Looney Tunes Elmer Fudd

© 2020 HBO Max/Warner Bros. Animation

Quelle: The New York Times

Am 27. Mai ging in den USA mit HBO Max eine brandneue Streaming-Plattform an den Start, die sich als Konkurrenz zu Netflix, Amazon Prime, Disney+ und Apple TV+ positioniert. Mit Warner Bros. als das Studio hinter der Plattform konnte HBO Max gleich zum Start ganz große Geschütze aus dem Archiv auffahren, um Zuschauer anzulocken, darunter alle "Game of Thrones"– und "Die Sopranos"-Staffeln, die Harry-Potter-Filmreihe, und Serien wie "The Big Bang Theory" und "Friends", für deren exklusiven Streamingrechte HBO Max mehr als eine Milliarde US-Dollar bezahlt hat.

Doch der größte Hit der brandneuen Streaming-Plattform sind weder die Nerds von "Big Bang" noch die sechs Freunde aus New York und auch nicht die Kriege in Westeros, sondern das Revival des animierten Evergreens "Looney Tunes", das exklusiv für die Plattform produziert wird. Keine andere Serie aus dem Angebot von HBO Max wurde in der ersten Woche nach Plattformlaunch so häufig abgerufen wie "Looney Tunes Cartoons". Auch mehr als 80 Jahre nach ihrem ersten "Looney Tunes"-Auftritt sind Bugs Bunny, Daffy Duck, Porky Pig und die anderen durchgedrehten animierten Charaktere sehr beliebt, was ein gutes Zeichen für Space Jam 2 ist, der nächstes Jahr in die Kinos kommen wird.

Insgesamt bleibt die neue Zeichentrickserie dem anarchischen Ton des Originals sehr treu. Wer die bisherigen Folgen jedoch gesehen hat, dem ist aber vielleicht eine markante Änderung aufgefallen. Elmer Fudd, der dümmliche Jäger und Bugs Bunnys Erzfeind, trägt kein Jagdgewehr mehr. Seine doppelläufige Schrotflinte war stets genauso sehr ein Markenzeichen der Figur wie seine Deerstalker-Mütze. Im Revival darf er jedoch eine Sichel oder Sense schwingen, jedoch nicht mehr auf Bugs Bunny feuern. Ähnlich entwaffnet wurde auch ein anderer von Bugs' Feinden, der jähzornige Cowboy Yosemite Sam, der seine Pistolen ebenfalls gegen Hieb- und Stichwaffen eintauschen musste.

Die Änderung ist ein Statement gegen die prävalente Waffengewalt in den USA. Was aber nicht bedeutet, dass die Gewalt generell in der Serie heruntergeschraubt werden wird. Showrunner Peter Browngardt erklärte gegenüber der New York Times: (aus dem Englischen)

Wir machen keine Feuerwaffen. Aber wir können cartoonhafte Gewalt machen – wie TNT, das ganze ACME-Zeug. Das ist von einer Neuregelung ausgenommen.

Laut Browngardt erwarten die Zuschauer immer noch Kanonen, viel Dynamit, komplexe versteckte Fallen und natürlich die Klassiker wie fallende Ambosse, Klaviere und Banksafes.

Insgesamt 80 elfminütige "Looney Tunes Cartoons"-Episoden, die sich jeweils aus drei kurzen Segmenten zusammensetzen, wurden von HBO Max bestellt, von denen bislang 30 erschienen sind.