Darauf hat die Welt… nicht gewartet.
Provokateur und Enfant terrible Uwe Boll, der in den 2000ern in der Presse häufig als "deutscher Ed Wood" bezeichnet wurde und daraufhin mehrere seiner (Film)Kritiker im Boxring buchstäblich vermöbelte, kehrt zu seinen berüchtigten Wurzeln als Regisseur fragwürdiger Videospielverfilmungen zurück und unternimmt einen zweiten Versuch, das Horrorspiel "Alone in the Dark" zu adaptieren.
Nein, es ist kein verfrühter Aprilscherz. Boll erwarb mit seiner Produktionsfirma Event Films die Adaptionsrechte am "Alone in the Dark"-Franchise von THQ Nordic und plant ein Reboot. Ein Film ist diesmal jedoch nicht genug, denn wie Bolls Produktionspartner Michael Roesch enthüllt, ist auch eine "Alone in the Dark"-Serie von Boll in Planung.
Nach einigen kleinen Independent-Produktionen machte sich Boll erstmals 2003 mit der trashigen Videospielverfilmung House of the Dead auf sich aufmerksam. Es war der Auftakt zu einer Reihe von grottenschlechten Spielverfilmungen von Boll, zu denen neben Alone in the Dark auch Far Cry, Schwerter des Königs – Dungeon Siege, Postal und drei BloodRayne-Filme zählten. Obwohl die Filme vernichtende Kritiken erhielten und reihenweise an den Kinokassen floppten, konnte Boll sie dank eines Schlupflochs im deutschen Steuerrecht weiter produzieren, das Anlegern auch bei starken Verlusten hohe Nachsteuerrenditen garantierten. Auf diese Weise konnte Boll auch Stars wie Ben Kingsley, Jason Statham, Ray Lliota, Burt Reynolds und Ron Perlman für seine Filme verpflichten. Als das Schlupfloch durch eine gesetzliche Neuregelung geschlossen wurde, brach das Finanzierungsmodell zusammen und Boll war gezwungen, nur noch kostengünstige kleine Filme zu drehen, und war zum Teil auf Crowdfunding angewiesen.
Doch Boll hatte nicht nur Gegner, sondern auch eine treue Fangemeinde, die den provokanten Rebellen, der sich kein Blatt vor den Mund nahm, liebte. Weil die Finanzierung jedoch immer schwieriger wurde und Boll frustriert war, kündigte er 2016 den Rückzug vom Filmgeschäft an und eröffnete in Kanada ein Restaurant im kanadischen Vancouver. Als dieses jedoch 2020 schloss, war Boll bereits für ein Comeback hinter der Kamera und inszenierte den Polizeithriller First Shift, der im Stream bei Paramount+ so erfolgreich war, dass bereits zwei Fortsetzungen dazu im Kasten sind, die sich aktuell in der Post-Production befinden. Ebenfalls bereits abgedreht sind Run, ein Drama über die Flüchtlingskrise in Europa, und der Rache-Actioner Citizen Vigilante (ursprünglich The Dark Knight, bis Warner Bros. protestierte) mit Armie Hammer.
Dass Boll jedoch in die Welt der Videospiele zurückkehren würde, hat kaum jemand erwartet. Boll und Roesch machen keinen Hehl daraus, dass die Triumphe von Sonic the Hedgehog und Minecraft im Kino sie dazu bewegte, Alone in the Dark in Angriff zu nehmen, um auf der Erfolgswelle der modernen Videospieladaptionen zu reiten.
Christian Slater und Tara Reid spielten die Hauptrollen in Bolls erstem Alone-in-the-Dark-Film und das Beste, was ich über ihn noch sagen kann, ist, dass der Audiokommentar auf der DVD, in dem sich Boll u. a. über Reids Weigerung, eine Nacktszene zu drehen, echauffiert, wirklich amüsant ist. Drei Jahre nach dem ersten Film entstand auch Alone in the Dark II, den Boll jedoch lediglich produzierte. Beim Reboot wird er wieder im Regiestuhl sitzen und kündigte an, sich diesmal mehr an die Vorlage zu halten und sich an der Handlung der 2024 veröffentlichten Neuinterpretation des allerersten "Alone in the Dark"-Spiels mit Edward Carnby als Protagonist zu orientieren.
Könnt Ihr Eure Vorfreude auf Bolls Alone in the Dark auch schon kaum zügeln?
Quelle: The Hollywood Reporter












