Cowboy Bebop Serie

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Quelle: The Hollywood Reporter

Ein Traum (oder Albtraum, je nachdem) vieler Animefans wird wahr. "Cowboy Bebop", eine der beliebtesten und umjubeltsten Animeserien überhaupt, wird endlich als Realversion adaptiert. Schon vor zehn Jahren gab es Gespräche über einen Cowboy-Bebop-Kinofilm mit Keanu Reeves in der Hauptrolle als Spike Spiegel. Nachdem daraus nichts geworden ist (vermutlich auch gut so), wurde "Cowboy Bebop" letztes Jahr als Realserie von Amazon Studios entwickelt. Letztlich hat sich Amazon jedoch gegen die Serie entschieden und das Projekt wanderte zum Konkurrenten Netflix. Dieser zögerte nicht lange und bestellte jetzt direkt eine zehnteilige erste Staffel der Realserie.

Obwohl die Originalserie, die dieses Jahr ihr 20. Jubiläum feierte, nur 26 Folgen zählte, gilt sie als Anime-Meilenstein. Es wird dieser Serie zugeschrieben, dass sie Animes für westliche Zuschauer zugänglicher gemacht und das Genre weltweit popularisiert hat. Das lag u. a. daran, dass die japanische Serie mit westlichen Namen arbeitete und auch die Beschriftungen innerhalb der Serie in englischer Sprache waren. Darüber hinaus war "Cowboy Bebop" als Sci-Fi-Westernserie auch thematisch zugänglich. Kritiker und Zuschauer feierten die gut durchdachten, vielschichtigen Charaktere der Serie und die packende Inszenierung.

"Cowboy Bebop" handelte von der Besatzung des Raumschiffs Bebop, die als offiziell registrierte Kopfgeldjäger, genannt Cowboys, in nicht allzu ferner Zukunft für Recht und Ordnung im Sonnensystem sorgen. Besonders war an der Serie auch, dass sie auf Aliens und übertrieben futuristische Konzepte zugunsten einer relativ bodenständigen Darstellung der Zukunft verzichtete.

Die Animeserie zog seitdem noch Mangas und einen Animationsfilm nach sich, der 2003 in die Kinos kam und zeitlich zwischen der 22. und der 23. Folge der Serie spielte. Der Einfluss von "Cowboy Bebop" ging sicherlich auch nicht an Joss Whedons kurzlebiger Weltraum-Westernserie "Firefly" vorbei.

Scott Rosenberg, Josh Appelbaum, André Nemec und Jeff Pinkner, die Produzenten hinter der Serie "Zoo", produzieren für Netflix die "Cowboy Bebop"-Adaption. Christopher Yost (Thor – Tag der Entscheidung) schreibt das Drehbuch zur Pilotfolge.

Mit Blick auf die Netflix-Filmadaption Death Note ist es verständlich, dass einige Animefans von dieser Ankündigung eher beunruhigt denn begeistert sind. Allerdings sollten sie wissen, dass Shinichirō Watanabe, der alle Folgen der Animeserie inszenierte, als kreativer Berater an Bord des Projekts ist. Man kann nur hoffen, dass es kein pro-forma-Titel ist, sondern dass er tatsächlich in die Produktion involviert sein wird.