Box-Office Deutschland – Das schöne Wetter lässt alle Filme leiden

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Box-Office Deutschland - 11.-14.04.2013 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Insidekino

Ganz Deutschland freute sich letztes Wochenende über die ersten (fast) sommerlich warmen Temperaturen nach einem schier endlosen Winter. Kinobetreiber und Verleiher dürften dabei die Ausnahme gewesen sein. Für sie wurde das wunderschöne Wetter zum Verhängnis. Insbesondere die Kiniderfilme litten erwartungsgemäß unter den Outdoor-Aktivitäten der Familien. Unglücklicherweise (für das Box-Office) fiel der Schönwettereinbruch auch noch mit dem Ende der Osterferien zusammen. Kein Film in der Top 10, nicht einmal die Dauerbrenner, konnte mit einem Rückgang von weniger als 40% überzeugen. Die meistem Filme gaben um mehr als die Hälfte gegenüber der Vorwoche nach. Für die Top 10 ging es damit um 37% runter von der Vorwoche und um grauenhafte 58% runter vom gleichen Wochenende 2012.

Oblivion eroberte mit 257,000 Zuschauern (inkl. Previews) von 600 Kinos problemlos die Spitze und wurde als einziger Film am Wochenende von mehr als 100,000 Menschen im Kino gesehen. Der Start ist angesichts der Wetterumstände solide, doch zugleich auch mit Sicherheit unter den Erwartungen des Verleihers. Immerhin hat er 6% weniger Zuschauer in die Kinos bis Sonntag gelockt als der letzte Tom-Cruise-Streifen Jack Reacher, der in 111 Kinos weniger anlief und nicht den Blockbuster-Status von Oblivion genoss. Auf lange Sicht sollte Oblivion besser laufen, denn Jack Reacher brach schnell in sich zusammen und kam gerade einmal auf knapp 530,000 Zuschauer. Da bereits kommendes Wochenende etwas kälter geraten sollte, erwarte ich einen guten Hold. Jack Reacher ist unter den bestmöglichen Voraussetzungen gestartet, während Oblivion wirklich vom Unglück getroffen wurde. Schon nach seinem zweiten Sonntag könnte er mit der Gesamtbesucherzahl von Jack Reacher gleichziehen. Sogar 1 Mio schließe ich momentan nicht aus, wenn sich das Wetter zugunsten des Films wenden sollte. Ein besseres Durchhaltevermögen als beispielsweise G.I. Joe – Die Abrechnung traue ich dem Film allemal zu. Dennoch sieht es momentan eher nach einem Gesamtergebnis von etwa 800,000 Besuchern aus.

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Nach drei großartigen Wochenenden wurde Die Croods vom Wetter und dem Ende der Sommerferien so hart getroffen wie kein anderer Film. Auch wenn er in seiner vierten Woche immer noch Rang 2 der Charts belegt hat, ging das Animationsabenteuer aus der Schmiede von DreamWorks Animation um heftige 70% zurück, auf 97,000 Zuschauer. Insgesamt kann er nach seinem vierten Wochenende etwa 1,777,000 Besucher verzeichnen und hat damit immerhin schon Rio überholt. Nach dem nächsten Wochenende könnte er bereits den 30 erfolgreichsten computeranimierten Filmen aller Zeiten in  Deutschland angehören. Auch wenn die mangelnde Konkurrenz dem Film in den kommenden Wochen dabei helfen wird, sich zu stabilisieren, hat letztes Wochenende seine Chancen auf 2,5 Mio Besucher zunichte gemacht. Jedoch wird er schon bald 2 Mio erreichen und seine Laufzeit mit sehr soliden 2,2 Mio beenden.

G.I. Joe – Die Abrechnung stellte erneut seine Frontlastigkeit unter Beweis und fiel um 55% auf 66,000 Zuschauer, womit er Platz 3 am Wochenende belegen konnte. Insgesamt wurde der Film nach 18 Tagen von 688,000 Menschen in Deutschland im Kino gesehen – fast 70% mehr als die Gesamtbesucherzahl von Teil 1. Allerdings wird der Film in den kommenden Wochen alleine schon an der Anzahl der bereiten Neustarts leiden. Dieses Wochenende starten vier Filme in mehr als 100 Kinos, am Wochenende darauf dürften es mindestens zwei weitere sein. G.I. Joe 2 wird schnell seine Leinwände verlieren und spätestens mit dem Start von Iron Man 3 am 1. Mai auch sein Zielpublikum. Im Idealfall wird er gerade noch 850,000 Kinogänger insgesamt erreichen, doch auch das wird nicht leicht.

Auch für Voll abgezockt ging es um eine Position nach unten auf Rang 4 der Charts. Die Komödie von Seth Gordon hat 60,000 Zuschauer (-49%) am Wochenende für sich begeistert und steht mit 485,000 Besuchern nur noch wenig vor einer halben Million entfernt. Mit Unterwegs mit Mum und Es hält kein Jahr bekommt er es dieses Wochenende mit starker Comedy-Konkurrenz zu tun. Lange wird er in den Charts nicht bleiben, ein Gesamtergebnis von 700,000 Besuchern könnte aber noch drin sein, womit der Film zumindest den allgemeinen Erwartungen entsprach.

Platz 5 der deutschen Kinocharts ging an Ostwind. Wie alle anderen Familienfilme wurde auch diese deutsche Produktion von schönem Wetter hart getroffen und baute 58% ab. Dank 44,000 zusätzlichen Besuchern am Wochenende erreichte der Film nach vier Wochen eine halbe Million Zuschauer und steht nun bei 515,000 Besuchern. Damit hat der Streifen bereits den deutschen Fantasyfilm Rubinrot um etwa 70,000 Besucher geschlagen und wird den Abstand noch deutlich vergrößern. Das hätte wohl wirklich kaum jemand erwartet. Ostwind wird mit Sicherheit noch sehr gut in den Sommer hinein spielen und wird sich auch von dem Wetterschlag bald erholen. Ich erwarte es, den Film noch eine Zeitlang in der Top 20 vorzufinden. Mit einem geschätztwen Gesamtergebnis von 800,000 Zuschauern wäre Ostwind ein weiterer von vielen deutschen Filmen, die dieses Jahr über den Erwartungen liefen.

Der Arthouse-Dauerbrenner Nachtzug nach Lissabon hatte mit einem Rückgang von 42% den besten Hold in der gesamten Top 10 (zusammen mit Django Unchained) und konnte sich so auf Platz 6 halten. Weitere 32,000 Zuschauer sahen die Bestsellerverfilmung am Wochenende und brachten auch diesen Film jenseits der 500,000-Marke. Wie auch bei Ostwind sehe ich hier noch eine vielversprechende Zukunft. Insbesondere in den Open-Air-Kinos wird sich der Film den ganzen Sommer hindurch eines großen Erfolgs erfreuen. Eine Gesamtbesucherzahl von 800,000 halte ich für möglich.

Hänsel & Gretel: Hexenjäger musste sich an seinem siebten Wochenende mit Rang 9 abfinden, erreichte aber nach einem Drop von 53% immerhin die 1,3 Mio-Zuschauermarke. Hier gibt es nicht mehr viel zu holen und spätestens die Ankunft von Iron Man 3 wird seine Quellen versiegen lassen. Auf etwa 1,4 Mio könnte er es mit etwas Glück noch bringen.

Nach einem weiterem Wochenende Auszeit, kletterte Django Unchained in seiner 13. Woche mit 18,000 Besuchern (-42%) in die Top 10 auf den 10. Rang zurück. Das Durchhaltevermögen des Films ist phänomenal, bedenkt man, dass er noch Ende diesen Monats auf DVD und BluRay zu haben sein wird. Mittlerweile wurde der Film von knapp 4,34 Mio Zuschauern gesehen und wird dank Open-Air-Einsatzen früher oder später auch 4,5 Mio erreichen.

Ein Mordsteam blieb mit 17,000 Zuschauern (-51%) auf Rang 11 und pasierte nach vier Wochen die 250,000-Hürde.

Der deutsche Arthousefilm Das Wochenende landete mit 22,000 Zuschauern (inkl. Sneaks und Previews) und knapp unter 17,000 am regulären Wochenende auf Platz 12 der Charts und legte einen soliden Schnitt von 211 Besuchern pro Kino hin. Es ist ein vielversprechender Start, der bei besseren Wetterbedingungen womöglich deutlich größer ausgefallen wäre. Hier sind mindestens 100,000 Besaucher sicher, vielleicht auch 150,000. Die romantische Komödie Kiss the Coach startete hingegen in 153 Kinos mit erbärmlichen 16,000 von Donnerstag bis Sonntag (Schnitt von 103 Besuchern/Kino) und hat dank Sneaks und Previews bis Sonntag fast 30,000 Kinogänger erreicht. Dem Film wird, wie schon in den USA, nur eine kurze Laufzeit beschert sein.

Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht hat nach sechs Wochen 400,000 Besucher erreicht – ein sehr solides Ergebnis für die Nicholas-Sparks-Adaption in Anbetracht der Tatsache, dass der Film nicht mit hierzlande bekannten Stars wie Zac Efron, Miley Cyrus oder Richard Gere aufwarten konnte.

Mademoiselle Populaire startete mit 18,000 Besuchern (inkl. Sneaks) von 70 Kinos. Besonders traurig erging es am Wochenende dem dänischen Animationsstreifen Thor – Ein hammermäßiges Abenteuer, der einschließlich Preiews etwa 12,500 Besucher bis Sonntag in die Kinos locken konnte, am eigentlichen Wochennde aber gerade mal 9639 Menschen erreichte – und das obwohl er in 368 Kinos gespielt wurde! Seit 1997 ist es der schlechteste Start für einen Film, der in mehr als 300 Kinos anlief. Nur 26 Menschen haben pro Kino im Schnitt ein Ticket für den Film gelöst.

Dafür hat ein weiterer europäischer Animationsfilm am Wochenende einen neuen Meilenstein erreicht – Sammys Abenteuer 2 passierte 700,000 Besucher. Derweil hat Dustin Hoffmans Quartett 300,000 Besucher geknackt und könnte im Sommer dank den Open-Air-Vorstellungen noch um Einiges zulegen.

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