Als Steven Spielberg Der weiße Hai drehte, ahnte er vermutlich weder, dass er mit dem Film den ersten modernen Sommer-Blockbuster überhaupt erschaffen würde, noch, dass er das Fundament für eins der ergiebigsten Horror-Subgenres überhaupt legen würde. Der weiße Hai inspirierte zahlreiche Nachahmer. In den 51 Jahren seit der Premiere von Spielbergs Meisterwerk sind erheblich mehr Menschen durch Haie in Filmen ums Leben gekommen als in der realen Welt. Irgendwann reichte es in Filmen auch nicht, dem Wasser einfach fernzubleiben, um von Haien sicher zu sein. In Bait 3D – Haie im Supermarkt war der Titel Programm und die Raubfische schwammen nach einem Tsunami durch die Gänge eines australischen Supermarkts, und in Sharknado wehte ein Tornado sie über Los Angeles. In ihrem neuen Film schwimmen die Haie durch die Straßen und direkt in die Häuser von ihren Opfern. Was zunächst nach ziemlichem Trash klingt, heißt in Wahrheit Thrash (ein zusätzliches "h" macht den Unterschied!) und ist ab heute bei Netflix zu sehen.
Der norwegische Filmemacher Timmy Wirkola, der in Dead Snow Nazi-Zombies entfesselte, Hänsel und Gretel auf Hexenjagd schickte und in Violent Night aus dem Weihnachtsmann einen Actionhelden machte, wuchs mit Spielbergs Der weiße Hai und dessen Fortsetzung auf und träumte schon lange davon, selbst einen Haifilm zu drehen. Mit Thrash bekam er dazu die Gelegenheit. Ursprünglich unter dem Titel Beneath the Storm von Sony Pictures angekündigt, wurde der Film zunächst in Shiver umbenannt und später an Netflix verkauft, wo er als Thrash veröffentlicht wurde.
In dem Film wird ein Küstenstädtchen nach einem heftigen Hurricane überflutet und die Flut bringt hungrige Haie mit sich, dieauf die Bewohner der Stadt Jagd machen. Mittendrin sind die hochschwangere Lisa, gespielt von "Bridgerton"-Star Phoebe Dynevor, der Meeresforscher Dale (Djimon Hounsou aus Guardians of the Galaxy) mit seiner agoraphoben Nichte Dakota (Whitney Peak aus "Gossip Girl") und die Teenagerin Dee (Alyla Browne aus Furiosa: A Mad Max Saga). Die Prämisse mag absurd klingen, die Herangehensweise des Films, der sich auf den Spuren von Alexandre Ajas Alligatoren-Thriller Crawl bewegt, ist bierernst. Nach Im Wasser der Seine könnte Thrash der nächste große Haifilm-Hit für Netflix werden.
Neugierig geworden? Hier ist der englischsprachige Trailer zu Thrash:















