Horror-Schlitzer sind nicht totzukriegen! Nächste Woche setzt Ghostface zu seinem siebten Amoklauf auf Kinoleinwänden an. Wes Cravens cleverer Meta-Slasher Scream hauchte 1996 dem totgeglaubten Subgenre neues Leben ein und steht 30 Jahre später unter Horrorfans immer noch hoch im Kurs. Vor drei Jahren erzielte der sechste Film sogar das höchste Einspielergebnis der Reihe in Nordamerika und die fantastischen Vorverkaufszahlen zu Scream 7 deuten möglicherweise auf einen neuen Erfolgshöhepunkt hin.
Der Überraschungserfolg des ersten Scream-Films löste eine regelrechte Teenie-Slasherwelle in den späten Neunzigern aus. Der erste und vermutlich bekannteste Nachahmer war natürlich Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, der kein Jahr nach Scream in die Kinos kam. Scream-Autor Kevin Williamson schrieb das Drehbuch zum Film, der (sehr lose) auf Lois Duncans gleichnamigem Roman basierte. Vom augenzwinkernden Humor aus Scream war in Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast jedoch keine Spur zu finden. Der bierernste Film hatte zwar die typische Ästhetik eines Neunziger-Slashers, lehnte sich aber inhaltlich mehr an die Genrevertreter aus den Achtzigern an.
Der Film kam genau zum richtigen Zeitpunkt in die Kinos und profitierte mehr als jeder andere Slasher vom Scream-Hype. Auch die schnell heruntergekurbelte, inhaltlich absurde Fortsetzung, die ein Jahr später herauskam, war erfolgreich, doch kurze Zeit später ebbte das Interesse an Slashern ab, und der dritte Film erschien 2006 direkt auf DVD und hatte mit den Vorgängern kaum etwas gemeinsam. Vor fünf Jahren wurde das Franchise dann mit einer durchaus interessanten, von James Wan (Saw) produzierten Serie bei Amazon Prime rebootet, nach einer Staffel wurde sie jedoch abgesetzt.
Als die Scream-Reihe jedoch 2022 mit einem Legacy Sequel erfolgreich wiederbelebt wurde, war es gemäß der Hollywood-Logik nur folgerichtig, auch den Meuchelmörder mit dem Fischerhaken aus der Mottenkiste zu holen. Letzten Sommer kehrte Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast mit einem Legacy Sequel zurück, in dem Freddie Prinze Jr. und Jennifer Love Hewitt ihre Rollen aus den ersten beiden Filmen wieder verkörperten. Im Mittelpunkt stand jedoch eine neue Gruppe leichtsinniger junger Leute (u. a. gespielt von Madelyn Cline, Tyriq Withers und Chase Sui Wonders), die einen tödlichen Autounfall verursacht, ihre Beteiligung daran vertuscht und ein Jahr später eine blutige Quittung dafür bekommt. Über weite Strecken ist der neue Film ein lauer Neuaufguss des Originals, der noch einmal daran erinnert, dass Scream einfach ein deutlich besserer Film war. Am Ende zieht er dann auch einen haarsträubenden Twist aus dem Hut, von dem sich viele Zuschauer geradezu verarscht fühlten.
Wer den Film im Kino verpasste, wird an dieser Stelle vielleicht neugierig. Ab heute, dem 16. Februar könnt Ihr ihn bei Netflix im Stream nachholen – auf eigene Gefahr! Falls Ihr Euch traut und es bis zum Schluss durchhaltet, schaltet nicht direkt aus, denn es gibt noch eine Szene im Abspann.
Hier ist der deutsche Trailer:
Quelle: Netflix Deutschland












