Wolf Creek 2 (2013)

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Wolf Creek 2 (2013) Filmkritik
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

Wolf Creek 2, AUS 2013 • 106 Min • Regie: Greg McLean • Drehbuch: Greg McLean, Aaron Sterns • Mit: John Jarratt, Ryan Corr, Shannon Ashlyn, Philippe Klaus • Kamera: Toby Oliver • Musik: Johnny Klimek • FSK: ab 18 Jahren • Vertrieb: KSM • Kinostart: 19.06.2014 • Heimkinostart: 20.10.2014 Website Deutsche Facebook-Seite

2005 überraschte ein kleiner Horrorfilm internationale Genrefans. Mit „Wolf Creek“ lieferte der bis dato eher unbekannte Regisseur Greg McLean („Rogue“) einen kleinen Terrorfilm mit Folterelementen, welcher in der Wüste Australiens spielte. War 2005 die Flut der Folter- und Terrorfilme noch in ihrer Entwicklungsphase, liefert McLean nun ganze acht Jahre später und am Ende der großen Folterära der letzten Jahre eine Fortsetzung. Zu spät oder gerade richtig?

Der wahnsinnige Schweinejäger Mick Taylor (John Jarratt) treibt weiter in der Gegen des Wolf-Creek-Kraters sein Unwesen. Er jagt, fängt und tötet Touristen, die nach seinen Ansichten im Outback und auch in seinem Land Australien nichts zu suchen haben. Seine brutale Ausländerfeindlichkeit lebt er vor allem an seinem aktuellen Opfer Paul Hammersmith (Ryan Corr) aus, der nur ganz zufällig zwischen Mick und seine letzte Beute geriet.

Obwohl die große Terror-/Folterwelle fast nur noch auf dem Heimkinomarkt stattfindet, wird Horrorfans mit „Wolf Creek 2“ ein vermeintlich weiterer Vertreter dieser Gattung präsentiert. So lieferte der erste Teil klassischen Hinterwäldler-Horror mit Folter- und Terrorelementen sowie eine durchaus explizite Gewaltdarstellung. Teil 2 versucht jedoch nun in Teilen eine andere Richtung einzuschlagen mit dem vollen Bewusstsein, dass die ursprünglich beliebte Terrorwelle nun durch eine paranormale Geisterfilm-Welle ausgetauscht wurde. „Wolf Creek 2“ präsentiert sich als rabenschwarzer Horror-Thriller mit für das Genre ungewöhnlich vielen Actionsequenzen.

Wolf Creek 2 (2013) Filmbild 1Vor allem die teilweise starke Zentrierung auf den Schweinejäger Mick Taylor ändert den Tonus des Films gewaltig. Mick präsentiert sich als schwarzhumoriger, bitterböser Wahnsinniger mit massig One-Linern und einer gehörigen Portion Sadismus. So folgt man einen großen Teil des Films den Jagdpraktiken des Menschenjägers und entsprechend springt der Film von Opfer zu Opfer. Somit lernt man den Killer bereits zu Beginn des Films in voller Pracht kennen. Erst als Ryan Corr („Wo die wilden Kerle wohnen“) als Paul Hammersmith einem der Opfer über den Weg läuft, schwingen der Film und dessen Fokus auf ihn. Im folgenden Verlauf wird dann auf Micks längere Jagd nach Paul eingegangen und der Verlauf im Detail gezeigt. Hier präsentiert sich eine weitere Genre-untypische Neuerung: Die Actionszenen. Mick ist LKW-Fan und das lebt er in „Wolf Creek 2“ voll aus. Neben mehreren kleinen Verfolgungsjagden gibt es eine Zentrale und Große, in der auch einige Kängurus auf bittere Art und Weise ihr blutiges Ende finden.

Gewalt spielt in „Wolf Creek 2“ ebenfalls eine große Rolle und so bleibt zumindest dieser Punkt auf dem klassischen Fundament des Terrorfilms. Neben einigen blutigen Kopfschüssen und Messerattacken, gibt es auch eine ausgedehnte Folterszene im klassischen „Hostel“-Stil. Dass der Film trotz leichter Kürzungen keine Jugendfreigabe erhalten hat, ist deutlich begründet. Allerdings nicht ausschließlich nur in den dargestellten Gewalttätigkeiten, sondern auch in der offenen Ausländerfeindlichkeit, die Mick Taylor im Film verkörpert. So bleibt fast im gesamten Film die Moral auf der Strecke, wird aber nie als verherrlichend propagiert.

Fazit

„Wolf Creek 2“ ist brutale Horror-Action der alten Schule. Rasante Stunts, blutige Kills und spannende Verfolgungsjagden. Nach vielen Wiederholungen im Terror-Genre, gibt es mit „Wolf Creek 2“ nun die erste Innovation seit vielen Jahren. Ein spannender Horrorthriller, den Genrefans nicht verpassen sollten.

Trailer