Quelle: HBO

In meinen Artikeln zu „Westworld“ habe ich mehrmals die Möglichkeit erwähnt, dass die Serienadaption des Sci-Fi-Westerns von 1973 der nächste große Hit für HBO nach „Game of Thrones“ werden könnte und die Fantasyserie, die in zwei Jahren zu Ende gehen soll, als Serien-Event des Senders beerben könnte. Die richtigen Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben: eine großartige, namhafte Besetzung, eine ambitionierte Geschichte und vielversprechende Macher hinter den Kulissen, zu denen Jonathan Nolan („Person of Interest“) und J.J. Abrams („Lost“) gehören. „Game of Thrones“ ist dank der komplexen, unvorhersehbaren und verschachtelten Geschichte sowie der fantastischen Besetzung zu dem Erfolg geworden, das die Serie heutzutage ist, doch ein Grund für den großen Anklang, den sie fand, ist auch, dass sie an die mit einem wilden Cocktail aus ungehemmter Gewalt und Sex an die Ur-Instinkte der Zuschauer appelliert.

Bei aller Komplexität wird auch „Westworld“ diese Zutaten stolz zur Schau stellen, wie die neue Vorschau auf die Serie zeigt. In dieser geht es zwar um die Frage nach Realität vs. Träume, doch eine Sexorgie in einem Bordell und jede Menge Roboter-Action dürfen natürlich auch nicht fehlen – es ist schließlich HBO.

Der Sender hat außerdem ein eindrucksvolles Poster zu „Westworld“ veröffentlicht, als eine klare Anspielung auf Da Vincis Vitruvianischen Menschen.

Westworld Vorschau Poster

In „Westworld“ geht es um einen Freizeitpark der Zukunft, in dem zahlende Gäste ihre wilden Träume in einer Simulation des Wilden Westen ausleben können, die von Androiden bevölkert wird, die wiederum nicht ahnen, dass ihr Leben nicht real ist – bis sie eines Tages ein Eigenleben entwickeln. Wie auch in Michael Crichtons Film von 1973 geht es hier anfangs um zwei Parkbesucher (Ben Barnes und Jimmi Simpson), doch der Fokus der Serie geht weit über die beiden hinaus und lässt die Zuschauer auch ausführlich hinter die Kulissen des Parks blicken. Oscargewinner Antony Hopkins spielt den Schöpfer von Westworld, Jeffrey Wright und Sidse Babett Knudsen stellen seine Kollegen dar, während Ed Harris, Clifton Collins Jr., Evan Rachel Wood, Rodrigo Santoro und Thandie Newton Parkbewohner spielen. Harris übernimmt mehr oder weniger die Rolle von Yul Brynners schießwütigem Bösewicht aus dem Originalfilm. Ich gehe davon aus, dass seine Figur hier eine größere Komplexität aufweisen und nicht bloß eine reine Tötungsmaschine sein wird.

HBO wird mit der Ausstrahlung von „Westworld“ am 2. Oktober beginnen und hierzulande geht es bei Sky On Demand in der Originalfassung zeitgleich los. Es ist ein Projekt, das sich kein Sci-Fi- oder Serienfan entgehen lassen sollte.