein, während das zusammengerechnete Budget der zehn Filme nur etwa ein Zehntel davon betrug. Dass die Fans der Reihe auch mit dem zehnten Film treu bleiben, zeigt aktuell Saw X, der weltweit wieder mehr als $100 Mio eingenommen und damit schon mehrere seiner Vorgänger übertroffen hat.

Doch die Reihe steht nach wie vor vor demselben Problem, das Saw X nur temporär lösen konnte. Ihre Hauptfigur ist schon seit sieben Filmen tot! Als James Wan und Leigh Whannell den ersten Saw schrieben, ahnten sie weder, dass sie damit eins der erfolgreichsten Horror-Franchises aller Zeiten ins Leben rufen würden, noch dass Tobin Bell als John Kramer alias Jigsaw zu einer modernen Horrorikone werden würde, die im gleichen Atemzug mit Michael, Jason und Freddy genannt werden würde. Sonst hätten sie den Charakter vermutlich nicht von vornherein als todkrank geschrieben. Damit war sein Schicksal von Anfang an besiegelt und im dritten Teil haben die Macher sowohl Jigsaw als auch seine Schülerin Amanda sehr eindeutig und über jeden Zweifel hinaus sterben lassen.

Rückblickend hätte Saw III auch ein richtiger Abschluss der gesamten Reihe werden können. Doch zugleich ist es bis heute der kommerziell erfolgreichste Saw-Film und natürlich hatte Lionsgate nicht vor, danach einen Schlussstrich zu ziehen. Doch wie macht man weiter, wenn die zentrale Figur tot ist? Man erfindet einen neuen Jigsaw-Lehrling und bringt Bell in Flashbacks und Videotapes zurück. Doch auch das kann man nur bedingt lange ausreizen, also versuche man, sich mit Saw: Spiral ganz von Jigsaw wegzubewegen. Das kam bei den Fans gar nicht gut an, also machte Saw X eine 180-Grad-Wendung und machte Jigsaw erstmals zum Protagonisten mit mehr Screentime für Tobin Bell denn je. Dafür wurde der Charakter nicht buchstäblich wiederbelebt, sondern die Handlung wurde einfach zwischen die ersten zwei Filme platziert.

Die Rechnung ging auf, Kritiker und Fans waren begeistert und der Film ein Hit. Doch das Problem bleibt: Wie macht man weiter? Wie viele Filme kann man vor Saw III noch einschieben, bevor der 80-jährige Bell wirklich zu alt ist, um den 50-jährigen Jigsaw darzustellen? Eine wirklich gute Lösung gibt es dafür nicht. Bei allen Höhen und Tiefen, die die Reihe bis heute durchgemacht hat, bereut Franchise-Produzent Mark Burg eine kreative Entscheidung mehr als jede andere, wie er kürzlich in einem Interview zu Saw X verraten hat: (aus dem Englischen)

Wenn ich es noch mal neu machen müsste, hätte ich Tobin Bell in Saw III vermutlich nicht getötet. Das war möglicherweise ein Fehler.

Leider lässt sich das nicht mehr rückgängig machen. Selbst wenn man eine ganz neue, alternative Timeline aufmacht à la Halloween, bleibt die Hürde, dass Tobin Bell immer älter wird und im Gegensatz zu Michael Myers auch keine Maske trägt, die sein Alter verbirgt. Aus kommerzieller Sicht war es wohl wirklich ein großer Fehler, ihn in Teil 3 sterben zu lassen. Aus kreativer Sicht war der größere Fehler vermutlich, die Reihe nach Saw III fortzuführen.

Saw X läuft ab heute in den deutschen Kinos.

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