Friends from College Staffel 3

© 2019 Netflix

Quelle: Nicholas Stoller Twitter

"Marvel’s The Punisher" ist nicht die einzige Netflix-Serie, deren zweite und finale Staffel letzten Monat veröffentlicht wurde. Nicholas Stoller, Co-Schöpfer der Comedyserie "Friends from College", gab über Twitter bekannt, dass die Serie nicht mit einer dritten Staffel zurückkehren wird. Für die Fans, sollte es diese gegeben haben, ist das recht bitter, denn Staffel 2 ließ die meisten Handlungsstränge der Hauptfiguren offen.

"Friends from College" erzählt von einer Gruppe von sechs eng befreundeten Harvard-Absolventen und ihren häufig katastrophalen romantischen Verwicklungen untereinander, zwei Jahrzehnte nach ihrem Uni-Abschluss. Im Prinzip handelt die Serie von erwachsenen Menschen, die sich weigern, erwachsen zu werden, und immer noch alten und unbeschwerten Zeiten nachjagen, während sie mit den Herausforderungen der Realität konfrontiert werden.

Das klingt eigentlich ganz interessant und für viele Zuschauer sicherlich auch nachempfindbar. Dass "Friends from College" dennoch eine ziemlich furchtbare Serie war, lag an den unerträglichen und absurden Hauptfiguren. Nicholas Stoller inszenierte zuvor die Comedyhits Nie wieder Sex mit der Ex und mit u. a. Keegan-Michael Key, Cobie Smulders und Fred Savage war "Friends from College" auch richtig gut besetzt. Doch all das Talent war in der Serie letztlich verschwendet. Die zum Teil einfach bizarren Marotten der Charaktere (wie die sich in Stresssituationen verändernde Stimme von Keys Figur Ethan) waren weder lustig noch liebenswert.

Trotz der grausamen Kritiken für die erste Staffel, wurde "Friends from College" 2017 um eine zweite Staffel verlängert. Als diese jedoch im Januar ohne viel Werbung veröffentlicht wurde, war eigentlich abzusehen, dass die Tage dieser Uni-Freunde gezählt sind.

Auf eine bizarre Art und Weise werde ich "Friends from College" dennoch vermissen, denn nun muss ich mir eine neue Hate-Watching-Serie suchen. "Hate-Watching" ist ein verhältnismäßig neuer Begriff aus dem letzten Jahrzehnt und beschreibt den Zustand, bei dem Zuschauer ambitionierte, vielversprechende, jedoch völlig misslungene Serien weiterschauen, gerade weil sie diese hassen bzw. ihr Versagen faszinierend finden. Nicht zu verwechseln mit Guilty Plasures, die in der Regel keinen Anspruch erheben, besonders gut zu sein und dennoch Spaß bereiten.

Lange Zeit habe ich das Konzept des Hate-Watching nicht verstanden. Wieso sollte man seine Zeit mit einer Serie verschwenden, die man hasst? Doch dann habe ich "Friends from College" entdeckt und festgestellt, dass Hate-Watching äquivalent einem Zusammenprall zweier Züge in Zeitlupe ist – es ist schlimm, aber man kann einfach nicht wegsehen. Das galt vor allem für die erste Staffel, denn die zweite war tatsächlich eine erhebliche Verbesserung (wenn auch immer noch nicht sonderlich gut) und enthielt einige emotional authentische Momente. Doch es war einfach zu spät, um die vergraulten Zuschauer noch zurückzuholen.