Hugh Jackman im Gespräch als Enzo Ferrari für Regisseur Michael Mann

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Hugh Jackman Ferrari

Hugh Jackman in Bad Education © 2019 HBO Films

Quelle: Deadline

Einer der Oscarkandidaten dieses Jahr war James Mangolds packender Rennfahrerstreifen Le Mans 66 – Gegen jede Chance über den historischen Triumph des US-Autoherstellers Ford gegen den übermächtigen Favoriten Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 1966. Sehr sehenswerter Film, falls Ihr ihn noch nicht gesehen habt.

Zu den ausführenden Produzenten des Films zählte Regielegende Michael Mann, der selbst schon seit fast zwei Jahrzehnten einen Film über den Sportwagen-Visionär Enzo Ferrari drehen möchte. Christian Bale, der in Le Mans 66 den britischen Rennfahrer Ken Miles verkörperte, sollte vor rund fünf Jahren Ferrari für Michael Mann darstellen, ist aber ausgestiegen, weil er gesundheitliche Bedenken hinsichtlich der notwendigen Gewichtszunahme für die Rolle hatte. Ja, Christian Bale, der König des Jo-Jo-Gewichts für Rollen, hat tatsächlich einen Part abgelehnt, weil er nicht für ihn zunehmen wollte. Für Le Mans 66 musste er dafür ordentlich abspecken. Der italienische Schauspieler Remo Girone spielte in dem Film Enzo Ferrari.

Doch möglicherweise dank des großen Erfolgs von Le Mans 66 nimmt jetzt auch Michael Manns Herzensprojekt wieder Fahrt auf. Bales Prestige-Co-Star Hugh Jackman ist im Gespräch, die Hauptrolle in Manns Ferrari zu übernehmen. Das ursprüngliche Drehbuch schrieb der 2009 verstorbene Troy Kennedy Martin (Charlie staubt Millionen ab); Mann hat es seitdem selbst überarbeitet.

Produktionsfirma STX wird Ferrari beim virtuellen Cannes-Filmmarkt potenziellen Käufern anbieten, und Amazon zeigte bereits großes Interesse. Bei dem Film wird geklotzt und nicht gekleckert. Mann plant, eine originalgetreue Autoflotte für den Film nachbauen zu lassen.

Der Film wird das schwierigste Jahr in Ferraris Leben beleuchten, 1957, ein Jahr nach dem Tod seines einzigen Sohnes mit Ehefrau Laura, deren stürmische Ehe durch die Tragödie erschüttert wurde. Ferraris unehelicher Sohn Piero, das Ergebnis einer Kriegszeit-Affäre, war damals 12 und suchte seinen Platz in der Welt. Scuderia Ferrari stand zu dem Zeitpunkt kurz vor dem Bankrott und Ferrari setzte alles auf eine Karte, die Teilnahme an den berüchtigten Mille Miglia, einem 1000 Meilen langen Rennen durch ganz Italien, bei dem bei zwei Unfällen insgesamt zwölf Menschen ums Leben gekommen sind, woraufhin das Rennen in dieser Form nicht mehr ausgestragen wurde.

War Le Mans 66 noch ein klassischer Underdog-Film, soll sich Manns Ferrari vielmehr wie Der Pate anfühlen, ein Epos über Geheimnisse, unerbittliche Konkurrenz, Extremsituationen und die tödliche Schönheit der Autorennen.

Also mein Interesse hatte das Projekt bereits bei der Erwähnung von Michael Mann. Es ist sehr schade, dass dieser ausgezeichnete Regisseur im gesamten letzten Jahrzehnt nur einen einzigen, an den Kinokassen gefloppten Film (Blackhat) gedreht hat. So wie Silence und The Irishman für Martin Scorsese und Lincoln für Steven Spielberg, wäre Ferrari die Erfüllung eines Traumprojekts des Regisseurs, und vielleicht auch endlich eine Oscarrolle für Jackman. Die Dreharbeiten sollen im Frühjahr 2021 beginnen.