Robert Carradine, Mitglied der Carradine-Schauspielerfamilie, nahm sich vorgestern, am 23. Februar, das Leben. Das bestätigte seine Familie gegenüber dem Branchenblatt Deadline. Carradine verlor den Kampf gegen die bipolare Störung, an der er in den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens gelitten hatte. Die offizielle Mitteilung der Familie betonte, dass die Todesursache keineswegs verheimlicht werden soll. Vielmehr sollen psychische Erkrankungen weiter entstigmatisiert werden.
Wie seine Brüder Keith ("Deadwood") und David (Kill Bill) trat auch Robert Carradine in die Fußstapfen ihres Vaters, des ikonischen Charakterdarstellers John Carradine (Früchte des Zorns), nachdem David ihn dazu ermutigt hatte, für den John-Wayne-Western Die Cowboys (OT: The Cowboys) vorzusprechen. Robert Carradine ergatterte die Rolle und feierte mit ihr 1972 sein Leinwanddebüt. Im darauffolgenden Jahr spielte er eine kleine Rolle in Martin Scorseses Hexenkessel (OT: Mean Streets). Neben seinem Bruder David trat Robert Carradine 1976 im Action-Kultfilm Cannonball auf. Zwei Jahre später war er Teil des Ensembles des achtfach oscarnominierten Kriegsdramas Coming Home – Sie kehren heim von Hal Ashby.
Walter Hill besetzte Robert, David und Keith Carradine als Outlaw-Brüder in seinem Western Long Riders (OT: The Long Riders) aus dem Jahr 1980. Im selben Jahr war Carradine in Samuel Fullers autobiografischem Kriegsdrama The Big Red One zu sehen, der im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes lief.
Seinen größten Filmerfolg feierte Carradine 1984 als Obernerd Lewis in der Kultkomödie Revenge of the Nerds, die hierzulande unter dem Titel Die Rache der Eierköpfe erschienen ist. Carradine kehrte auch in drei deutlich weniger erfolgreichen Fortsetzungen zu dem Film zurück, von denen nur die erste im Kino lief.
Ab den Neunzigern war Carradine hauptsächlich in B-Movies und TV-Produktionen zu sehen, darunter in der Stephen-King-Adaption "Tommyknockers – Das Monstrum". Einen kleinen Karriereaufschwung erlebte er durch die Besetzung als Vater von Hilary Duffs Titelfigur in der Disney-Serie "Lizzie McGuire".
Neben der Schauspielerei war der Rennsport Carradines große Leidenschaft. In den 1980ern und 1990ern fuhr er zahlreiche professionelle Rennen für Team Lotus.
Carradine hinterlässt drei Kinder, darunter die Schauspielerin Ever Carradine ("The Handmaid’s Tale").
Quelle: Deadline












