Anne Heche

Anne Heche in Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997) © Sony Pictures

Quelle: Deadline

US-Schauspielerin Anne Heche, am besten bekannt aus den Serien "Ally McBeal", "Hung", "Men in Trees" und "Chicago P.D." sowie Neunziger-Filmen wie Sechs Tage, sieben Nächte (OT: Six Days, Seven Nights) und Volcano, ist tot. Wie wir berichtet haben, erlitt sie am 5. August einen schweren Autounfall, bei dem sie in ein Einfamilienhaus in Los Angeles raste und erst nach über einer Stunde aus dem brennenden Wrack befreit werden konnte. Obwohl sie anfangs noch ansprechbar war, fiel sie ins Koma, aus dem sie nicht mehr erwacht ist. Vor einigen Tagen wurde sie von den Ärzten aufgrund ihres schweren, durch Sauerstoff-Unterversorgung verursachten Hirntraumas für hirntot erklärt, was nach der kalifornischen Gesetzgebung als Tod definiert wird. Dennoch wurde sie zunächst weiter beatmet, damit ihre Organe gemäß ihrem Wunsch zu Lebzeiten zur Spende entnommen werden konnten. Am Sonntag wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt und Heches Herz hat aufgehört zu schlagen. Sie wurde 53 Jahre alt.

In Heches Blut wurden laut ersten Toxikologie-Berichten Spuren von Kokain und dem Schmerzmittel Fentanyl gefunden. Ob ein potenzieller Rauschzustand zum Unfall geführt hat, lässt sich jedoch noch nicht sagen.

Nach einer schwierigen Kindheit mit einem verkappt homosexuellen und laut ihrer eigenen Aussage ihr gegenüber missbräuchlichem Vater, der mit 45 an AIDS gestorben ist und einer sehr religiösen Mutter, ergatterte Heche 1987 kurz vor ihrem Highschol-Abschluss eine Doppelrolle als Zwillingsschwestern in der Soap "Another World". In den Neunzigern stieg sie in Hollywood schnell auf und trat u. a. in Filmen wie Volcano, Sechs Tage, sieben Nächte, Wag the Dog, Ich weiß, was du letrzten Sommer getan hast (OT: I Know What You Did Last Summer), Donnie Brasco und Psycho auf. Zu ihren späteren bekannten gehörten u. a. John Q. mit Denzel Washington, Wild Card mit Jason Statham, Zu guter Letzt (OT: The Last Word) mit Shirley MacLaine und der vom Guns 'N Roses-Gitarristen produzierte Horrorfilm Nothing Left to Fear.

Größere Erfolge feierte Heche in den letzten 20 Jahren im Fernsehen als Hauptdarstellerin in Serien wie "Hung" und "Men in Trees". Wiederkehrende Rollen spielte sie außerdem in den Serienhits "Ally McBeal" und "Chicago P.D." Für ihre Rolle im Fernsehfilm Gracie’s Choice aus dem Jahr 2004 erhielt sie eine Emmy-Nominierung als Nebendarstellerin.

Vor ihrem Tod drehte Heche noch einige kommende Film- und Serienprojekte ab. Nächsten Monat soll beim US-Sender Lifetime der TV-Film Girl in Room 13 Premiere feiern, der von skrupellosen Menschenhändlern handelt. Trotz Heches tragischem Schicksal soll der Film plangemäß ausgestrahlt werden. Abgedreht ist außerdem die HBO-Serie "The Idol" mit Heche ebenso wie der Katastrophenfilm Supercell, in dem sie neben Alec Baldwin mitgespielt hat.

Eine kleine persönliche Anmerkung: Auch wenn ich es natürlich auf keinen Fall billige, wenn jemand unter Einfluss von Rauschmitteln Auto fährt und damit Menschenleben gefährdet, waren einige LeserInnen-Kommentare nach dem ersten Artikel zu Heches Zustand erschreckend empathielos und grausam. Es ist immer noch ein Mensch, der hier auf sehr tragische Weise sein Leben verloren hat.