Disney plant ein König-der-Löwen-Universum

© 2019 Walt Disney Studios

Quelle: The New York Times

Mit einem weltweiten Einspiel von mehr als $1,3 Milliarden hat der Super-Mario-Bros.-Film vergangenes Wochenende Disneys Die Eiskönigin an den Kinokassen überholt und ist damit je nach Definition der zweit- oder dritterfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten. Das "je nach Definition" betrifft die Frage, ob Disneys Neuverfilmung von Der König der Löwen als Animationsfilm gilt oder nicht. Offiziell wird er von Disney nicht als solcher bezeichnet, denn im Gegensatz zu traditionellen Animationsfilmen standen reale Schauspieler am Set des Films, ausgestattet mit Motion-Capture-Sensoren, die ihre Bewegungen und ihre Mimik eingefangen haben. Faktisch ist der Film aber zu 100% ein photorealistisches, am Computer entstandenes Remake ohne eine einzige "Realaufnahme" – in meinen Augen also ein Animationsfilm. Mit rund $1,66 Milliarden Einspiel wäre es auch der erfolgreichste Animationsfilm überhaupt, noch vor Die Eiskönigin II ($1,45 Milliarden).

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Der immense Erfolg des Films, den auch gemischte Kritiken nicht verhindern konnten, geht vor allem auf die Belebtheit der Original-Zeichentrickfilms aus den Neunzigern zurück. Jedes einzelne Kind aus der Ära wuchs mit Der König der Löwen auf, fieberte mit Simba mit und war am Boden zerstört, als Mufasa starb. Das Original von Der König der Löwen war der Höhepunkt der Disney-Renaissance und bleibt für mich einer der besten Animationsfilme aller Zeiten, dem die Neuverfilmung nicht das Wasser reichen konnte.

Doch mit dem massivem Einspiel des Remakes lässt sich nicht streiten und Disney witterte natürlich sofort die Gelegenheit, aus dem Erfolg des Films noch mehr Kapital zu schlagen. Letztes Jahr wurde offiziell das Prequel Mufasa über die jungen Jahre von Simbas Vater angekündigt, in dem Aaron Pierre ("Krypton") und Kelvin Harrison Jr. (Waves) jeweils Mufasa und Scar spielen bzw. sprechen werden. Seth Rogen und Billy Eichner kehren im Prequel als Pumbaas und Timons Originalsprecher zurück. Barry Jenkins (Moonlight) übernimmt die Regie. Das Prequel hat den Vorteil, keinen direkten Vergleich zu haben und wird vielleicht bei mir besser ankommen als der letzte Film.

Doch Disney denkt bereits viel weiter als nur ein Prequel. In einem Interview mit der New York Times hat Sean Bailey, der Präsident von Walt Disney Pictures angekündigt, dass das Studio in Der König der Löwen Potenzial für ein großes zusammenhängendes Universum à la Star Wars mit viel Raum für weitere Geschichten sieht. Eine große epische Saga soll daraus werden.

Was das genau bedeutet, hat Bailey nicht weiter elaboriert. Kommen Timon-und-Pumbaa-Spin-Offs? Werden wir erfahren, wie die jungen Jahre von Zazu verliefen? Bekommen die drei Hyänen eine eigene Trilogie? Wir werden sehen.

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