Christopher Plummer tot

Christopher Plummer in Knives Out © 2019 Lionsgate

Quelle: Deadline

Hollywood hat einen seiner Größten verloren. Oscargewinner Christopher Plummer, der seinen großen Durchbruch als Hauptdarsteller des Musical-Megahits Meine Lieder – meine Träume (OT: The Sound of Music) feierte, starb gestern bei sich zu Hause in Connecticut an Komplikationen in Folge eines Sturzes, den er zweieinhalb Wochen zuvor erlitten hat. Der Kanadier war 91 Jahre alt. An seiner Seite war seine dritte Ehefrau Elaine Taylor, mit der er seit 50 Jahren verheiratet war.

Plummer war seit fast sieben Jahrzehnten ein Veteran von Film, Fernsehen und Theaterbühnen. Nach ersten Broadway-Erfolgen in den Fünfzigern besetzte Sidney Lumet ihn 1958 in seiner ersten Kinorolle in Eines Tages öffnet sich die Tür (OT: Stage Struck). Nach einigen weiteren Film- und TV-Rollen kam Plummers große Stunde 1965 mit der Besetzung als Kapitän von Trapp in Meine Lieder – meine Träume neben Julie Andrews. Das Musical gewann fünf Oscars, darunter als "Bester Film", und löste kurzzeitig sogar Vom Winde verweht als umsatzstärksten Film aller Zeiten ab. In den darauffolgenden Jahrzehnten folgten Rollen in Filmen wie Schlappe Bullen beißen nicht (OT: Dragnet), Der Mann, der König sein wollte (OT: The Man Who Would Be King), Spike Lees Malcolm X, Terry Gilliams 12 Monkeys und als fieser Klingone Chang in Star Trek IV: Das unentdeckte Land (OT: Star Trek VI: The Undiscovered Country).

Man kann jedoch mit Fug und Recht behaupten, dass Plummer erst in den letzten 20 Jahren den neuen Höhepunkt seines Erfolgs erreicht hat. Viel Lob erhielt er für seine Darstellung des Journalisten Mike Wallace in Michael Manns Insider. Wenig später spielte er in Howards Oscarfilm A Beautiful Mind wieder neben seinem Insider-Co-Star Russell Crowe mit. Mit seinem Malcolm-X-Regisseur Spike Lee arbeitete Plummer 2006 am Heist-Thriller Inside Man wieder zusammen. Mit 80 erhielt Plummer für seine Rolle als russischer Schriftsteller Leo Tolstoi in Ein russischer Sommer (OT: The Last Station) seine allererste Oscarnominierung. Zwei Jahre später gewann er für die Nebenrolle in der Tragikomödie Beginners endlich seinen ersten Oscar und ist bis heute der älteste Gewinner in der Geschichte der Oscars in einer Schauspielkategorie. Auch einen Golden Globe gewann Plummer für die Performance.

Seine dritte und letzte Oscarnominierung erhielt Plummer als J. Paul Getty in Ridley Scotts Alles Geld der Welt (OT: All the Money in the World). Plummer sprang nach Fertigstellung des Films für den in Ungnade gefallenen Kevin Spacey ein, um alle dessen Szenen als Getty neu zu drehen. Trotz dieses sehr kurzfristigen Einsatzes brillierte Plummer in der Rolle, die zu den herausragendsten Darbietungen seiner Karriere gehört. Zum Zeitpunkt seiner Nominierung war Plummer 88 und damit die älteste Person überhaupt, die für einen Schauspiel-Oscar nominiert wurde.

Im selben Jahr verkörperte Plummer in Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand (OT: The Man Who Invented Christmas) Dickens' Schöpfung Ebenezer Scrooge. Einen weiteren tollen Auftritt hatte Plummer erst kürzlich in Rian Johnsons Krimi Knives Out als Familien-Patriarch Harlan Thrombey, um dessen Tod sich der Fall von Daniel Craigs Meisterdetektiv in dem Film dreht.

Vorletztes Jahr kehrte Plummer zudem ins Fernsehen zurück und spielte eine der Hauptrollen in der Mysteryserie "Departure – Wo ist Flug 716?". Eine zweite Staffel der Serie wurde letztes Jahr in Auftrag gegeben, die Dreharbeiten begannen bereits im September 2020. Plummer sollte in Staffel 2 neben Hauptdarstellerin Archie Panjabi zurückkehren. Ob seine Rolle rechtzeitig abgedreht werden konnte, ist noch unklar. Seine finale Filmrolle spielte Plummer im Kriegsdrama The Last Full Measure.