Batman vs Superman

Ben Affleck und Henry Cavill in Batman v Superman: Dawn of Justice (2016) © Warner Bros. Pictures

Quelle: Collider

Noch lange bevor Zack Snyder sein ultradüsteres Epos Batman v Superman: Dawn of Justice 2016 in die Kinos brachte und die Zuschauer polarisierte, gab es bereits bei Warner Bros. Pläne, die beiden Titanen des DC-Universums im Kino aufeinander prallen zu lassen. Es war in den frühen 2000ern, noch bevor Christopher Nolan das Superheldenkino mit seinen Batman-Filmen nachhaltig verändert hat. Warners letzte DC-Verfilmung davor war Batman & Robin, eine schrille, groteske Kitschparade und der dunkelste Fleck in der gesamten Leinwandgeschichte des Fledermausmannes. Ein Neuanfang musste her, möglichst weit entfernt von Joel Schumachers bunten Eskapaden und Batnippeln. Und man hatte die Idee, neben Batman auch Superman zurückzubringen und damit zwei Franchises zu einem Preis wiederzubeleben.

Den Anfang der Neuausrichtung machte Drehbuchautor Andrew Kevin Walker, der David Finchers Sieben und Tim Burtons Sleepy Hollow geschrieben hat. Man merkt schon, Warner wollte es düster. Als Regisseur von Batman vs. Superman wurde Wolfgang Petersen (Das Boot) verpflichtet, Colin Farrell war im Gespräch für Batman und Jude Law für Superman. Henry Cavill wäre also um ein Haar nicht der erste britische Superman-Darsteller gewesen.

Dann wurde es ein wenig kurios, denn für die Überarbeitung von Walkers Drehbuch wurde Akiva Goldsman verpflichtet, der Co-Autor von Batman Forever und alleinige Autor von Batman & Robin. Man würde meinen, dass das Studio einen weiten Bogen um jeden machen würde, der an dem Desaster beteiligt war, doch andererseits hat Goldsman zu dem Zeitpunkt auch den Oscar für A Beautiful Mind gewonnen und bekam so seine Chance auf Wiedergutmachung. Diesmal sollte es ganz anders werden, und zwar ganz düster, noch lange bevor Nolan und Snyder das düstere Superheldenkino popularisiert haben.

In einem neuen Interview mit Goldsman verriet der Autor, welche Pläne er für seine Version von Batman vs. Superman hatte und bezeichnete den Film als das Düsterste, was man sich vorstellen konnte: (aus dem Englischen)

Ich habe an dieser Version von Batman vs. Superman geschrieben, als Colin Farrell als Batman und Jude Law als Superman besetzt wurden und Wolfgang Petersen Regie führen sollte – wir waren in der Vorbereitungsphase und es war der düsterste Film, den man sich vorstellen konnte. Er hat mit Alfreds Beerdigung begonnen und Bruce hat sich verliebt und sein Dasein als Batman aufgegeben. Der Joker tötet seine Frau und dann erfährt man, dass alles eine Lüge war. Dass die Liebe selbst nur von Joker konstruiert wurde, um Bruce zu brechen. Es war eine Zeit, in der man diese Art Geschichten in Drehbuchform zusammenstellen konnte, sie aber nicht wirklich in der realen Welt funktionierten. Irgendwie, die Erwartungen an das Projekt, ob seitens der Zuschauer, des Unternehmens oder der Regie – es hat nicht ganz so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben, als wir es niedergeschrieben haben.

[…] Es war wirklich The World’s Finest, auf eine düstere und interessante Art und Weise. Ich denke, es hätte schön werden können. Ich bin hingegen überhaupt nicht traurig, dass der Superman-Film mit Nic Cage nicht gedreht wurde. Also schätze ich, dass es in der Zeit Gewinne und Verluste gab. (lacht)

Laut einer früheren Rezension des durchgesickerten Drehbuchentwurfs von Walker und Goldsman spielte Lex Luthor darin Batman und Superman gegeneinander aus, indem er den Joker zum Leben wiedererweckte (ja, wirklich), damit dieser eine Frau in Bruces Leben bringen und sie dann töten konnte. Okay, das klingt bizarr. Aber immerhin hörten die beiden Hauptfiguren nicht auf, gegeneinander zu kämpfen, als sie feststellten, dass ihre Mütter Martha hießen. Man kann nicht alles haben.

Wie Goldsman schon sagt, ist das Projekt nie zustandegekommen. Superman kehrte für Bryan Singers Superman Returns zurück, und Nolan schrieb mit Batman Begins und dessen Sequels Geschichte. Batman und Superman trafen erst vor vier Jahren im Kino aufeinander, in einem Film, der gerade für seine fast schon bedrückende Grimmigkeit kritisiert wurde. Nun stellt es sich heraus, dass auch die früheren Pläne für den Film nicht gerade sehr fröhlich waren.

Im selben Interview erklärte Goldman, dass er die von ihm miterschaffene DC-Serie "Titans" als eine Art Entschuldigung an die Fans für Batman & Robin betrachtet. Wie der Film geworden ist, tut ihm bis heute leid:

Was Batman & Robin angeht, der hat mich einfach verwirrt. Ich meine, wir hatten nicht vor, dass er schlecht wird. Ich schwöre, niemand meinte: "Das wird schlecht". Wir haben wirklich gedacht… Ich meine, das ist die Ironie: Es gab eine Zusammenstellung von Szenen nach der Hälfte des Drehs und sie sah wirklich düster aus auf eine interessante Art. Es ist, was es ist, und es tut mir leid. Ich denke, es tut uns allen leid.

Hättet Ihr gerne Petersens Batman vs. Superman mit Colin Farrell und Jude Law gesehen?