Elvis Extended Cut

Austin Butler in Elvis © 2022 Warner Bros. Pictures

Quelle: Collider

Vergangenes Wochenende strömten Millionen Elvis-Fans in der US-amerikanischen Heimat des Kings of Rock ’n' Roll in die Kinos, und katapultierten Baz Luhrmanns Filmbiografie der Musikikone Elvis Presley und seines zwielichtigen, manipulativen Managers Colonel Tom Parker an die Spitze der US-Charts, wo er in einem knappen Zweikampf verhinderte, dass Top Gun: Maverick die Pole Position in seiner fünften Woche zurückeroberte. Mit rund $31 Mio in den ersten drei Tagen gelang Elvis der bis Abstand beste Start eines überlangen Dramas mit einem älteren Zielpublikum seit Beginn der Pandemie.

In Deutschland hielt sich die Begeisterung über Elvis in Grenzen und mit knapp 90.000 Zuschauern zum Start legte der Film deutlich schwächer los als vergleichbare Musiker-Biopics wie Walk the Line (Johnny Cash), Bohemian Rhapsody (Freddie Mercury) oder Rocketman (Elton John).

Mit einer Laufzeit von rund 159 Minuten ist Luhrmanns pompöser, üppig bebilderter Film deutlich länger als die anderen oben genannten Biopics. Nichtsdestotrotz ist es ein immer wieder auftretender Kritikpunkt, dass der Film in vielen Aspekten nicht genug in die Tiefe geht und Stil der Substanz vorzieht. Umso interessanter wurde Luhrmanns Erwähnung eines deutlich längeren, vierstündigen Cuts des Films, den er auf massentaugliche zweieinhalb Stunden gekürzt haben soll. Wer jedoch hofft, dass diese längere Fassung im Heimkino oder im Stream demnächst Premiere feiern wird, sollte die Erwartungen deutlich herunterschrauben. Luhrmann hat erklärt, dass es sich bei der vierstündigen Fassung um einen Rohschnitt handelt, also keineswegs einer direkt verwertbaren Version. Darüber hinaus hält er eine längere Fassung zwar für möglich und gegebenenfalls interessant, aber definitiv nicht in nächster Zeit: (aus dem Englischen)

Es ist eigentlich lustig, weil ich das Gefühl habe, dass es eine Variation ist. Wenn man ein Musikstück schreibt, ist es eine Variation davon. Ich denke, dass es eine wirklich legitime Erzählung ist, nicht einfach nur Füllstoff.

Ich kann mir aktuell gar nicht vorstellen, was eine längere Version von Elvis wäre. Aber die Idee, dass es eine unterschiedliche Version dieser Kinofassung gibt, die ist noch viele Jahre hin. Es ist Jahre hin, aber es ist möglich. Aber ich kann nicht genug betonen, dass es nicht morgen sein wird. Es ist noch Jahre entfernt.

Geduld ist angebracht, besonders bei einem Regisseur, der nur sechs Filme innerhalb von 30 Jahren gedreht hat. Sein romantisches Epos Australia wird demnächst eine verlängerte Fassung in Form einer sechsteiligen Miniserie erhalten, knapp 15 Jahre nach dem Kinostart des Films. Vermutlich werden auch bei Elvis viele Jahre ins Land ziehen, bevor er einen Extended Cut anpackt.

Habt Ihr Elvis bereits gesehen und wenn ja, wie fandet Ihr den Film?