Karoline Herfurths Wunderschöner kommt zu Netflix

Vor wenigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, den deutschen Coming-of-Age-Film Crazy 26 Jahre nach seiner Uraufführung wieder im Kino zu sehen. Eins muss man dessen Regisseur Hans-Christian Schmid lassen: Er hat ein herausragendes Gespür für junge Talente. Viele der jungen Darstellerinnen und Darsteller aus Crazy blicken inzwischen auf lange und erfolgreiche Karrieren im deutschen Kino und Fernsehen zurück. Die beiden Hauptdarsteller Robert Stadlober und Tom Schilling sind seitdem noch in zahlreichen erfolgreichen und gefeierten deutschen Produktionen aufgetreten, aber auch zwei Nebendarstellerinnen aus Crazy sind groß herausgekommen. Alexandra Maria Lara, die in einer Szene die junge neue Freundin des Vaters von Stadlobers Hauptcharakter verkörperte, feierte vier Jahre später ihren großen Durchbruch mit Der Untergang. Und natürlich ist da noch Karoline Herfurth, die in Crazy nur eMinuten Screentime und kaum Dialog hatte, mittlerweile aber zu den größten Stars des deutschen Kinos zählt.

Nur ein Jahr nach Crazy übernahm Herfurth ihre erste Hauptrolle in der Teenie-Sexkomödie Mädchen Mädchen. Mit Das Parfum, Das perfekte Geheimnis und den ersten beiden Fack-ju-Göhte-Filmen war sie in vier der größten deutschen Kinohits der letzten 20 Jahre zu sehen. Doch Herfurth wollte nicht nur schauspielern, sondern auch selbst Filme drehen – und das tut sie auch seit zehn Jahren recht erfolgreich. Ihr Regiedebüt feierte sie 2016 mit der Romanverfilmung SMS für Dich, die in Hollywood unter dem Titel Love Again neu verfilmt wurde. Ihre tragikomische Actionkomödie Sweethearts floppte 2019 leider an den Kinokassen, doch drei Jahre später gelang ihr mit der Ensemble-Komödie Wunderschön ihr bislang größter Erfolg. Der Film, in dem sie neben ihrer guten Freundin Nora Tschirner auftrat, setzte sich clever, humorvoll und teils auch rührend mit Frauen im Spannungsfeld zwischen Schönheitsidealen und Geschlechterrollen in der heutigen Gesellschaft auseinander.

Die Thematik traf offensichtlich einen Nerv beim Publikum: Wunderschön wurde von fast 1,7 Millionen Menschen in den deutschen Kinos gesehen und war einer der erfolgreichsten deutschen Filme seines Jahres. Also legte Herfurth nach und inszenierte eine Fortsetzung mit dem Titel Wunderschöner, die letztes Jahr in die Kinos kam und die Geschichten der meisten Frauen aus dem ersten Film nahtlos fortsetzte. Wunderschöner bewies, dass auch wenn ein Film auf den ersten Blick nicht wirklich nach einem Sequel schreit, es nicht zwingend bedeutet, dass die Fortsetzung nicht gut sein kann. Neben Herfurth und Tschirner kehrten auch Emilia Schüle, Friedrich Mücke, Dilara Aylin Ziem und Maximilian Brückner aus dem ersten Film zurück und erhielten diesmal Unterstützung von Anja Kling, Anneke Kim Sarnau und Emilia Packard.

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Auch Wunderschöner kam sehr gut an und erreichte mehr als 1,4 Millionen Besucher:innen in den deutschen Kinos. Warner-Bros.-Germany-Produktion war der Film hierzulande bislang nur bei HBO Max im Streaming-Abo zu sehen, doch ab morgen, dem 13. September, wird er zusätzlich auf Netflix erscheinen, wo auch der erste Film zu sehen ist. Wer einen Beweis braucht, dass deutsches Kino nicht nur sperrige historische Dramen oder albernen Klamauk kann, sondern auch tiefgründige und zugleich massentaugliche Tragikomödien, sollte beiden Filmen eine Chance geben.

Hier ist der offizielle Trailer zu Wunderschöner:

Quelle: Netflix Deutschland

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