Während Kritikerpreise wie die Golden Globes, die Critics' Choice Movie Awards oder die Auszeichnungen der einzelnen Filmkritikerverbände aus den USA einen guten Ausblick auf die Oscars ermöglichen, sind die Preise der Gewerkschaften und Verbände aus der Filmindustrie bessere Prädiktoren der Oscarnominierungen und -siege, weil sich deren Wählerschaft tatsächlich mit den Academy-Mitgliedern überschneidet.
Die wichtigsten vier Gewerkschaften, die seit Jahrzehnten im Vorfeld der Oscars ihre Preise verleihen, sind die Autorengewerkschaft Writers Guild of America (WGA), die Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG), die Regiegewerkschaft Directors Guild of America (DGA) und die Produzentengewerkschaft Producers Guild of America (PGA). Letztere umfasst rund 8400 Film- und TV-Produzenten als Mitglieder, die die besten Spielfilme, Animationsfilme, Dokumentarfilme, Serien und TV-Filme des vorangegangenen Jahres auszeichnen. Traditionell gibt es eine hohe Übereinstimmung der PGA-Nominierungen mit den Oscarnominierungen und seit den ersten PGA Awards 1989 wichen deren Sieger nur zehnmal vom späteren Oscarsieger ab, zuletzt als PGA-Gewinner 1917 den "Bester Film"-Oscar gegen Parasite verlor.
Seit 2009 nominiert die PGA jährlich zehn Filme, unter denen sich die meisten – und 2023 sogar alle – späteren Oscarkandidaten befinden. Letztes Jahr stimmten die Oscars und die PGA bei acht der zehn Filme überein: Nickel Boys und Für immer hier ersetzten bei den Oscars die PGA-Nominees A Real Pain und September 5.
Weil die Wählerschaft der PGA aus Produzenten besteht, werden größere Mainstream-Blockbuster bei den Nominierungen etwas bevorzugt. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Jahr weder Avatar: Fire and Ash noch Wicked: Teil 2 nominiert wurden. Ihre Auslassung dürfte der letzte Sargnagel für deren Chance auf eine Oscarnominierung in der Königsklasse sein. Dafür wurden mit F1 und Weapons – Die Stunde des Verschwindens zwei der größten Überraschungshits des letzten Jahres nominiert. Dass beide diesen Triumph auch bei den Oscars wiederholen werden, ist fraglich. Nicht-englischsprachige Arthouse-Lieblinge The Secret Agent und Ein einfacher Unfall könnten sie ersetzen. Die PGA zementierte hingegen Bugonia und Train Dreams als Oscarkandidaten, während Sentimental Value, Frankenstein, Hamnet, Blood & Sinners, Marty Supreme und One Battle After Another erwartungsgemäß nominiert wurden.
Hier sind alle PGA-Nominierungen in den Filmkategorien:
Bester Film
Blood & Sinners
Bugonia
F1
Frankenstein
Hamnet
Marty Supreme
One Battle After Another
Sentimental Value
Train Dreams
Weapons – Die Stunde des Verschwindens
Bester Animationsfilm
Elio
Zoomania 2
Die Gangster Gang 2
Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba Infinity Castle
KPop Demon Hunters
Bester Dokumentarfilm
The Alabama Solution
Cover-Up
Mr Nobody Against Putin
My Mom Jayne
Otean with David Attenborough
The Perfect Neighbor
The Tale of Silyan
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Bei den TV-Nominierungen finden sich die üblichen Verdächtigen wie "Andor", "Severance", "Pluribus", "The Pitt", "The Studio" und "Adolescence", doch es ist die Comedyserie-Nominierung für "South Park", die besonders heraussticht: Erstmals hat die PGA eine Animationsserie nominiert. Die böse Trump-Satire der neusten Staffel dürfte den Nerv vieler Wähler:innen getroffen haben.
Beste Dramaserie
"Andor "
"Diplomatische Beziehungen"
"The Pitt"
"Pluribus"
"Severance"
"The White Lotus"
Beste Comedyserie
"The Bear: King of the Kitchen"
"Hacks"
"South Park"
"Only Murders in the Building"
"The Studio"
Beste Miniserie
"Adolescence"
"The Beast in Me"
"Black Mirror"
"Black Rabbit"
"Dying for Sex"
Bester TV- bzw. Streaming-Film
Bridget Jones – Verrückt nach ihm
The Gorge
John Candy: I Like Me
Mountainhead
Nonnas
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Am 28. Februar werden die 37. Producers Guild Awards in Los Angeles verliehen und wir werden Euch natürlich über die Sieger informieren.
Quelle: Producers Guild of America












