Daredevil-Regisseur glaubt, dass er zu viel in einem Film unterbringen wollte

Ben Affleck, Jennifer Garner und Colin Farrell in Daredevil (2003) © 20th Century Studios

Quelle: Yahoo! Entertainment

Diesen Sommer wird Ben Affleck in The Flash voraussichtlich zum allerletzten Mal Bruce Wayne/Batman verkörpern, bevor durch Multiversum-Spielereien Michael Keaton zu der Rolle zurückkehrt, die er zuletzt 1992 gespielt hat. Für die Fans von Zack Snyders DC-Universum, denen Afflecks Batman ans Herz gewachsen ist, wird es ein bittersüßer Abschied sein. Immerhin bekommen sie die Gelegenheit, Affleck ein weiteres Mal in der Rolle zu sehen, nachdem er sie eigentlich vor einigen Jahren an den Nagel gehängt hatte. Zugleich ist es aber auch ein trauriger Reminder an den geplanten, aber nie verwirklichten Solo-Film mit Afflecks Batman, in dem Joe Manganiello als sein Widersacher Deathstroke auftreten sollte. Afflecks traumatische Erfahrungen bei der schwierigen Produktion von Justice League trieben ihn zurück in die Alkoholsucht und nahmen ihm jegliche Lust, weiterhin Teil des DC-Universums zu sein.

ANZEIGE

Die Ironie daran, wie beliebt Affleck als Batman wurde, ist natürlich, dass seine Besetzung ursprünglich auf starken Gegenwind gestoßen ist. Es ist natürlich nichts Neues bei DC-Verfilmungen, dass die Fans sich über die Besetzung bestimmter Rollen im Vorfeld aufregen, nur um später hin und weg zu sein. Das hat man vor Afflecks Batman auch schon bei Heath Ledger als Joker erlebt (ja, es gab ursprünglich große Skepsis, als seine Besetzung verkündet wurde) und kürzlich auch bei Robert Pattinson als Batman.

Ein möglicher Grund, weshalb sich die Begeisterung über Afflecks Batman-Besetzung in Grenzen hielt, war seine frühere Superhelden-Rolle als Matt Murdock alias Daredevil im gleichnamigen Film von 2003. Auch wenn der Film für seine Zeit wirklich nicht schlecht war, hielten viele Affleck für eine Fehlbesetzung in der Titelrolle. Das habe ich ehrlich gesagt nicht so gesehen und überhaupt ist der Film eins meiner Guilty Pleasures, auch wenn die Serie mit Charlie Cox natürlich in nahezu jeder Hinsicht besser war.

Dieses Jahr feierte der Daredevil-Film sein 20. Jubiläum und zu diesem Anlass blickte Regisseur Mark Steven Johnson, der mit Ghost Rider eine weitere prä-MCU-Marvel-Verfilmung inszeniert hat, auf den Film zurück, der zwar ein solider Kassenerfolg war, aber überraschenderweise nicht fortgesetzt wurde. Johnson enthüllte kürzlich, dass der Grund dafür, dass wir nie ein Sequel bekommen war, der massive Kassenflop des Spin-Offs Elektra mit Jennifer Garner war. Während einige Marvel-Fans, wie ich, für den Daredevil-Film vielleicht noch die Lanze brechen würden, würde das bei Elektra wohl kaum jemand tun. Johnson hatte mit dem Spin-Off nichts zu tun, doch auch auf seinen eigenen Film blickt er kritisch zurück und bereut, ihn so mit Charakteren "vollgestopft" zu haben: (aus dem Englischen)

Wenn ich auf den Film zurückschaue, dann war einer meiner Fehler, dass ich versucht habe, alles unterzubringen. Ich wollte die Ursprungsgeschichte von Daredevil erzählen, ich wollte die Elektra Saga drin haben und ich wollte Bullseye und Foggy einführen.

Ich wollte alles in dem Film haben, aber der Film konnte nur begrenzt viel tragen. Und wenn einem dann noch gesagt wird, dass man eine halbe Stunde kürzen und mehr von der Liebesgeschichte haben soll, wird es hektisch und fühlt sich nicht richtig an. So ist es, wenn man ein Fan ist: Wenn man etwas so sehr liebt, will man alles erzählen.

Dafür, dass der Film in seiner Kinofassung lediglich 103 Minuten lang war, hat er tatsächlich versucht, viel Material aus den Comics abzuarbeiten. Deshalb funktioniert Daredevil im düsteren R-rated Director’s Cut, der eine halbe Stunde länger ist, deutlich besser. Es war nicht das letzte Mal, dass ein Superheldenfilm mit Ben Affleck m Heimkino eine bessere Fassung mit höherer Altersfreigabe erhielt. Auch der Ultimate Cut von Batman v Superman mit der deutlich längeren R-rated-Fassung des Films gilt als eine deutliche Verbesserung gegenüber der Kinofassung.

Wie findet Ihr den Daredevil-Film mit Ben Affleck?

Weitere Film- und Serien-News

Mehr zum Thema

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein