Person of Interest Taraji P Henson

Taraji P. Henson in "Person of Interest" © CBS Broadcasting, Inc. All Rights Reserved

Quelle: Variety

Vielleicht lag es an ihrem Sender CBS, der vor allem für seine Sitcoms und seine Endlos-Procedurals wie "Navy CIS" und "Criminal Minds" bekannt ist, dass die Science-Fiction-Thrillerserie "Person of Interest" nie die Beachtung erhalten hat, die sie verdiente. Insbesondere bei Preisverleihungen wurde sie konsequent ignoriert und anspruchsvolle Serienfans rümpften die Nase bei der Vorstellung, eine CBS-Serie zu schauen. Dabei zeigte Serienschöpfer Jonathan Nolan (ja, der Bruder von Christopher) in der Serie bereits Ansätze, die sich später in seinem HBO-Hit "Westworld" wiederfanden.

Die Stars der 2016 beendeten Serie waren Michael Emerson ("Lost") und Jim Caviezel (Die Passion Christi). Von Anfang an war auch Taraji P. Henson an ihrer Seite. Sie verließ jedoch am Ende der dritten Staffel abrupt die Serie, als ihre Figur erschossen wurde. Damals erklärte Jonathan Nolan, dass er diese Idee hatte: (aus dem Englischen)

Ich bin Anfang des Jahres hingeflogen, um mich mit Taraji zusammenzusetzen und zu sagen: "Okay, das haben wir vor," und sie wusste es. Es war ein wundervolles, aber bittersüßes Gespräch.

Doch in einem langen Profil des Branchenblatts Variety enthüllte Henson, dass es ihr Wunsch war, "Person of Interest" zu verlassen, weil die Arbeit an der Serie trotz guter Bezahlung sie nicht glücklich gemacht hat:

Ich musste zuvor eine Serie verlassen. Es war das meiste Geld, das ich in meinem Leben gesehen habe, und mir ging es so schlecht. Es hat mir die Freude geraubt. Ich erinnere mich, wie ich zu Gott gebetet habe: "Gott, ich bin in kreativer Hinsicht nicht glücklich." Und am nächsten Tag habe ich den Produzenten angerufen. Er hat es verstanden. Und ich bin weggegangen, ohne zu wissen, wohin ich gehe. Ich habe ein Theaterstück in Pasadena gespielt. Mir war es egal, wer zum Stück kam, Manager oder Casting-Leute. Es ging darum, dass sich Taraji in die Schauspielerei wieder verliebt. FOX musste um mich werben. Ich wollte das Drehbuch (zu "Empire") gar nicht lesen. Ich war mit dem Fernsehen fertig.

Wie Ihr merkt, nannte Henson nie die Serie, um die es sich handelte. Doch Fakt ist, dass zwei Wochen nach ihrem "Person of Interest"-Ausstieg ihr Theaterstück in Pasadena angekündigt wurde. Es ist also nicht schwer eins und eins zusammenzuzählen.

Henson feierte ihren Durchbruch mit der Rolle der schwangeren Prostituierten Shug im Musik-Drama Hustle & Flow. Für Der seltsame Fall des Benjamin Button erhielt sie ihre bislang einzige Oscarnominierung. Jedoch klagte sie nach Benajmin Button über einen Mangel an Rollenangeboten. Daher kam der gut bezahlte Part in "Person of Interest" ihr gelegen. Es spricht für künstlerische Integrität, dass sie eingesehen hat, dass diese Arbeit sie nicht erfüllt, und der Serie den Rücken kehrte. Es war eine kluge Entscheidung, denn wäre sie geblieben, hätte sie wohl nie die Rolle bekommen, für die sie die meisten heutzutage kennen – als Cookie Lyon in der Hitserie "Empire". Mit diesem Part, der ihr zwei Emmy-Nominierungen einbrachte, ist sie offenbar sehr zufrieden, denn sie spielt ihn bereits seit fünf Jahren und wird demnächst auch in der sechsten und letzten Staffel zurückkehren.