Quelle: Walt Disney Pictures

Disney kann momentan wirklich nichts falsch machen, oder? Walt Disney Pictures ist aktuell nicht nur das bislang umsatzstärkste Studios des Jahres weltweit, es ist der gesamten Konkurrenz so weit voraus wie Usain Bolt bei einem 100-Meter-Rennen gegen einen Hobby-Jogger. Die drei erfolgreichsten Filme des Jahres gehören Disney: The First Avenger: Civil War hat weltweit die $1-Milliarde-Marke geknackt, Zoomania steht ganz kurz davor und The Jungle Book steuert ebenfalls auf den Meilenstein zu – all das noch bevor sichere Hitgaranten wie Findet Dorie und Rogue One – A Star Wars Story in die Kinos kamen, deren Chancen auf ein zehnstelliges Einspielergebnis ebenfalls hervorragend sind.

Beim Erfolgsrezept fährt Disney weitgehend dreigleisig: Marvel-Filme, Animationsfilme (Pixar oder Disney Animation) und Realadaptionen von Disneys Zeichentrick-Klassikern. Was es auch ist, die Kinogänger scheinen dem Studio aus der Hand zu fressen, was aber auch daran liegt, dass Disney die eigenen Fans kennt und mit großer Konsistenz genau das liefert, was sie wollen.

Das soll überhaupt nicht so kritisch sein, wie es sich vielleicht anhört, denn Disneys Zoomania und Civil War gehören auch zu den besten Filmen, die ich dieses Jahr bis jetzt gesehen habe und dem Studio verdanke es zahllose schöne Filmstunden. Lediglich mit der Welle von Märchen-Realfilmen des Studios konnte ich mich bislang nicht ganz anfreunden. Sowohl Alice im Wunderland als auch Maleficent, Cinderella und The Jungle Book fand ich allesamt blass bis bestenfalls passabel. Die Zuschauer sahen es anders und machten aus jedem dieser Filme einen Riesenhit, sodass die vier zusammengerechnet schon mehr als $3 Milliarden weltweit umgesetzt haben! Deshalb sind diese Realadaptionen bereits zu einem jährlichen Event in der ersten Jahreshälfte geworden und der nächste Film könnte vielleicht sogar der erfolgreichste davon werden, denn schließlich beruht Beauty and the Beast zweifelsohne auf einem von Disneys beliebtesten und gefeiertsten Zeichentrickfilmen überhaupt. Die Schöne und das Biest von 1991 wurde als erster Animationsfilm überhaupt bei den Oscars als „Bester Film“ nominiert (seitdem schafften das nur noch Oben und Toy Story 3, und das auch nur dank der Expansion auf zehn Nominees in der Kategorie), gilt für viele als der Höhepunkt der Disney-Renaissance der Neunziger und wurde seitdem mit überragendem Erfolg als Broadway-Musical adaptiert. Nächstes Jahr erobern Belle und der verzauberte Prinz wieder die Kinoleinwände in der Musical-Adaption des Zeichentricks und der erste magische Teaser-Trailer lässt keine Zweifel daran, dass Disney einen weiteren Riesenhit in der Tasche hat.

Man sieht nicht viel, doch man hört genug, um eine wohlige Gänsehaut bei den Klängen von Alan Menkens vertrauter, oscarprämierter Musik zu verspüren. Der achtfache Oscargewinner Menken (davon zwei für Die Schöne und das Biest) schrieb sogar zwei neue Songs für den kommenden Film. Mit Harry-Potter-Star Emma Watson als Belle ist die Hauptrolle so perfekt besetzt wie bei keinem anderen Disney-Märchenfilm der letzten Jahre. Stephen Chbosky, der auch den wundervollen Coming-of-Age-Film Vielleicht lieber morgen mit Emma Watson schrieb und inszenierte, ist mit für das Drehbuch von Beauty and the Beast verantwortlich. Bill Condon, der Autor und Regisseur des tollen Musicals Dreamgirls und Autor des Oscargewinners Chicago führte Regie, während der Film mit Dan Stevens (Das Biest), Luke Evans (Gaston) Kevin Kline (Maurice) und den Stimmen von Emma Thompson (Madame Pottine), Ian McKellen (Von Unruh) und Ewan McGregor (Lumière) bis in die Nebenrollen sehr gut besetzt ist. Auch als Skeptiker, der von den bisherigen Realadaptionen von Disney nicht sehr angetan war, muss ich zugeben, dass es verdammt gut klingt und dass der Teaser Lust auf mehr macht. Doch wir müssen uns gedulden – Beauty and the Beast startet erst am 30.03.2017 in unseren Kinos.

Wer die Zeit bis dahin überbrücken will, dem kann ich die ebenfalls sehr schöne französische Filmadaption Die Schöne und das Biest mit Léa Seydoux und Vincent Cassel in den Hauptrollen empfehlen, die vor wenigen Jahren in den Kinos lief.