Mortal Kombat 2

Hiroyuki Sanada in Mortal Kombat © 2021 New Line Cinema/Warner Bros. Pictures

Quelle: Deadline

Für jemanden wie mich, der jahrelang jede Woche mehrmals ins Kino ging, war der erste Lockdown 2020 eine massive Umstellung. Plötzlich hatte ich so viel Zeit wie lange nicht mehr, wusste aber zunächst nichts damit anzufangen. Also frönte ich einer fast vergessenen Leidenschaft aus meiner Kindheit wieder und zockte mit einem Freund täglich "Mortal Kombat 11". Es war das erste "Mortal Kombat"-Spiel, das ich seit vielen, vielen Jahren gespielt habe, und dennoch war ich blitzschnell wieder drin in der Welt der besten Kämpfer des Erdenreichs und der Außenwelt. Das Spiel hat mir auch richtig Appetit auf die von James Wan produzierte Neuverfilmung gemacht, die ein Jahr später veröffentlicht wurde.

Weil die Kinos hierzulande bereits seit Monaten dicht waren, ohne Aussicht auf Besserung, wurde der neue Mortal Kombat zunächst im Mai 2021 direkt als Video-On-Demand veröffentlicht. Ich biss in den sauren Apfel und habe den Film gemeinsam mit dem Kumpel, mit dem ich "Mortal Kombat 11" durchgespielt habe, digital gekauft und geschaut, und er war, wie man auf Englisch sagen würde, "a mixed bag". Endlich gab es in einem Mortal-Kombat-Film die ultrablutigen Fatalities aus den Spielen zu sehen. Die FSK18-Freigabe hat sich der Streifen redlich verdient. Auch einige Charaktere, insbesondere Josh Lawsons Kano, waren sehr gut umgesetzt.

Wie viele Fans war ich aber auch etwas enttäuscht davon, dass ein Mortal-Kombat-Film das titelgebende Turnier auf Leben und Tod gar nicht enthält, sondern eigentlich nur Vorgeplänkel zum großen Ereignis ist und man mit der Aussicht auf ein Sequel vertröstet wird. Simon McQuoids Regiedebüt hatte Ansätze einer guten Mortal-Kombat-Verfilmung, fühlte sich aber wie ein überlanger Prolog an. Weshalb der Film mit Cole Young (Lewis Tan) unbedingt einen brandneuen Protagonisten gebraucht hat, obwohl die Spiele bereits eine Fülle an guten Charakteren bieten, hat sich mir auch nicht ganz erschlossen.

Mortal Kombat hat einige Versprechen gemacht, die es nun zu erfüllen gibt. Zum Glück war der Film kommerziell erfolgreich genug. Weltweit spielte er zwar nur $84 Mio ein, was angesichts eines $55-Mio-Budgets nicht gerade nach viel klingt. Sein wahrer Erfolg lag jedoch im Stream. Kein anderer Warner-Bros.-Film profitierte letztes Jahr so sehr von der zeitgleichen Veröffentlichung bei HBO Max in den USA. Geschätzte 3,8 Millionen US-Haushalte haben den Film in den ersten drei Tagen nach seiner Veröffentlichung bei HBO Max gestreamt. In den ersten 17 Tagen waren es rund 5,5 Millionen Haushalte, der bisherige Zuschauerrekord für einen HBO-Max-Titel. Mit diesen Streaming-Zahlen schlug Mortal Kombat locker Warner-Filme wie Wonder Woman 1984, Dune, Godzilla vs. Kong oder Matrix Resurrections.

Jetzt macht Warners Label New Line Cinema Nägel mit Köpfen und hat Jeremy Slater als Drehbuchautor von Mortal Kombat 2 engagiert. Slater arbeitete bislang hauptsächlich im Fernsehen. Von ihm stammt die Horrorserie "The Exorcist", er entwickelte für Netflix "The Umbrella Academy" und ist auch der Schöpfer und Showrunner von Marvels "Moon Knight", die im März veröffentlicht werden wird. Interessant an seiner Verpflichtung ist, dass Greg Russo, der den ersten Film zusammen mit Dave Callaham geschrieben hat, als Autor nicht zurückkehrt, obwohl er bereits Pläne für eine Mortal-Kombat-Trilogie geschmiedet hat. Dabei sollte der erste Film vor dem Turnier, der zweite während und der dritte nach dem Turnier spielen. Ob Slater die Struktur beibehalten wird, ist unklar, aber auf jeden Fall hoffe ich sehr, das der zweite Film noch näher an den Spielen sein wird.

Es ist aktuell noch unklar, welche Darsteller aus dem ersten Film in Mortal Kombat 2 zurückkehren werden, wobei ich schon davon ausgehe, dass der Großteil des "überlebenden" Casts wieder dabei sein wird, darunter Lewis Tan, Jessica McNamee und Tadanobu Asano. Obwohl Joe Taslims Charakter Sub-Zero im ersten Film von Scorpion (Hiroyuki Sanada) besiegt und augenscheinlich vernichtet wurde, enthüllte der Schauspieler, dass er für mehrere Sequels unter Vertrag steht, sodass auch er zurückkehren könnte.

Wer beim Sequel Regie führen wird, steht auch noch nicht fest. James Wan ist aller Voraussicht nach wieder als ausführender Produzent beteiligt. Nach dem Erfolg des ersten Films wird vermutlich auch der Nachfolger dem harten R-Rating treu bleben. Setzt man direkt nach dem Ende des ersten Films an, so werden die Zuschauer in Teil 2 endlich Johnny Cage kennenlernen, den die Macher bewusst für das Sequel aufgespart haben.

Wen würdet Ihr als Cage besetzen und welche weiteren "Mortal Kombat"-Charaktere wünscht Ihr Euch in der Fortsetzung?