Mike Flanagan inszeniert eine Neuverfilmung von Stephen Kings "Der Nebel"

Stephen King ist der meistverfilmte lebende Schriftsteller der Welt. Mehr als 100 Filme und Serien basieren auf seinen Werken, seien es seine dicken Wälzer oder seine Kurzgeschichten. Leider sind nicht viele dieser Filme und Serien wirklich gut, denn Kings Vorlagen sind nicht leicht zu adaptieren. In ihnen spielt sich viel in der Gedankenwelt und den Empfindungen der Charaktere ab, was sich nur bedingt in ein anderes Medium übertragen lässt. Jeder King-Fan kann ein Klagelied von seinen misslungenen Adaptionen singen.

In letzter Zeit hat ein Filmemacher jedoch offenbar den richtigen Zugang zu Kings Werken gefunden und sich auf sie spezialisiert. Mike Flanagan drehte zunächst Das Spiel (OT: Gerald’s Game) für Netflix, gefolgt vom überragenden, aber leider kommerziell erfolglosen Shining-Sequel Doctor Sleeps Erwachen, und inszenierte zuletzt mit dem lebensbejahenden Fantasy-Drama The Life of Chuck eine der ungewöhnlichsten King-Verfilmungen überhaupt. Flanagan hat auch schon die nächsten drei King-Adaptionen im Blick, deren Vorlagen jedoch vor ihm bereits von anderen Filmemachern mal besser, mal schlechter umgesetzt wurden. Bereits abgedreht ist Flanagans achtteilige Miniserien-Adaption von Kings Romandebüt "Carrie", das in der Vergangenheit schon dreimal fürs Kino und einmal als Fernsehfilm adaptiert wurde. Im Oktober wird seine "Carrie"-Serie bei Amazon Prime Video erscheinen. Seit einigen Jahren arbeitet Flanagan außerdem an einer vorlagengetreuen Serienadaption von Kings Magnum Opus "Der dunkle Turm".

Bevor er sich jedoch der Geschichte des Revolvermanns Roland Deschain zuwendet, wird er ein anderes Werk von King neu adaptieren. Für Warner Bros. entwickelt er als Drehbuchautor und Regisseur eine Neuverfilmung von Kings Novelle "Der Nebel" (OT: "The Mist"), die bekanntlich 2007 vom Die-Verurteilten-Regisseur Frank Darabont mit Thomas Jane in der Hauptrolle verfilmt und zehn Jahre später als Fernsehserie neu adaptiert wurde. Während kaum jemand noch an die kurzlebige, belanglose Serienadaption zurückdenkt, genießt die Filmversion ein hohes Ansehen unter vielen Film- und Horrorfans, nicht zuletzt wegen seines kompromisslosen, schockierenden Finales. Es gibt Filmenden, die sich wie ein Schlag in die Magengrube anfühlen, und Der Nebel reiht sich in dieser Hinsicht neben David Finchers Sieben und Eden Lake ein. King selbst äußerte seine Bewunderung für Darabonts nihilistisches Ende und findet es sogar besser als sein eigenes. Es stellte sich daher unweigerlich die Frage, ob Flanagan der Vorlage überhaupt noch etwas Neues abgewinnen kann.

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Flanagan selbst adressierte diese Bedenken auf der Social-Media-Plattform Bluesky direkt und versicherte, dass er den höchsten Respekt vor Darabonts Film habe und Der Nebel nicht drehen würde, wenn seine Idee sich nicht grundlegend von allen bisherigen Adaptionen unterscheiden würde: (aus dem Englischen)

Wenn es keine fantastische Antwort auf das "warum" gäbe, würde ich es nicht machen. Ich liebe Darabonts Film und ich denke, dass es keinen Sinn ergibt, ihn neu zu verfilmen. Deshalb gehe ich in eine ganz andere Richtung. Ich habe vor langer Zeit gelernt, nicht zu versuchen, vorherzusagen, was den Fans gefällt oder nicht… aber ja, es ist kein Neuaufguss. Die Unterschiede fangen auf Seite 1 an.

In Kings Novelle und Darabonts Film wird eine Kleinstadt in Maine von einem dichten Nebel umschlossen, in dem seltsame, tödliche Kreaturen lauern. Mehrere Einwohner der Stadt verschanzen sich daraufhin im Supermarkt, unter ihnen eine religiöse Fanatikerin, die glaubt, dass der Nebel ein Zeichen der Apokalypse sei und dass ein menschliches Opfer notwendig sei, um sie abzuwenden.

Habt Ihr Interesse an einer neuen Version von Der Nebel?

Quellen: Deadline, Bluesky

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