Nicht alles, was lange währt, wird auch endlich gut. Manche Filme verbringen eine halbe Ewigkeit in Hollywoods Entwicklungshölle, nur um nach Fertigstellung sang- und klanglos unterzugehen. Bestes Beispiel dafür ist das Reboot von The Crow, nach dem kein Hahn krähte, als es 2024 in die Kinos kam und spektakulär floppte. Aber auch das neue Kino-Abenteuer von He-Man in Masters of the Universe brauchte zwar fast 20 Jahre, um endlich auf die Kinoleinwände zu kommen, das Studio überschätzte jedoch deutlich die Nostalgie und das Interesse am muskulösen Kulthelden aus den Achtzigern.
Masters of the Universe kam Anfang Juni in die Kinos, konnte sich jedoch gegen die Konkurrenz von Scary Movie 6, Backrooms und Toy Story 5 nicht durchsetzen. Die 170 Millionen US-Dollar teure Produktion spielte weltweit gerade einmal $114 Millionen ein und nur das monumentale Scheitern von Supergirl einige Wochen später bewahrte sie davon, zum größten Kassenflop des Sommers zu werden, auch wenn der Vertriebschef der Produktionsfirma Amazon den Misserfolg nach dem schwachen Start herunterspielte und von erfüllten Erwartungen im Sinne einer "holistischen Unternehmensstrategie" sprach.
Damit meint er natürlich, dass Masters of the Universe im Idealfall sein Publikum noch finden wird, wenn er bei Amazon Prime im Stream erscheint. Schließlich konnte der Weihnachtsfilm Red One – Alarmstufe Weihnachten mit Dwayne Johnson auf diese Weise sein bescheidenes Kino-Einspiel vor zwei Jahren ein wenig wettmachen, als er zum massiven Streaming-Erfolg avancierte. Ob das auch Masters of the Universe gelingen wird, wird Amazon schon sehr bald erfahren, denn bereits morgen, am 22. Juli, wird das Fantasy-Abenteuer weltweit bei Prime im Abo erscheinen, nur 47 Tage nach seinem US-Kinostart. Zum Vergleich: Beim deutlich erfolgreicheren Der Astronaut – Project Hail Mary vergingen mehr als 100 Tage zwischen Kinostart und Prime-Auswertung.
Im Gegensatz zum eingangs erwähnten The Crow hätte Masters of the Universe meiner Meinung nach deutlich größeren Erfolg verdient. Regisseur Travis Knight, der mit Bumblebee bereits einen der besten Transformers-Filme drehte, gelang eine sehr unterhaltsame Mischung aus Albernheit, Nostalgie und aufrichtiger Huldigung der Vorlage mit einem toll besetzten (und entsprechend durchtrainierten) Nicholas Galitzine als Prinz Adam alias He-Man, der seine Bestimmung im Laufe des Films finden muss, und einem herrlich übertrieben aufspielenden Jared Leto als He-Mans Erzfeind Skeletor. Der Film erinnerte mich in seinen besten Momenten an Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben, der auch unfassbar kurzweilig und kreativ war, aber leider unter den Erwartungen im Kino lief.
Neben Leto und Galitzine spielen Camila Mendes, Morena Baccarin, Alison Brie, Idris Elba, James Purefoy und Charlotte Riley weitere Rollen in dem Film. Falls Ihr Masters of the Universe noch nicht gesehen habt, nutzt ab morgen die Gelegenheit und schaut bei Prime rein. Ihr werdet es nicht bereuen – zumindest nicht, wenn Ihr die Vorlage kennt und mit den richtigen Erwartungen an den Film herangeht.
Quelle: Amazon Prime Video














